WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Übernahmeversuch Luxusriese LVMH bietet 14,5 Milliarden Dollar für Tiffany

Die berühmte „blue box“, die Geschenkverpackung für Tiffany-Schmuckstücke im markenrechtlich geschützten türkisen Blau. Quelle: AP

Der französische Luxus-Konzern LVMH will den US-Edeljuwelier Tiffany übernehmen. Eine Konsolidierung im strauchelnden Luxus-Markt könnte auch anderen Premium-Anbietern helfen. Die Anleger jubeln – und hoffen auf mehr.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:

Die milliardenschweren Übernahmepläne des französischen Luxusgüter-Herstellers LVMH für den amerikanischen Edel-Juwelier Tiffany bescheren den Anlegern glänzende Kursgewinne. Nachdem die Franzosen ihre Offerte bestätigten und auch Tiffany ankündigte, das Angebot prüfen zu wollen, schnellte der Kurs des New Yorker Traditionsjuweliers zum Handelsstart am Montag knapp 30 Prozent in die Höhe. Für LVMH wäre es die bislang größte Übernahme. Der weltweit größte Anbieter von Luxusartikeln könnte mit dem Zukauf seine Schmucksparte stärken.

Daher wird die Offerte am Markt auch für LVMH positiv gesehen. Die Aktien der Franzosen legten zwischenzeitlich um bis zu 1,5 Prozent zu. Die Aussicht auf eine Konsolidierung in der Branche trieb zudem die Aktienkurse von weiteren Luxusanbietern.

Der Konzern LVMH ist das Mutterunternehmen von Luxus-Marken wie Louis Vuitton, Fendi, Dior und Givenchy sowie der Champagnermarke Moët & Chandon. Mit der Übernahme würde LVMH sein Schmuck-Angebot erweitern und sein USA-Geschäftstärken. Das „Wall Street Journal“ berichtete von einem Kaufangebot von etwa 14,5 Milliarden Dollar (13 Millionen Euro) oder 120 Dollar pro Aktie. Die Tiffany-Aktie stieg im vorbörslichen New Yorker Handel um 31 Prozent auf 128,81 Dollar.

Mehrere Analysten gehen davon aus, dass Tiffany das Gebot zurückweisen könnte, um den Preis in die Höhe zu treiben. Vorstellbar seien 140 bis 160 Dollar pro Aktie. „Tiffany ist möglicherweise die größte Beute und die einzige globale US-Luxus-Marke“, schrieben die Experten der Investmentbank Jefferies.

Der Vorstoß kommt zu einer Zeit, in der Luxusgüter-Unternehmen wie Tiffany mit stagnierenden Umsätzen zu kämpfen haben. Hintergrund ist die nachlassende Konjunktur in China, die sich auf die Kauffreude chinesischer Touristen auswirkt, die als wichtige Abnehmer von Luxusartikeln gelten. Das bekam auch Tiffany zu spüren. Das Geschäft mit Juwelen hat sich gleichwohl im Luxussektor zu einem zügig wachsenden Geschäftsfeld entwickelt.

Der vor 182 Jahren gegründete Juwelier Tiffany ist weltweit bekannt für seine Geschenk-Kartons im türkisen Tiffany-Blau und seine Rolle im Hollywood-Streifen „Frühstück bei Tiffany“. Das berühmteste Geschäft ist der Flagship-Store in der New Yorker Fifth Avenue.

Tiffany hat einen Börsenwert von etwa 11 Milliarden Euro, die Franzosen von LVMH kommen mit circa 194 Milliarden Euro auf fast 18-mal so viel. Eine Übernahme von Tiffany wäre die bisher größte von LVMH. 2017 etwa bezahlten die Franzosen 7 Milliarden Dollar für die restlichen Anteile von Christian Dior.

Mit Material von dpa, Reuters und AP

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%