Online-Handel: Zalando mit Gewinnsprung – Umsatzwachstum zieht an
Eine robuste Nachfrage und steigende Kundenzahlen haben Europas größtem Online-Modehändler Zalando zum Jahresstart einen Gewinnsprung beschert. „Das Wachstum wurde durch einen erfolgreichen Saisonschlussverkauf und einen vielversprechenden Start in die Frühjahrs-/Sommersaison angetrieben“, sagte David Schröder, Co-Chef von Zalando, am Dienstag. Außerdem habe die Zahl der Kunden einen Höchststand erreicht. Das Firmenkundengeschäft wachse weiter prozentual zweistellig.
Über die Sparte „Zeos“ stellt Zalando Unternehmen für deren Online-Shops unter anderem seine Logistik-Infrastruktur zur Verfügung. Dieses Angebot soll mit der Shop-Software „Scalye“ abgerundet werden, die im Rahmen der 1,13 Milliarden Euro schweren Übernahme von About You ins Portfolio aufgenommen wird.
Zalando hat sich nach eigenen Angaben mehr als 90 Prozent der Anteile an dem Rivalen gesichert. Die restlichen Aktionäre sollen zwangsabgefunden werden.
Markenware statt Billig-Produkte
Im Privatkundengeschäft setzt Zalando weiter auf Markenartikel und Lifestyle-Produkte. Diese Angebote würden kontinuierlich ausgebaut - „mit einer Kombination aus einem umfangreicheren Sortiment, Beratungsfunktionen, personalisierten Inspirationselementen und höchstem Komfort.“ Das Unternehmen hatte in den vergangenen Monaten mehrfach betont, nicht mit Billig-Anbietern wie dem chinesischen Konzern Shein konkurrieren zu wollen.
Für eine engere Kundenbindung setzt der Berliner Dax-Konzern zudem auf sein Bonusprogramm „Zalando Plus“, für das sich bereits über 15 Prozent der Kunden angemeldet hätten. Das langfristige Ziel sei, die Mehrheit der Kunden hierfür zu gewinnen. „Erste Daten zeigen vielversprechende Fortschritte.“
Betriebsgewinn steigt deutlich – Jahresziele bestätigt
Der bereinigte operative Gewinn stieg im ersten Quartal den Angaben zufolge um rund 65 Prozent auf 46,7 Millionen Euro und der Konzernumsatz um überraschend deutliche knapp acht Prozent auf 2,42 Milliarden Euro. Das über die Plattform gehandelte Warenvolumen (GMV) wuchs um 6,5 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro. Die Zahl der aktiven Kunden erreichte einen Wert von 52,4 Millionen.
Auf dieser Basis bekräftigte Zalando die Gesamtjahresziele. Der Konzern peilt ein Plus bei Umsatz und GMV von jeweils vier bis neun Prozent an. Der Betriebsgewinn werde voraussichtlich zwischen 530 und 590 Millionen Euro liegen.
„Die vorgelegten Zahlen sehen auf den ersten Blick besser aus als erwartet“, kommentierte ein Börsianer. Zalando-Aktien stiegen vorbörslich um knapp zwei Prozent.
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