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LuxusproblemeDie Saks-Insolvenz hat Folgen für Beiersdorf, Chanel und LVMH

Der Absturz von Saks trifft auch die Geschäftspartner des US-Warenhauskonzerns. Für Luxushäuser wie Kering, Armani und Co. geht es um Millionen.Henryk Hielscher 17.01.2026 - 09:10 Uhr
Die Flaggschiff-Filiale von Saks Fifth Avenue in New York galt lange als erste Einkaufsadresse der High Society. Foto: REUTERS

Kaum ein Jahr nach seiner Gründung ist der US-Luxuskaufhaus-Riese Saks Global unter seiner Schuldenlast zusammengebrochen. Der Eigentümer der traditionsreichen Ketten Saks Fifth Avenue, Bergdorf Goodman und Neiman Marcus beantragte ein Restrukturierungsverfahren gemäß „Chapter 11“ des US-Insolvenzrechts.

Es ist eine der größten Insolvenzen im US-Einzelhandel seit der Corona-Pandemie – und die Auswirkungen werden auch zahlreiche Geschäftspartner des Konzerns spüren.

Laut US-Gerichtunterlagen gehören fast alle großen, internationalen Luxusmarken zu den Gläubigern von Saks Global. Allen voran die Mode- und Kosmetikmarke Chanel, deren offene und unbesicherte Forderungen gegenüber Saks rund 136 Millionen Dollar betragen sollen.

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Teuer könnte die Saks-Insolvenz auch für die Kering-Gruppe werden, zu deren Portfolio Marken wie Gucci, Saint Laurent, Bottega Veneta, Balenciaga, Alexander McQueen und Brioni gehören. Laut einer Gläubigerliste, die als Teil des Chapter-11-Antrags eingereicht wurde, hat Saks allein bei Kering Außenstände in Höhe von knapp 60 Millionen Dollar.

Gläubiger Nr. 11: Die Beiersdorf AG

Bei der Schweizer Compagnie Financière Richemont (Cartier, Montblanc) stehen demnach rund 30 Millionen Dollar im Feuer und beim französischen Luxusweltmarktführer LVMH Moët Hennessy Louis Vuitton rund 26 Millionen Dollar. Für den italienischen Anzugschneider Ermenegildo Zegna geht es um einen ähnlichen Betrag, beim Wettbewerber Giorgio Armani dagegen nur um rund 11 Millionen Dollar. Auch Burberry (9,5 Millionen Dollar), Brunello Cucinelli (21,3 Millionen Dollar) und Estée Lauder (16 Millionen Dollar) zählen demnach zu den 30 größten Saks-Gläubigern. Ebenso wie die deutsche Beiersdorf AG.

Die Hamburger sind zwar als Nivea-Hersteller bekannt, mischen über ihre Tochtergesellschaft La Prairie aber auch im Luxushautpflegemarkt mit. Dies dürfte auch der Grund dafür sein, dass Beiersdorf mit ungesicherten Forderungen in Höhe von rund 22,2 Millionen Dollar in der Saks-Gläubigerliste auf Platz 11 auftaucht. „Zu laufenden rechtlichen Verfahren äußern wir uns grundsätzlich nicht“, heißt es dazu aus Hamburg.

Saks Global war 2024 aus der Fusion der US-Luxuskaufhausketten Saks Fifth Avenue und Neiman Marcus entstanden. Der 2,7 Milliarden Dollar schwere Deal wurde mit rund zwei Milliarden Dollar an Schulden finanziert sowie mit Kapital von Investoren wie Amazon, Salesforce und Authentic Brands. Doch die Pläne gingen nicht auf. Das Unternehmen soll zuletzt auch unter Druck geraten sein, weil die Konkurrenz durch Online-Shops zugenommen hat und Luxusmarken begannen, zunehmend Artikel über ihre eigenen Geschäfte zu verkaufen.

Um an Geld zu kommen, verkaufte der Konzern die Immobilie des Neiman-Marcus-Ladens in Beverly Hills und versuchte, eine Minderheitsbeteiligung an der exklusiven Kette Bergdorf Goodman zu veräußern. Ende Dezember verpasste das Unternehmen eine Zinszahlung über mehr als 100 Millionen Dollar.

Im Zuge der Sanierung wurde nun mit Geoffroy van Raemdonck, dem früheren Chef von Neiman Marcus, ein neuer Konzernlenker ernannt. Er ersetzt Richard Baker, der die Strategie der Zukäufe vorangetrieben hatte, die zu dem Schuldenberg des Konzerns führte. Baker ist auch in Deutschland kein Unbekannter: Ihm gehört über seine Investmentgesellschaft NRDC auch die Mehrheit am angeschlagenen Warenhauskonzern Galeria. Bereits vor der Fusion mit Karstadt war er über die kanadische Handelskette Hudson's Bay (HBC) für einige Jahre Miteigentümer von Galeria Kaufhof.

Der Betrieb in den US-Kaufhäusern soll nun zunächst weiterlaufen. Dafür sicherte sich Saks Global ein Finanzierungspaket über 1,75 Milliarden Dollar.

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