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Ticket-HändlerWarum Ticketriese Eventim so umstritten ist

CTS Eventim verkauft in Deutschland 80 Prozent aller Eintrittskarten für Pop- und Rock-Konzerte. Jetzt will das Unternehmen offenbar nach Übersee expandieren - doch es regt sich erster Widerstand.Bernd Mertens 17.05.2014 - 06:00 Uhr

Der Meister des Mehrwerts: CTS-Eventim-Chef Klaus-Peter Schulenberg. (zum Vergrößern bitte anklicken)

Foto: Laif

Die Leute, die sich an diesem Morgen im Berliner Bahnhof Friedrichstraße die Füße platt treten, stehen nicht Schlange für ein Schnäppchen. Ihre Geduld gilt einem der 18.000 Tickets für das Konzert der Rolling Stones am 10. Juni in der Berliner Waldbühne – Preis: bis zu 250 Euro.

Doch die Mühe erweist sich als vergeblich. Der Vorverkauf „war beendet, bevor er anfing“, erinnert sich Barbara Möckel, Geschäftsführerin der Vorverkaufsstelle. „Wir haben nicht eine Karte aus dem Buchungssystem erhalten.“ Ähnliches passierte später in Düsseldorf beim Vorverkauf für den Auftritt der Altrocker am 19. Juni in der dortigen Esprit-Arena mit 43.000 Plätzen. Am Rhein hieß es nach 25 Minuten „ausverkauft“.

Gewinnmaschine Internet

Diese Knappheit hat eine bisher wenig beachtete Ursache: den Internet-Tickethändler CTS Eventim. Der baut seine Macht im Geschäft mit Eintrittskarten immer weiter aus – und das nicht nur, indem er die rund 3.000 unabhängigen Vorverkaufsstellen hierzulande bei der Zuteilung von Tickets zunehmend austrocknet.

Verkauf und Ausstellung von Eintrittskarten
Ticketing-System

Über das Buchungssystem von CTS Eventim werden Tickets für 20.000 Vorverkaufsstellen sowie gut 100 Sportvereine und Verbände in 21 Ländern ausgestellt.

Foto: Fotolia

Verkauf und Ausstellung von Eintrittskarten
Eigenvertrieb

Der Ticketverkauf über eigene Callcenter, Web-Seiten wie eventim.de sowie Apps ist für Eventim besonders lukrativ. Die Provision ist sechsmal höher als beim reinen Ticketing.

Foto: dpa

Verkauf und Ausstellung von Eintrittskarten
Weiterverkauf

Die Wiederverkaufsplattform Fansale.de ermöglicht bei ausverkauften Veranstaltungen den Verkauf von Tickets zu höheren Preisen. Das bringt CTS Eventim hohe Provision.

Foto: Screenshot

Verkauf und Ausstellung von Eintrittskarten
Gemeinschaftsunternehmen

Für kleinere Veranstaltungen kooperiert CTS Eventim mit Regionalzeitungen wie der Rheinische Post. Die Zeitungen sorgen für die Werbung vor Ort.

Foto: dpa

Live-Entertainment
Konzertveranstalter

Im Zentrum der Eventim-Strategie steht die Veranstaltung von Konzerten und Aufführungen. Dafür hat das Unternehmen eigene Veranstaltungstöchter wie die Konzertagentur Peter Rieger. CTS Eventim ist aber auch an Großagenturen wie Marek Lieberberg (z.B. Rock am Ring) und Spezialisten wie Semmel Concerts (Show und Schlager) beteiligt.

Foto: dpa

Live-Entertainment
Management von Veranstaltungsorten

Eventim betreibt Veranstaltungsstätten wie die Waldbühne in Berlin oder die Lanxess Arena in Köln. Dadurch erhält das Unternehmen Einnahmen aus der Gastronomie sowie aus Show- und Oper-Produktionen.

Foto: dpa Picture-Alliance

Neue Felder
Zugangskontrollsystem

Eventim will auch in anderen Gebieten Fuß fassen und entwickelt Technik für Veranstaltungen und Kontrolle von Weiterverkauf.

Foto: dpa/dpaweb

Neue Felder
Marketing

Auch im Marketing-Bereich hat Eventim seine Tätigkeiten ausgebaut. Das Unternehmen entwickelt Mailings und versucht, über den möglichst exklusiven Verkauf von Eventreisen Einnahmen zu generieren.

Foto: Fotolia.com

Neue Felder
Sonstiges

Zusätzlich zur klassischen Eintrittskarte bietet Eventim für alle Veranstalter auch ein papierloses Ticket. In einem eigenen Online-Shop bietet Eventim zudem Musik zum kostenpflichtigen Download an.

Foto: WirtschaftsWoche

Experten gehen davon aus, dass der Branchenriese mit Sitz in Bremen und Beteiligungen in 21 Ländern bald den Schritt auf einen anderen Kontinent wagt, etwa in die USA oder nach Lateinamerika. Indiz dafür ist die Änderung der Rechtsform von einer Aktiengesellschaft in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien.

Das ermöglicht CTS-Chef Klaus-Peter Schulenberg, neue Gesellschafter aufzunehmen und damit das Kapital zu erhöhen, ohne dass er seine 50,2-prozentige Mehrheit am Unternehmen reduzieren muss. Kenner von CTS glauben, dass der 62-jährige Gründer demnächst wohl einen dreistelligen Millionenbetrag ins Unternehmen schaufelt, um über Europa hinaus zu expandieren. Schulenberg selbst schweigt dazu.

CTS Eventim verkauft hierzulande etwa 80 Prozent aller Eintrittskarten für Pop- und Rock-Konzerte, schätzen Branchenkenner. Hinzu kommen europaweit gut 180.000 weitere Events, bei denen die Bremer ihre Finger im Spiel haben, darunter exklusiv die vergangene Winterolympiade im russischen Sotschi, die Eishockey-Spiele der Kölner Haie, das Konzert der Heavy-Metal-Band Metallica in Hamburg und die angesichts hoher Preise lukrative Hochkultur wie die Darbietungen des legendären Mailänder Opernhauses Scala.

Den ersten Platz unter Europas Ticketverkäufern verdankt CTS Eventim der Strategie, die der einer Krake ähnelt. Schulenberg greift inzwischen nach allen vor- und nachgelagerten Bereichen des Kartengeschäfts.

Im Zentrum steht die Veranstaltung von Konzerten und Aufführungen auf eigene Rechnung, wo CTS Eventim es weltweit zum drittgrößten Anbieter gebracht hat. Diese Doppelrolle macht das Unternehmen zum Schrecken klassischer Vorverkaufsstellen. Denn sie erlaubt CTS, die Kartenvolumina dorthin zu schieben, wo der Absatz am meisten Gewinn bringt – also auch an die eigene Ticket-Verkaufsabteilung.

Platz 10: Beyoncé (53 Millionen Dollar)

Gerade einmal ein Jahr ist seit der Geburt ihres Kindes Blue Ivy vergangen, nun ist Beyoncé schon wieder unterwegs auf Tour: Pro Auftritt verdient die R&B-Sängerin laut Forbes zwei Millionen Dollar. Hinzu kommen Gelder von früheren Hits und die Gage dafür, dass sie Pepsi und H&M ihr Gesicht leiht. Sie verdient damit mehr als ihr Mann, der Rapper Jay Z: Der arme Schlucker landet mit 42 Millionen Dollar bloß auf Platz 19.

Foto: REUTERS

Platz 10: Kenny Chesney (53 Millionen Dollar)

In Deutschland mag er weniger bekannt sein, doch der Countrysänger aus dem US-Bundesstaat Tennessee hat in Amerika großen Erfolg. Alleine in den vergangenen drei Jahren hatte Chesney fünf Nummer-1-Hits in den USA. Das meiste Geld hat er laut Forbes aber mit seiner Stadiontour im Sommer verdient.

Foto: REUTERS

Platz 8: Elton John (54 Millionen Dollar)

Der von der Queen geadelte „Sir“ Elton John verdient laut Forbes eine Million Dollar Gage für jeden Auftritt. Sein frisch veröffentlichtes Album und seine Tour, die ihn 2014 von Las Vegas bis Moskau führt, wird den Mann am Klavier wohl auch in einem Jahr erneut weit oben in der Liste auftauchen lassen.

Foto: AP

Platz 7: Taylor Swift (55 Millionen Dollar)

Das vierte Album der Countrysängerin, „Red“, wurde bereits in der ersten Woche 1,2 Millionen Mal verkauft, außerdem ist sie erfolgreich auf Tour. Aus ihrem musikalischen Erfolg heraus haben sich zuletzt auch andere Einnahmequellen eröffnet: Swift macht unter anderem Werbung für Sony und kalorienreduzierte Diet Coca Cola.

Foto: REUTERS

Platz 6: Justin Bieber (58 Millionen Dollar)

Der kanadische Teenie-Schwarm ist gerade mal 19 Jahre alt und schon unter den Topverdienern. Er füllt nicht nur die Konzerthallen auf der ganzen Welt mit kreischenden Mädchen, er besitzt auch noch Anteile an Startups wie dem Musik-Streaming-Dienst Spotify.

Foto: AP

Platz 5: Coldplay (64 Millionen)

Die Britpop-Band rund um Leadsänger Chris Martin (links) hat ein weiteres erfolgreiches Jahr hinter sich. Auf ihrer Tournee verdienen sie laut Forbes stolze drei Millionen Dollar pro Abend. Im Ranking schaffen sie es damit unter die besten Fünf.

Foto: dapd

Platz 4: Toby Keith (65 Millionen Dollar)

In Deutschland ein noch eher unbekanntes Gesicht, in den USA ein Superstar: Toby Keith ist der Topverdiener unter den Countrysängern. Innerhalb der vergangenen fünf Jahre hat er gar über 270 Millionen Dollar verdient – durch Millionen verkaufter Platten, hunderte Konzerte und achtzehn neueröffnete Restaurants.

Foto: AP

Platz 3: Bon Jovi (79 Millionen Dollar)

Die US-amerikanische Rockband um den Frontmann Jon Bon Jovi, bekannt zum Beispiel mit „Livin' on a Prayer“, ist die bestverdienende Band im Jahr 2013. Auf ihrer Tour verdienen die Musiker angeblich mehr als drei Millionen Euro pro Abend.

Foto: AP

Platz 2: Lady Gaga (80 Millionen Dollar)

Die Stilikone gehört mit über 90 Millionen verkauften Platten in nur fünf Jahren Karriere schon jetzt zu den größten lebenden Künstlern, was sich nicht zuletzt auf ihrem Konto bemerkbar macht. Und dabei musste sie ihre Tour wegen einer Hüftverletzung abbrechen – sonst hätte sie wohl noch 30 Millionen Dollar mehr verdient, schätzt Forbes.

Foto: REUTERS

Platz 1: Madonna (125 Millionen Dollar)

Sie stößt so schnell niemand vom Thron: Madonna ist die kommerziell erfolgreichste Sängerin der Welt mit über 300 Millionen verkaufter Platten. Auch bei der Liste der Topverdiener 2013 landet sie ganz vorne – vor allem dank ihrer MDNA-Tour, dem Verkauf von Merchandising Artikeln bei Konzerten und ihrer Modekollektion „Material Girl“.

Foto: dpa

Aktien-Info Eventim. (zum Vergrößern bitte anklicken)

Foto: WirtschaftsWoche

Die hat Schulenberg zu einer Gewinnmaschine ausgebaut, die mittlerweile gut die Hälfte des Geschäfts rund um ein Musik- und sonstiges Ereignis abgreift. Motor des Profits ist dabei das Internet, das CTS Eventim virtuos einsetzt. „Die Wertschöpfung ist im Internet-Vertrieb sechsmal höher als beim klassischen stationären Verkauf“, sagt Schulenberg. „Dafür haben wir in den vergangenen Jahren mehr als 100 Millionen Euro in unsere IT-Systeme gesteckt.“ 240 der insgesamt 1800 Mitarbeiter tun nichts anderes, als ein Buchungssystem zu optimieren, auf das drei Millionen Kunden gleichzeitig zugreifen können. Noch läuft der Vorverkauf meist über den Schalter. Doch das ändert sich: 2013 verkaufte CTS jede fünfte Karte online – 16 Prozent mehr als 2012.

Da CTS online nicht mit anderen teilen muss, kann das Unternehmen bis zu 40 Prozent des eigentlichen Kartenpreises als Zusatzumsatz von den Kunden kassieren. Das sei „leicht verdientes Geld, ohne irgendein wirtschaftliches Risiko zu tragen“, sagt der Berliner Veranstalter und Buchautor Berthold Seliger („Das Geschäft mit der Musik“). „To scalp the fans“, würden das die Amerikaner nennen, so Seliger: „Den Kunden wird das Fell über die Ohren gezogen.“

In der Praxis funktioniert das so: In der Regel kassiert CTS Eventim wie die meisten Vorverkaufsstellen 10 bis 15 Prozent des Ticketpreises als Vorverkaufsgebühr. Als Nächstes verlangt Schulenberg von den stationären Vorverkaufsstellen, die Tickets über CTS Eventim beziehen, eine sogenannte Systemgebühr bis zu zwei Euro pro Karte. Für die Buchung selbst kassiert CTS Eventim bis zu zwei weitere Euro.

Wer das Ticket am heimischen PC ausdrucken will, zahlt für diesen einzigen Knopfdruck weitere 2,50 Euro. Wer es per Post möchte, zahlt CTS für das Eintüten des Tickets und Freistempeln des Couverts 4,90 Euro. Eine Ticketversicherung, die beim Bestellvorgang praktischerweise mit Häkchen aktiviert ist, bringt CTS weitere 3,50 Euro.

Elvis Presley - 600 Mio. bis eine Milliarde verkaufte Platten

Er ist der King of Rock und erfolgreichste Solo-Künstler aller Zeiten: Elvis Presley. Sein Hüftschwung verzückte die Frauen, seine Mischung aus Rock, Pop, Gospel, Country und Blues begeisterte die ganze Welt. Mit Rockabilly erfand der King auch noch seinen eigenen Sound. 1977 starb der Sänger im Alter von nur 42 Jahren in Memphis, Tennessee. Die genauen Umstände sind bis heute nicht klar. Und ebenfalls bis heute hält sich der Mythos, Elvis sei gar nicht tot.

Die Daten zu den Künstlern sind geschätzt und ohne Gewähr, da die Erfassung weltweit über lange Zeiträume äußerst schwierig ist. Die Schätzungen beruhen auf Angaben aus Quellen wie Biographien, Statistiken und Fachliteratur.

Foto: dapd

The Rolling Stones - 200 Mio. verkaufte Platten

They can't get no satisfaction - sie kriegen nicht genug: Die Rolling Stones feiern 2012 ihr 50. Bühnenjubiläum. Mit geschätzten 200 Millionen verkauften Tonträgern zählen Mick Jagger, Keith Richards, Ron Woods und Charlie Watts (von rechts nach links) zu den kommerziell erfolgreichsten Bands aller Zeiten. Bereits seit 1962 rocken sie die Bühnen dieser Welt mit Hits wie „Angie“, „Start me up“ oder „Paint it black“.

Foto: dpa

AC/DC - 200 Mio. verkaufte Platten

Die Rockband, gegründet von den Brüdern Angus (links) und Malcolm Young (nicht im Bild), hat sich seit ihrer Gründung sehr verändert. Schon kurz, bevor sie ihr erstes Album veröffentlichten, tauschten sie ihren damaligen Leadsänger Dave Evans durch Bon Scott aus. Mit ihm nahmen sie ihr legendäres Album „Highway to Hell“ auf. Doch der Sänger verstarb 1980, die Band stand vor der Auflösung - bis Brian Johnson (links) den Posten übernahm. Ihr erstes Album mit dem neuen Mann sollte ihr erfolgreichstes überhaupt werden: „Back in Black“ verkaufte sich 42 Millionen mal und ist bis heute die zweiterfolgreichste Platte überhaupt.

Foto: dpa

Cher - 210 Mio. verkaufte Platten

Als Popsängerin hat sich die oftmals operierte Dame besonders mit „Believe“ in das Gedächtnis ihrer Anhänger gebrannt. Insgesamt hat die Amerikanerin bisher 210 Millionen Tonträger verkauft, darunter Alben wie „Heart of Stone“ und „Love Hurts“. Aber Cher war nicht nur als Sängerin erfolgreich, sondern auch als Schauspielerin: Für ihre Darstellung in dem Film „Mondsüchtig“ erhielt sie 1988 den Oscar als „beste Hauptdarstellerin“.

Foto: dpa

Céline Dion - 230 Mio. verkaufte Platten

Der Titanic-Titelsong „My heart will go on“ ist bis heute Céline Dions größter Hit. Die Kanadierin gewann mit diesem Lied 1998 den Oscar für den besten Filmsong und drei Grammys. Das sind aber nicht ihre einzigen Erfolge: Im Ranking der meistverkauften Alben weltweit schafft sie es gleich mit zwei Alben in die Top 20: mit „Falling into you“ (32 Millionen verkaufte Platten) und „Let's talk about love“ (31 Millionen verkaufte Platten).

Foto: dapd

The Wailers - 250 Mio. verkaufte Platten

Besser bekannt als „Bob Marley & The Wailers“. Die Reggae-Ikone war zunächst einfaches Bandmitglied, wurde mit der Zeit aber zum Superstar und Zugpferd. Das Duo Marley und Peter Tosh zeichnet für die Platte „Catch a fire“ verantwortlich, die dem Reggae international den Durchbruch und zahllose Fans bescherte. Bis zu Marleys Tod - und darüber hinaus - feierte die Kombo etliche Hits. Obwohl es die Band bis heute gibt, verschwand sie nach Marleys Tod 1981 in die Bedeutungslosigkeit.

Foto: dapd

Elton John - 250 Mio. verkaufte Platten

Der Balladen-König bringt seine Fans regelmäßig mit Hits wie „Can you feel the love tonight“ oder „Don't go breaking my heart“ zum Schmelzen. Sir Elton John kann sogar sich selbst covern und ist damit erfolgreich. Sein Lied „Candle in the wind“, das er einst für Marilyn Monroe geschrieben hatte, textete er 1997 nach dem Tod von Prinzessin Diana um. Mit der Coverversion brach er sämtliche Verkaufsrekorde - der Song verkaufte sich 33 Millionen Mal und ist damit die erfolgreichste Single aller Zeiten. Aber schon seit den 1970ern gilt John als einer der größten Musikstars überhaupt.

Foto: rtr

Pink Floyd - 260 bis 300 Mio. verkaufte Platten

Eine der heterogensten und einflussreichsten Bands der Musikgeschichte. Unter Sänger und Komponist Syd Barrett entstanden in der Anfangszeit legendäre psychedelische Alben. Barrett musste wegen seines Drogenkonsums und psychischer Probleme die Band verlassen, kurz nachdem David Gilmour hinzugestoßen war.

Das Ruder übernahm Gründungsmitglied Roger Waters. 1973 erschien das von allen Mitgliedern komponierte „The Dark Side of the Moon“. Mit diesem Album hielt sich die Band 740 Wochen in den Billboard-Charts - das ist bis heute Rekord. 1985 stieg Waters nach Problemen mit David Gilmour aus. Pink Floyd haben sich nie offiziell aufgelöst, aber nach dem Tod von Keyboarder Richard Wright ist nicht mehr mit einem Comeback zu rechnen.

Foto: dapd

Madonna - 275 Mio. verkaufte Platten

Die Queen of Pop erfindet sich seit Jahrzehnten immer wieder neu. Mit Hits wie „Like a virgin“, „Frozen“ oder „Music“ schafft sie es immer wieder an die Spitze der Charts. Auch, wenn die Pop-Diva inzwischen 54 Jahre alt ist, sorgt sie mit ihrer Bühnenshow immer noch für Aufsehen. Derzeit tourt Madonna durch Europa. Die Plattenverkäufe laufen nicht mehr so gut wie früher, da die Diva mit der Zeit an musikalischen Innovationen einbüßte. Aber handfeste Erfolge kommen dabei noch immer heraus.

Foto: dpa

Led Zeppelin - 300 Mio. verkaufte Platten

Eigentlich gibt es Led Zeppelin schon seit 1980 nicht mehr. Nach dem Tod von Schlagzeuger John Bonham löste sich die Band auf. Trotzdem schafften Robert Plant (links), Jimmy Page (rechts), John Paul Jones und Bonham in den zwölf Jahren von Led Zeppelin ein Stück Musikgeschichte. Das 1990 erschienene Best-Of „Remasters“ avancierte zum Klassiker, auch die 2007er-Edition „Mothership“ verkaufte sich prächtig.

Ihre erfolgreichste Platte war „Led Zeppelin IV“, bis heute mit 32 Millionen Exemplaren auf Platz zehn der meistverkauften Tonträger weltweit. Auf dem Album erschien auch ihr größter Hit „Stairway to Heaven“. Im Frühjahr 2010 stürmte der Song noch einmal die deutschen Charts. Im Internet war dazu aufgerufen worden, den Song herunterzuladen, um eine Nummer eins der Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ zu verhindern. Page und Plant treten noch heute gemeinsam auf.

Foto: dpa

Queen - 320 Mio. verkaufte Platten

Freddie Mercury zählt zu den herausragendsten Musikern aller Zeiten. Seine Stimme reichte über dreieinhalb Oktaven, seine Kompositionen wie „Bohemian Rhapsody“ oder „We are the champions“ wurden zu Welthits und Hymnen. Mit seiner Band Queen verkaufte er etwa 320 Millionen Tonträger, die Single „Another one bites the dust“ verkaufte sich sieben Millionen Mal. 1990 veröffentlichte die Band das Album „Innuendo“ (deutsch: Anspielung). Mit Liedern wie „The Show Must Go On“ oder „I'm Going Slightly Mad“ deutete Mercury auf der Platte bereits seine Aids-Erkrankung an. Öffentlich macht er diese erst am 23. November 1991 - einen Tag vor seinem Tod. Die Greatest-Hits-Alben Queens stellten darauf Verkaufsrekorde auf. Und auch das posthume „Heaven For Everyone“ zählt zum Beispiel in Deutschland zu den erfolgreichsten Alben überhaupt.

Foto: dpa

ABBA - 370 Mio. verkaufte Platten

Mit „Waterloo“ sangen sich die vier Schweden 1974 beim Grand Prix de la Chanson d'Eurovision (heute Eurovision Song Contest) in die Herzen der ganzen Welt. Der Bandname ABBA setzt sich aus den vier Anfangsbuchstaben ihrer Mitglieder zusammen: Agnetha Fältskog (2. von rechts), Björn Ulvaeus (rechts), Benny Anersson (links) und Anni-Frid Lyngstad (2. von links). Mit Songs wie „SOS“, „The winner takes it all“ oder „Dancing Queen“ konnten sie weltweite Erfolge verbuchen. 1982 kündigten die vier eine Pause an - es sollte die Trennung der Band sein. Ihre Songs werden aber bis heute gespielt, unter anderem in dem Musical „Mamma Mia“. Allein die Best-Of „ABBA Gold“ verkaufte sich bislang mehr als 28 Millionen Mal.

Foto: CLARK/obs

Bing Crosby - 500 bis 900 Mio. verkaufte Platten

Etwas überraschend schafft es Bing Crosby auf den vierten Platz der erfolgreichsten Künstler aller Zeiten. In den 20er und 30er Jahren war er ein etablierter Jazz-Sänger. Später sang er vor allem Swing und Pop. Der Sänger und Schauspieler ist besonders für seine Interpretation des Weihnachtsklassikers „White Christmas“ bekannt - bis heute der weltweit meist verkaufte Song nach Elton Johns „Candle in the Wind“. Auch in vielen seiner Filme bewies er sein musikalisches Talent. In dem Klassiker „In High Society“ sang er zum Beispiel gemeinsam mit Grace Kelly (links) ein Duett. Für ihren Song „True Love“ heimsten die Beiden sogar eine Oscar-Nominierung ein.

Foto: dpa

Michael Jackson - 350 Mio. bis eine Milliarde verkaufte Platten

Viel Spielraum für den King of Pop. Als Persönlichkeit umstritten, als Künstler verehrt. Michael Jackson revolutionierte mit seiner Stimme, seinem Style und seinen Tanzeinlagen die Musikwelt. Sein Album „Thriller“ ist auch 30 Jahren nach Erscheinen immer noch das meistverkaufte Album aller Zeiten (60 Millionen Exemplare). Weitere Kassenschlager waren seine Alben „Bad“ und „Dangerous“ - Jackson benötigte nur neun Alben für diese unfassbaren Verkaufszahlen. Nach einer Pause wollte er 2009 eine letzte Konzertserie starten. Nur 18 Tage vor deren Beginn starb er.

Foto: AP

The Beatles - 600 Mio. bis eine Milliarde verkaufte Platten

Auf dem ersten Platz landen gleich fünf Personen. Zum einen: die Beatles. Hits wie „Yesterday“, „Help“, „Yellow Submarine“ oder „Let it be“ machten George Harrison, Ringo Starr, Paul McCartney und John Lennon (von links nach rechts) weltberühmt. Die legendäre englische Band verkaufte bis heute zwischen 600 Millionen und einer Milliarde Platten. Gleich drei ihrer Alben - „Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band“, „1“ und „Abbey Road“ - kommen in den Top 20 der meistverkauften Alben der Musikgeschichte vor. Dabei spielte die Band nur sieben Jahre zusammen, bevor sie sich auflöste. Gerade ihre späteren Alben zählen zu den einflussreichsten Musikalben überhaupt.

Teilen müssen sich die vier Pilzköpfe den ersten Platz aber eben mit dem "King" Elvis Presley.

Foto: dpa

„Eventim hat ein Gebührenmodell gesellschaftsfähig gemacht, das alle Mitbewerber mehr oder weniger kopieren“, sagt Branchenkenner Hans-Wolfgang Trippe aus Bad Münstereifel bei Bonn. Dabei bringt das Veranstalten von Konzerten und sonstigen Ereignissen vor allem Umsatz, der Verkauf der Tickets dagegen den großen Gewinn

Junge mit Mundharmonika

So entfielen 2013 fast 60 Prozent des Umsatzes von 628,3 Millionen Euro auf das Veranstaltungsgeschäft. Hier geht CTS Eventim das Wagnis ein, für viel Geld etwa Rockgruppen zu engagieren, Hallen zu mieten und Werbung zu schalten, in der Hoffnung, die Ausgaben durch den Ticketverkauf einzuspielen. Risikolos ist dagegen der Verkauf von Tickets, bei dem der Händler weder in Vorkasse treten noch Ware auf eigene Rechnung erwerben und losschlagen muss.

Folge: Während das Veranstaltungsgeschäft 60 Prozent des Umsatzes bringt, stammten drei Viertel des Gewinns aus dem Ticketverkauf. Der Profit vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen im Gesamtkonzern machte 2013 einen Sprung um fast 14 Prozent auf 136,3 Millionen Euro. Kein Wunder, dass „mittelfristig die Hälfte des gesamten Ticketvolumens über das Internet verkauft werden soll“, wie Schulenberg ankündigt.

The Rolling Stones - 200 Mio. verkaufte Platten

They can't get no satisfaction - sie kriegen nicht genug: Die Rolling Stones feiern 2012 ihr 50. Bühnenjubiläum. Mit geschätzten 200 Millionen verkauften Tonträgern zählen Mick Jagger, Keith Richards, Ron Woods und Charlie Watts (von rechts nach links) zu den kommerziell erfolgreichsten Bands aller Zeiten. Bereits seit 1962 rocken sie die Bühnen dieser Welt mit Hits wie „Angie“, „Start me up“ oder „Paint it black“. Allerdings sollte man meinen, dass nach 50 Jahren mehr Verkäufe zu Buche stehen - allerdings zählt nicht nur Qualität sondern auch Qualität. Und da haben andere Künstler vielfach die Nase vorn. Wer? Das zeigen wir auf den folgenden Bildern.

Die Daten sind geschätzt und ohne Gewähr, da die Erfassung weltweit über lange Zeiträume äußerst schwierig ist. Die Schätzungen beruhen auf Angaben aus Quellen wie Biographien, Statistiken und Fachliteratur.

Foto: dpa

AC/DC - 200 Mio. verkaufte Platten

Die Rockband, gegründet von den Brüdern Angus (links) und Malcolm Young (nicht im Bild), hat sich seit ihrer Gründung sehr verändert. Schon kurz, bevor sie ihr erstes Album veröffentlichten, tauschten sie ihren damaligen Leadsänger Dave Evans durch Bon Scott aus. Mit ihm nahmen sie ihr legendäres Album „Highway to Hell“ auf. Doch der Sänger verstarb 1980, die Band stand vor der Auflösung - bis Brian Johnson (links) den Posten übernahm. Ihr erstes Album mit dem neuen Mann sollte ihr erfolgreichstes überhaupt werden: „Back in Black“ verkaufte sich 42 Millionen mal und ist bis heute die zweiterfolgreichste Platte überhaupt.

Foto: picture-alliance

Cher - 210 Mio. verkaufte Platten

Als Popsängerin hat sich die oftmals operierte Dame besonders mit „Believe“ in das Gedächtnis ihrer Anhänger gebrannt. Insgesamt hat die Amerikanerin bisher 210 Millionen Tonträger verkauft, darunter Alben wie „Heart of Stone“ und „Love Hurts“. Aber Cher war nicht nur als Sängerin erfolgreich, sondern auch als Schauspielerin: Für ihre Darstellung in dem Film „Mondsüchtig“ erhielt sie 1988 den Oscar als „beste Hauptdarstellerin“.

Foto: dpa

Céline Dion - 230 Mio. verkaufte Platten

Der Titanic-Titelsong „My heart will go on“ ist bis heute Céline Dions größter Hit. Die Kanadierin gewann mit diesem Lied 1998 den Oscar für den besten Filmsong und drei Grammys. Das sind aber nicht ihre einzigen Erfolge: Im Ranking der meistverkauften Alben weltweit schafft sie es gleich mit zwei Alben in die Top 20: mit „Falling into you“ (32 Millionen verkaufte Platten) und „Let's talk about love“ (31 Millionen verkaufte Platten).

Foto: dapd

The Wailers - 250 Mio. verkaufte Platten

Besser bekannt als „Bob Marley & The Wailers“. Die Reggae-Ikone war zunächst einfaches Bandmitglied, wurde mit der Zeit aber zum Superstar und Zugpferd. Das Duo Marley und Peter Tosh zeichnet für die Platte „Catch a fire“ verantwortlich, die dem Reggae international den Durchbruch und zahllose Fans bescherte. Bis zu Marleys Tod - und darüber hinaus - feierte die Kombo etliche Hits. Obwohl es die Band bis heute gibt, verschwand sie nach Marleys Tod 1981 in die Bedeutungslosigkeit.

Foto: dapd

Elton John - 250 Mio. verkaufte Platten

Der Balladen-König bringt seine Fans regelmäßig mit Hits wie „Can you feel the love tonight“ oder „Don't go breaking my heart“ zum Schmelzen. Sir Elton John kann sogar sich selbst covern und ist damit erfolgreich. Sein Lied „Candle in the wind“, das er einst für Marilyn Monroe geschrieben hatte, textete er 1997 nach dem Tod von Prinzessin Diana um. Mit der Coverversion brach er sämtliche Verkaufsrekorde - der Song verkaufte sich 33 Millionen Mal und ist damit die erfolgreichste Single aller Zeiten. Aber schon seit den 1970ern gilt John als einer der größten Musikstars überhaupt.

Foto: Reuters

Pink Floyd - 260 bis 300 Mio. verkaufte Platten

Eine der heterogensten und einflussreichsten Bands der Musikgeschichte. Unter Sänger und Komponist Syd Barrett entstanden in der Anfangszeit legendäre psychedelische Alben. Barrett musste wegen seines Drogenkonsums und psychischer Probleme die Band verlassen, kurz nachdem David Gilmour hinzugestoßen war.

Das Ruder übernahm Gründungsmitglied Roger Waters. 1973 erschien das von allen Mitgliedern komponierte „The Dark Dide of the Moon“. Mit diesem Album hielt sich die Band 740 Wochen in den Billboard-Charts - das ist bis heute Rekord. 1985 stieg Waters nach Problemen mit David Gilmour aus. Pink Floyd haben sich nie offiziell aufgelöst, aber nach dem Tod von Keyboarder Richard Wright ist nicht mehr mit einem Comeback zu rechnen.

Foto: dapd

Madonna - 275 Mio. verkaufte Platten

Die Queen of Pop erfindet sich seit Jahrzehnten immer wieder neu. Mit Hits wie „Like a virgin“, „Frozen“ oder „Music“ schafft sie es immer wieder an die Spitze der Charts. Auch, wenn die Pop-Diva inzwischen 54 Jahre alt ist, sorgt sie mit ihrer Bühnenshow immer noch für Aufsehen. Derzeit tourt Madonna durch Europa. Die Plattenverkäufe laufen nicht mehr so gut wie früher, da die Diva mit der Zeit an musikalischen Innovationen einbüßte. Aber handfeste Erfolge kommen dabei noch immer heraus.

Foto: dpa

Led Zeppelin - 300 Mio. verkaufte Platten

Eigentlich gibt es Led Zeppelin schon seit 1980 nicht mehr. Nach dem Tod von Schlagzeuger John Bonham löste sich die Band auf. Trotzdem schafften Robert Plant (links), Jimmy Page (rechts), John Paul Jones und Bonham in den zwölf Jahren von Led Zeppelin ein Stück Musikgeschichte. Das 1990 erschienene Best-Of „Remasters“ avancierte zum Klassiker, auch die 2007er-Edition „Mothership“ verkaufte sich prächtig.

Ihre erfolgreichste Platte war „Led Zeppelin IV“, bis heute mit 32 Millionen Exemplaren auf Platz zehn der meistverkauften Tonträger weltweit. Auf dem Album erschien auch ihr größter Hit „Stairway to Heaven“. Im Frühjahr 2010 stürmte der Song noch einmal die deutschen Charts. Im Internet war dazu aufgerufen worden, den Song herunterzuladen, um eine Nummer eins der Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ zu verhindern. Page und Plant treten noch heute gemeinsam auf.

Foto: picture-alliance

Queen - 320 Mio. verkaufte Platten

Freddie Mercury zählt zu den herausragendsten Musikern aller Zeiten. Seine Stimme reichte über dreieinhalb Oktaven, seine Kompositionen wie „Bohemian Rhapsody“ oder „We are the champions“ wurden zu Welthits und Hymnen. Mit seiner Band Queen verkaufte er etwa 320 Millionen Tonträger, die Single „Another one bites the dust“ verkaufte sich sieben Millionen Mal. 1990 veröffentlichte die Band das Album „Innuendo“ (deutsch: Anspielung). Mit Liedern wie „The Show Must Go On“ oder „I'm Going Slightly Mad“ deutete Mercury auf der Platte bereits seine Aids-Erkrankung an. Öffentlich macht er diese erst am 23. November 1991 - einen Tag vor seinem Tod. Die Greatest-Hits-Alben Queens stellten darauf Verkaufsrekorde auf. Und auch das posthume „Heaven For Everyone“ zählt zum Beispiel in Deutschland zu den erfolgreichsten Alben überhaupt.

Foto: dpa/picture alliance

ABBA - 370 Mio. verkaufte Platten

Mit „Waterloo“ sangen sich die vier Schweden 1974 beim Grand Prix de la Chanson d'Eurovision (heute Eurovision Song Contest) in die Herzen der ganzen Welt. Der Bandname ABBA setzt sich aus den vier Anfangsbuchstaben ihrer Mitglieder zusammen: Agnetha Fältskog (2. von rechts), Björn Ulvaeus (rechts), Benny Anersson (links) und Anni-Frid Lyngstad (2. von links). Mit Songs wie „SOS“, „The winner takes it all“ oder „Dancing Queen“ konnten sie weltweite Erfolge verbuchen. 1982 kündigten die vier eine Pause an - es sollte die Trennung der Band sein. Ihre Songs werden aber bis heute gespielt, unter anderem in dem Musical „Mamma Mia“. Allein die Best-Of „ABBA Gold“ verkaufte sich bislang mehr als 28 Millionen Mal.

Foto: obs

Bing Crosby - 500 bis 900 Mio. verkaufte Platten

Etwas überraschend schafft es Bing Crosby auf den vierten Platz der erfolgreichsten Künstler aller Zeiten. In den 20er und 30er Jahren war er ein etablierter Jazz-Sänger. Später sang er vor allem Swing und Pop. Der Sänger und Schauspieler ist besonders für seine Interpretation des Weihnachtsklassikers „White Christmas“ bekannt - bis heute der weltweit meist verkaufte Song nach Elton Johns „Candle in the Wind“. Auch in vielen seiner Filme bewies er sein musikalisches Talent. In dem Klassiker „In High Society“ sang er zum Beispiel gemeinsam mit Grace Kelly (links) ein Duett. Für ihren Song „True Love“ heimsten die Beiden sogar eine Oscar-Nominierung ein.

Foto: picture-alliance

Michael Jackson - 350 Mio. bis eine Milliarde verkaufte Platten

Viel Spielraum für den King of Pop. Als Persönlichkeit umstritten, als Künstler verehrt. Michael Jackson revolutionierte mit seiner Stimme, seinem Style und seinen Tanzeinlagen die Musikwelt. Sein Album „Thriller“ ist auch 30 Jahren nach Erscheinen immer noch das meistverkaufte Album aller Zeiten (60 Millionen Exemplare). Weitere Kassenschlager waren seine Alben „Bad“ und „Dangerous“ - Jackson benötigte nur neun Alben für diese unfassbaren Verkaufszahlen. Nach einer Pause wollte er 2009 eine letzte Konzertserie starten. Nur 18 Tage vor deren Beginn starb er.

Foto: ap

The Beatles - 600 Mio. bis eine Milliarde verkaufte Platten

Auf dem ersten Platz landen gleich fünf Personen. Zum einen: die Beatles. Hits wie „Yesterday“, „Help“, „Yellow Submarine“ oder „Let it be“ machten George Harrison, Ringo Starr, Paul McCartney und John Lennon (von links nach rechts) weltberühmt. Die legendäre englische Band verkaufte bis heute zwischen 600 Millionen und einer Milliarde Platten. Gleich drei ihrer Alben - „Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band“, „1“ und „Abbey Road“ - kommen in den Top 20 der meistverkauften Alben der Musikgeschichte vor. Dabei spielte die Band nur sieben Jahre zusammen, bevor sie sich auflöste. Gerade ihre späteren Alben zählen zu den einflussreichsten Musikalben überhaupt.

Teilen müssen sich die vier Pilzköpfe den ersten Platz mit...

Foto: dpa

Elvis Presley - 600 Mio. bis eine Milliarde verkaufte Platten

... dem King of Rock. Elvis Presley ist der erfolgreichste Solo-Künstler aller Zeiten. Sein Hüftschwung verzückte die Frauen, seine Mischung aus Rock, Pop, Gospel, Country und Blues begeisterte die ganze Welt. Mit Rockabilly erfand der King auch noch seinen eigenen Sound. 1977 starb der Sänger im Alter von nur 42 Jahren in Memphis, Tennessee. Die genauen Umstände sind bis heute nicht klar. Und ebenfalls bis heute hält sich der Mythos, Elvis sei gar nicht tot.

Foto: dapd

Gibson-Gitarren

Der König der Klampfen

von Rüdiger Kiani-Kreß

Der Bremer ist die Sorte Selfmademan, der es in vier Jahrzehnten mit viel Aggressivität zum Milliardär gebracht hat. Noch nicht volljährig, nahm er 1971 den Schnulzensänger Bernd Clüver („Der Junge mit der Mundharmonika“) als Manager unter seine Fittiche. Zwei Jahre später, während des Studiums, das er später sausen ließ, gründete er die Konzertagentur KPS.

Seinen größten Coup landete er 1996 mit dem Kauf des defizitären Ticketvermarkters Computer Ticket Service (CTS). Schulenberg witterte als einer der Ersten das große Geschäft rund um Musik- und sonstige Events. Er brachte den Laden in Schwung und 2000 als CTS Eventim an die Börse.

Der Drang nach immer mehr Macht gehört zu Schulenberg wie die Eintrittskarte zum Konzert. Als er 2011 den größten heimischen Konkurrenten Ticket Online übernahm, ahnten Wettbewerber das Unheil. Das Bundeskartellamt urteilte zwar, „dass CTS Eventim durch den Zusammenschluss insbesondere auf dem Markt für elektronische Ticketsysteme hohe Marktanteile erreichen wird, die eine marktbeherrschende Stellung möglich erscheinen lassen“. Dagegen vorzugehen lehnte es jedoch ab, auch weil Schulenberg den Anteil am Hamburger Konkurrenten FKP Scorpio Konzertproduktionen auf 45 Prozent reduzierte.

Doch Schulenberg wäre nicht er selbst, überließe er sein Stammgeschäft Konzert- und Tour-Management der Konkurrenz. Also übernahm CTS Eventim im Laufe der Jahre die Creme der deutschen Veranstalter wie die renommierte Marek Lieberberg Konzertagentur (MLK) in Frankfurt.

Der Übernahmezug machte Schulenberg auch zum Herrscher über die immer zahlreicheren Musikfestivals in Deutschland wie Rock am Ring. „Nicht nur wesentliche Teile des deutschen Tour- und Konzertgeschäfts, sondern auch mindestens 16 der 20 größten deutschen Musikfestivals sind damit praktisch in der Hand eines einzigen Unternehmens“, sagt Branchenkenner Seliger.

Ticketexperte Trippe ergänzt: „CTS Eventim geht es darum, möglichst viele Stufen der Wertschöpfungskette zu verknüpfen und zu kontrollieren: vom Veranstalten eigener Events, als Betreiber von Spielstätten bis zum Verkauf der Eintrittskarten.“

Freibrief vom Kartellamt

Ein Ende dieser Wertschöpfungskette scheint nicht in Sicht. Zurzeit buhlt CTS Eventim mit dem Berliner Konzertveranstalter Deutsche Entertainment um die Pacht der Berliner Waldbühne. Schulenberg sicherte sich 2009 den Betrieb der traditionsreichen Freilichtbühne, die die Nazis zu den Olympischen Spielen 1936 anlegen ließen. Sie ist nicht die einstige Location, die CTS Eventim betreibt. Seit 2011 betreibt CTS auch den Berliner Eventtempel Tempodrom (gut 3.000 Plätze). 2012 kamen das weltbekannte Hammersmith Apollo (knapp 8.700 Plätze) in London und die Lanxess Arena in Köln (bis zu 20.000 Plätze) dazu.

Auch hier kann CTS Eventim auf die Gnade des Bundeskartellamtes bauen, das in der Marktmacht quer durch das Veranstaltungsbusiness noch immer keine Gefahr für den Wettbewerb sieht. Die Bonner Beamten prüften die Frage, ob CTS Eventim seine Marktposition missbraucht, indem das Unternehmen konkurrierende Veranstalter von der Lanxess Arena fernhält oder durch schlechtere Buchungsbedingungen behindert. Und das Amt prüft, ob CTS Eventim Druck auf Fremdveranstalter ausübt, um den Ticketvertrieb aller dort stattfindenden Veranstaltungen an sich zu reißen.

Die Antwort des Bundeskartellamtes fiel im Sinne von CTS aus: „Die mit hoher Wahrscheinlichkeit bestehenden marktbeherrschenden Stellungen von Eventim im Veranstalter-Markt und im Ticketvertriebsmarkt werden durch den Erwerb der Lanxess Arena nicht verstärkt.“ Es gebe ja für Veranstalter genug Ausweichmöglichkeiten zur Lanxess Arena, etwa die König-Pilsener-Arena in Oberhausen. Außerdem erwartet das Amt nicht, dass CTS fremden Veranstaltern vorgeben kann, Tickets nur über das Eventim-System zu vertreiben.

Für Schulenberg ist das wie ein Freibrief, ungehemmt weiter zu wachsen. „Bei uns wird jeder Veranstalter gleich behandelt“, behauptet er, „unabhängig davon, ob er zur Gruppe gehört oder nicht.“

Branchenexperte Trippe schmunzelt darüber nur. „Eventim kann sehr wohl deutlich machen, wer Herr im Hause ist“, sagt er. „Die können mit exklusiven Vorverkaufsaktionen, die den Direktvertrieb und die damit verbundenen Gebührenerlöse forcieren, dafür sorgen, dass lediglich deren Web-Shop oder Callcenter freigeschaltet werden soll.“ Scumeck Sabottka, Chef der Berliner MCT Agentur GmbH, behauptet sogar, „dass Veranstalter, die das Kartengeschäft nicht aus der Hand geben wollen, eine höhere Miete zahlen müssen“.

Sabottka, der die Touren der Bands Rammstein und Kraftwerk organisiert und 2014 den britischen Superstar Robbie Williams sowie die kanadische Indie-Rockgruppe Arcade Fire durch Deutschland schickt, geht darum eigene Wege. So bucht er nicht die von CTS gepachtete Waldbühne, sondern das Amphitheater Wuhlheide im Osten Berlins. Dazu verkauft er die Karten über die Online-Plattform tickets.de, die er 2005 gründete. Vorverkaufsgebühr zehn Prozent, Zusatzkosten: keine.

„Eventim mit ihrem unverschämten Gebührengebaren meide ich wie die Pest“, sagt Sabottka. „Durch jede zu viel gezahlte Gebühr wächst die Kriegskasse der an CTS Eventim gebundenen Tournee- und Konzertveranstalter. Damit erhalten die ihre Monopolstellung.“

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