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Autozulieferer Sanierungsexperte soll Leoni-Gläubiger beruhigen

Der Zulieferer Leoni holt den Sanierungsexperten Hans-Joachim Ziems an Bord. Er gilt als Mann für schwierige Fälle. So will man Gläubiger beruhigen.

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Die Aussicht auf eine Lösung ließ die gebeutelte Leoni-Aktie um sechs Prozent steigen. Quelle: dpa

München Der angeschlagene Autozulieferer Leoni holt Insidern zufolge den Sanierungsexperten Hans-Joachim Ziems als Berater an Bord. Damit wolle der in Geldnot geratene Nürnberger Konzern die Gläubiger beruhigen, sagten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag.

Mit Banken und Kreditversicherern hatte sich Leoni am Montag in Frankfurt getroffen. Diese wollten nun vorerst stillhalten, weil Leoni ihnen die größten Sorgen über die finanzielle Lage nehmen konnte, wie es in Finanzkreisen hieß. Ein Leoni-Sprecher sagte nur, das Unternehmen führe „konstruktive Gespräche“ mit den Kreditgebern.

Zuerst hatte die „WirtschaftsWoche“ darüber berichtet. Die Aussicht auf eine Lösung ließ die gebeutelte Leoni-Aktie um sechs Prozent steigen.

Der Kölner Unternehmensberater Ziems gilt als Mann für schwierige Fälle. Er hat in den vergangenen Jahren bereits die Werkstattkette A.T.U, den Immobilieninvestor IVG, den Holzverarbeiter Pfleiderer und den Antennen-Konzern Kathrein saniert, zum Teil auch als Restrukturierungsvorstand. In den Leoni-Vorstand solle er aber nicht einziehen, sagte einer der Insider. Die Banken erwarteten, dass er Leoni grundlegend durchleuchte und überprüfe, ob die Pläne von Vorstandschef Aldo Kamper umsetzbar sind, sagte ein anderer Kenner der Gespräche. Die Bemühungen um frische Finanzmittel lägen so lange auf Eis.

„Wir sind mit Unterstützung unserer Kreditgeber weiterhin auf gutem Weg, das volle Potenzial des Performance- und Strategieprogramms 'Value21' zu erschließen“, sagte der Leoni-Sprecher. Kamper will den Konzern aufspalten und die gesamte Draht- und Kabel-Sparte loswerden, um frisches Geld in die Kasse zu spülen. Management-Fehler und operative Probleme hatten Leoni in finanzielle Engpässe gebracht. Das Kabel-Segment, das für knapp 40 Prozent des Umsatzes steht und auch Geschäft mit der Elektroindustrie, der Medizintechnik und dem Anlagenbau macht, soll verkauft oder an die Börse gebracht werden. Leoni will sich ganz auf die Produktion von Bordnetzen (Kabelbäumen) für die Autoindustrie konzentrieren.

Mehr: Derzeit geht es allen deutschen Auto-Zulieferern schlecht. Auch Schaeffler ist betroffen. Das ist eine Folge der globalen Auto-Krise.

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