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Die Einzelanfertigung einer Weißgold-Polerouter wurde im Mai für 71.120 Schweizer Franken versteigert (M.). Foto: PR

Universal GenèveKann dieses Comeback gelingen?

Beim Namen Universal Genève geraten vor allem ältere Sammler ins Schwärmen. Nun wird das Revival der vergessenen Luxusuhrenmarke vorbereitet, inklusive eigener Werke.Alexander Stilcken 01.12.2025 - 08:31 Uhr

Compax, Tri-Compax, Cabriolet, Pole­router: Die Namen berühmter Uhrenmodelle von Universal Genève klingen versierten Uhrensammlern bis heute in den Ohren. 1894 gegründet, verschaffte man sich bis Mitte des 20. Jahrhunderts mit innovativen Designs und uhrmacherischer Finesse Respekt.

Das Aufkommen der Quarzuhren stellte das Unternehmen wie viele andere vor Probleme, es wurde 1989 an Stelux verkauft, einen Uhrenhändler aus Hongkong. Dann wurde es still – und auch billig.

2023 wurde die Marke gekauft – von keinem Unbekannten: Zusammen mit Investoren erwarb Breitling-Chef Georges Kern den großen Namen. Mit den Private-Equity-Größen Partners Group und CVC Capital Partners hat er bereits die Fliegeruhrenmarke zu neuer Größe geführt. Nun folgt Universal, preislich sogar noch oberhalb von Breitling positioniert, wie er der WirtschaftsWoche verriet.

Uhren, auf den Leib geschneidert: Seit 1963 benutzt Universal Genève den Markenclaim „Couturier de la montre“. Foto: PR

Ob das im ohnehin angespannten Luxusuhrenmarkt funktioniert? Die ersten Serienmodelle kommen zwar erst 2026 in den Handel, doch bereits jetzt wird die Rückkehr strategisch geplant: Im Mai hat das Auktionshaus Phillips eine nagelneue Polerouter ­versteigert. Das Modell aus der Feder des Designers Gérald Genta gilt als eines der wichtigsten der Marke, die weißgoldene Variante, ein Unikat, gibt einen Vorgeschmack auf Serienuhren und testet den Markt.

Lag der Schätzpreis bei 25.000 bis 50.000 Schweizer Franken, fiel der Hammer schließlich bei 71 120 Franken. Ein Rekord für dieses Modell, dabei sind solche Ausreißer bei einem Einzelstück auch nicht un­gewöhnlich. Die Marke jedenfalls hatten Liebhaber historischer Zeitmesser mit aufwendigen Werken wie den Tri-Compax-Chronografen immer im Blick, die Vintagepreise liegen allerdings weit unter solchen Summen. Ob die Neuinterpretationen Konkurrenten wie Cartier und Jaeger-LeCoultre ausstechen werden, muss sich zeigen. Experten trauen Marketingprofi Kern nach jahrzehntelanger Erfahrung bei IWC und Breitling zu, den Spagat hinzubekommen.

Die Tri-Compax von Universal Genève. Foto: PR

Eine Homepage ist bereits freigeschaltet, die über den einstigen Couturier de la montre (so ein alter Marketingclaim) informiert. Dort werden auch die drei Unikate präsentiert, von denen zwei ins Archiv wandern und das dritte für einen guten Zweck versteigert wurde. Entscheidend fürs gelungene Comeback wird, dem Anspruch einer Vollmanufaktur mit maßgefertigten Uhrwerken gerecht zu werden. Das ist heute das, was unter Sammlern für Respekt sorgt. Die versteigerte Polerouter mit neuem Mikrorotorwerk, einer Tradition des Hauses, macht Freude auf mehr.

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