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Uhrenhersteller Coronakrise brockt Swatch erstmals Verlust ein

Aufgrund der weltweiten Pandemie müssen die Schweizer einen enormen Umsatzverlust hinnehmen. Erstmals steht nun ein Halbjahresverlust in den Büchern.

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Die staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie haben dem Konzern ein schwieriges Halbjahresgeschäft eingebrockt. Quelle: Reuters

Die Folgen der Coronakrise haben beim Schweizer Uhrenkonzern Swatch zu einem Umsatzkollaps und einem tiefroten Ergebnis geführt. Mit 308 Millionen Franken stand beim weltweit größten Hersteller von hochpreisigen Uhren erstmals in der Firmengeschichte ein Halbjahresverlust in den Büchern.

In der Vorjahresperiode hatte Swatch aus Biel noch einen Gewinn von 415 Millionen Franken eingefahren. Konzernchef Nick Hayek kann aber bereits eine Trendwende erkennen. Im Juni habe Swatch ein positives operatives Ergebnis geschafft, sagte Hayek in einem am Dienstag veröffentlichten Video. In Ländern, in denen der Lockdown aufgehoben worden sei, griffen die Kunden wieder zu. „Wir freuen uns auf eine sehr gute zweite Jahreshälfte, die den Konzern wieder in die Gewinnzone bringen wird“, sagte Hayek.

Nach einem guten Jahresstart hätten die rund um den Globus verhängten staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie den Konzern ab Februar 2020 mit voller Wucht getroffen. Zeitweise seien bis zu 80 Prozent der Geschäfte, die Uhren der eigenen Marken wie Omega, Tissot oder Glashütte Original führen, geschlossen gewesen.

Die ganze Branche litt zudem darunter, dass die wichtigste Kundengruppe, die Chinesen, nicht ins Ausland reisen und einkaufen konnten. Dagegen habe der Online-Vertrieb kräftig zugelegt. Dennoch brach der Umsatz in den ersten sechs Monaten um 46,1 Prozent auf 2,2 Milliarden Franken ein.

Mit Sparmaßnahmen habe Swatch gegengesteuert. So sei der Personalbestand seit Dezember 2019 um 6,5 Prozent auf rund 33.700 Mitarbeiter reduziert worden. Im ersten Halbjahr seien rund 260 Geschäfte für immer geschlossen worden, was zu deutlich weniger Mitarbeiter im Ausland geführt habe. Neben Kurzarbeit habe Swatch auch mit Maßnahmen in den Bereichen Einkauf, Produktion, Marketing und Mieten die Kosten gesenkt. So drückte etwa die Absage von Großereignissen wie die Olympischen Spiele die Werbe-Ausgaben.

Swatch-Chef Hayek geht davon aus, dass sich die Umsatz- und Ertragslage in den kommenden Monaten im Gleichschritt mit den staatlichen Lockerungen rasch verbessern werde. Für das Gesamtjahr 2020 rechnet Hayek mit einem positiven Betriebsergebnis.

ZKB-Analyst Patrik Schwendimann warnte allerdings, dass die Virus-Pandemie zumindest in den kommenden Quartalen eine Rückkehr zu einem normalen Einkaufserlebnis beeinträchtigen dürfte. Dies gelte insbesondere für das Geschäft mit Touristen, das wohl rund 40 Prozent des Konzernumsatzes ausmache. Sein Kollege Rene Weber von der Bank Vontobel wies zudem darauf hin, dass Swatch im Halbjahr Marktanteile verloren habe.

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