Beiersdorf: Nivea hübscht Beiersdorf-Gewinn auf
Beiersdorf konnte in der zweiten Jahreshälfte deutlich zulegen. Gut liefen zuletzt vor allem die Verkäufe von Kosmetika und Shampoos in Amerika und Osteuropa.
Foto: dpaDer Nivea-Hersteller Beiersdorf aus Hamburg hat sein zuletzt eingedampftes Umsatzziel für 2015 erreicht. „Beiersdorf hat im Jahresverlauf kontinuierlich an Fahrt gewonnen und insbesondere in der zweiten Jahreshälfte deutlich zugelegt“, sagte Vorstandschef Stefan Heidenreich vor wenigen Wochen. Der Firmenlenker, der am Mittwoch die Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr konkretisiert, gab sich seinerzeit zuversichtlich. „Wir haben eine gute Basis geschaffen, um auch 2016 trotz anhaltend schwieriger Rahmenbedingungen wirtschaftlich erfolgreich zu sein.“
Platz 9: Bosch
Eine gemeinsame Untersuchung von MDR-Werbung und dem IMK Institut für angewandte Marketing- und Kommunikationsforschung hat 3.000 Menschen in Ost und West nach ihrem Markenvertrauen befragt. Die Angesprochenen sollten spontan sagen, welcher Marke sie am meisten vertrauen und warum. Die erstmals erhobene Studie enthält mehr als 90.000 Statements, Insgesamt sind über 1.700 Marken genannt worden. Die Auswertung stellte schließlich ein Ranking der zehn aus deutscher Sicht vertrauenswürdigsten Marken zusammen. Beziehungsweise: Der Top 9. Das Familienunternehmen Bosch, von 1,5 Prozent der Befragten spontan genannt, liegt nämlich gleichauf mit ...
Quelle: MDR-Werbung und IMK Institut für angewandte Marketing- und Kommunikationsforschung
Foto: dpaPlatz 9: Dr. Oetker
... Dr. Oetker. Auch der Lebensmittelhersteller aus Bielefeld schafft Deutschlandweit bei 1,5 Prozent der Menschen das meiste Vertrauen. Als Indikator für Markenvertrauen nannten Befragte Qualität (für 15,9 Prozent) und gute Erfahrungen, beziehungsweise Zufriedenheit mit einer Marke (16,7 Prozent) – mit weitem Abstand als wichtigstes Kriterium gilt aber die Tradition einer Marke (25,6 Prozent). Nur wer sich lange am Markt bewährt hat, dem wird wirklich Vertrauen entgegengebracht. „Die spontane Benennung ist die härteste Währung die es gibt, denn es schaffen nur die Marken in die Köpfe und Herzen der Verbraucher, die über ein Maximum an Strahlkraft verfügen“, sagt MDRW-Geschäftsführer Niels N. von Haken über die Ergebnisse der bevölkerungsrepräsentativen Umfrage.
Foto: dpaPlatz 8: Mercedes-Benz
So wie die Automarke Mercedes-Benz (1,8 Prozent), weltweit berühmt vor allem für seine Oberklasse-Modelle und hier bis Ende der 1980er-Jahre in Deutschland und international praktisch ohne Konkurrenz. Hinzu kommt das starke Engagement im Motorsport, insbesondere in der Formel 1. Mercedes schafft es so als eine von lediglich zwei Automarken ins Ranking.
Foto: dpaPlatz 7: Miele
Bereits seit vier Generationen ist der 1899 gegründete Haushaltsgeräte-Hersteller aus Gütersloh in Besitz der Familien Miele und Zinkmann. Zur Jahrtausendwende stieg das Unternehmen, 1929 Hersteller der ersten elektrische Geschirrspülmaschine Europas, mit der Marke Miele zum Erfolgreichsten Elektrohändler Deutschlands auf. 1,9 Prozent vertrauen Deutschlandweit der Marke Miele am meisten.
Foto: APPlatz 6: Volkswagen
Der zweite Autohersteller im Ranking schafft als erste Marke die 2 Prozent. Die Stammmarke des größten Autobauers Europas erreicht damit auf Platz 6 in der Gunst der Deutschen. Mit dem in der Nachkriegszeit zu Weltruhm gelangten „Käfer“, zwischenzeitlich als Auto Synonym für Wirtschaftswunder und die ganze Marke Volkswagen, und dem Golf stellen die Wolfsburger die bis heute zwei meistverkauften Automobilmarken der Welt. Auch der Kampf mit Absatzschwierigkeiten und sinkenden Gewinnen tut der Popularität der Marke bisher offenbar keinen Abbruch.
Foto: dpaPlatz 5: Maggi
Der Fertiggerichte-Produzent Maggi ist einer der Pioniere in der industriellen Lebensmittelproduktion. Begründer Julius Maggi hatte vor allem eine verbesserte Versorgung Arbeiterfamilien im Sinn, 1886 stellte seine Firma bereits die ersten Fertigsuppen her. In Deutschland entging das Unternehmen als ehemaliger „Nationalsozialistischer Musterbetrieb“ nach dem zweiten Weltkrieg nur knapp der Zerschlagung und fusionierte schließlich 1947 mit Nestlé. Vor allem durch seine Werbekampagnen wurde Maggi berühmt: Schon 1886 richtete Firmengründer Julius Maggi persönlich ein eigenes Werbebüro ein, und setzte den damals noch unbekannten 22-jährigen Frank Wedekind als Leiter ein. 2,2 Prozent der Deutschen setzen noch heute ihr vollstes Vertrauen in das Unternehmen.
Foto: dpaPlatz 4: Adidas
Adidas, der heute zweitgrößte Sportartikelhersteller der Welt, begann mit den Brüdern Adolf und Rudolf Dassler, die in der alten Waschküche ihrer Mutter für Athleten maßgeschneiderte Turnschuhe nähten. 1925 produzierte die Gebrüder Dassler Schuhfabrik den ersten reinen Fußball-, 1931 den ersten Tennisschuh. 1949 gründete Adolf Dassler schließlich die heutige Adidas AG und ließ sich die drei Streifen als Markenzeichen patentieren. Weltbekannt wurde die Marke schließlich 1954 als Ausrüster deutschen Nationalmannschaft beim Wunder von Bern. Adidas ist für 2,6 Prozent der Deutschen die vertrauenswürdigste Marke.
Foto: dpaPlatz 3: Apple
Das wertvollste Unternehmen der Welt steht in der Gunst der Deutschen an dritter Stelle. 2,7 Prozent der Befragten halten Apple für die vertrauenswürdigste Marke. Kein Wunder: Seit der Jahrtausendwende präsentierte der lange tief in der Krise steckende Elektronikhersteller sich vor allem auch als Lifestyle-Marke. Die ersten Produkte abseits des traditionellen Computer-Geschäfts, iPod und iPhone, wurden durchschlagende Erfolge. Allerdings steht auf Platz zwei im Ranking ...
Foto: dpaPlatz 2: Samsung
... Erzrivale Samsung. Die Entscheidung fällt alles andere als knapp aus: Mit 4,3 Prozent der Befragten vertrauen den Südkoreanern deutlich mehr Deutsche als Apple. Die Marke Samsung dürfte ihre Beliebtheit vor allem auf Produkte von Samsung Electronics begründen, dem größten Fernseher- und Handyhersteller der Welt.
Foto: dpaPlatz 1: Nivea
Der Sieger in der Konsumenten-Gunst: Mit 4,8 Prozent behauptet sich Nivea als die Marke, der die meisten Deutschen ihr Vertrauen schenken. Die Marke der Beiersdorf AG steht vor allem mit Nivea-Creme in Verbindung, die seit 1911 in Apotheken und Drogerien verkauft wurde. Ihr charakteristisches Nivea-Blau erhielt die Cremedose bereits 1924. „An Nivea lässt sich sehr gut erkennen, dass sich Kontinuität in der Markenführung auszahlt. Nivea ist es gelungen, den Markenkern zu erhalten und die Marke behutsam weiterzuentwickeln“, sagt IMK-Geschäftsführer Sören Schiller.
Foto: dpa
Im Mittelpunkt der Bilanzvorlage dürfte das Abschneiden von Nivea vor allem in Westeuropa stehen, wo die Wachstumserwartungen zuletzt hinter Analystenerwartungen zurückblieb. Neben Aussagen zu weiteren Produktneuheiten dürften zudem eine erste Prognose für das laufende Geschäftsjahr sowie Aussagen zur Dividende interessieren.
Die Gewinnausschüttung hat Beiersdorf seit 2009 trotz operativer Verbesserungen und einer gut gefüllten Kasse unverändert bei 0,70 Euro je Aktie belassen. Die Dividendenrendite ist im Dax-Vergleich unterdurchschnittlich. Aktionäre fordern eine Anhebung. Die im Vorfeld der Bilanzvorlage von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragten Analysten rechnen mit 0,73 Euro je Aktie. Größter Nutznießer der Gewinnausschüttung sind die Tchibo-Erben Herz, die über die Holding Maxingvest gut die Hälfte der Beiersdorf-Aktien bündeln.
Eine neue Gesichtscreme für Männer, eine runderneuerte Haarpflegelinie und erstmals ein eigener Nassrasierer: Beiersdorf hat im vergangenen Jahr viele Neuheiten auf den Markt geworfen. Das schlug sich in den Zahlen nieder: Nach vorläufigen Zahlen stieg der Erlös 2015 organisch um drei Prozent auf 6,7 Milliarden Euro. Beiersdorf produziert Marken wie Nivea, Eucerin oder Tesa. Die Entwicklung der Klebstofftochter Tesa, die zuletzt fast nur noch durch Währungseffekte zulegte, hatte den Henkel-Konkurrenten im November veranlasst, die Prognose für das Umsatzwachstum im Konzern leicht von drei bis fünf Prozent auf drei bis vier Prozent zu senken.
Im Gesamtjahr erzielte Tesa mit 1,14 Milliarden Euro einen Umsatz in etwa auf Vorjahresniveau. Grund für die Wachstumsschwäche der Klebstofftochter waren Schwierigkeiten im Geschäft mit den großen asiatischen Elektronikkonzernen wie Samsung oder Foxconn. Diese Unternehmen beliefert Tesa mit Spezialklebern für Smartphones, Tablets und Fernseher. Ähnliche Schwierigkeiten hat auch der Düsseldorfer Henkel-Konzern mit seiner Klebstoffsparte.
Gut liefen zuletzt jedoch vor allem die Verkäufe von Kosmetika und Shampoos in Amerika und Osteuropa, was den Dax-Konzern im November bei der operativen Rendite (Ebit-Marge) zu mehr Zuversicht ermutigte. Beiersdorf bekräftigte die Prognose, wonach 2015 vom Umsatz „deutlich“ mehr Gewinn übrig bleiben solle.
Im Vorjahr hatte die Rendite bei 13,7 Prozent gelegen. Bereits nach neun Monaten im vergangenen Jahr erreichte Beiersdorf eine Marge von 14,9 Prozent. Und die Kernmarken Nivea, Eucerin und La Prairie gaben nochmals Gas: Den Umsatz mit Konsumgütern steigerte Beiersdorf im Gesamtjahr organisch um 3,6 Prozent, allein im zweiten Halbjahr um 5,7 Prozent.
Besonders gut sei es in Osteuropa gelaufen, teilte der Konzern zum Jahresbeginn mit. Aber auch in Südamerika hat Beiersdorf im Jahresverlauf zulegen können. Im Kernmarkt Europa konnte der Dax-Konzern seine Marktanteile verteidigen, was vor allem mit den zahlreichen Produktneuheiten zusammenhängen dürfte. Zusätzlicher Rückenwind kam insgesamt durch günstige Wechselkurse: Der starke Dollar und der schwache Euro halfen dem Geschäft.
Mit welchem Ergebnis der Nivea-Konzern das vergangene Geschäftsjahr abgeschlossen hat, zeigt sich im Laufe der Bilanzpressekonferenz. Die von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragten Experten erwarten ein operatives Ergebnis (Ebit) von 965 Millionen Euro. Dies wäre ein Zuwachs von 12 Prozent im Vergleich zu den im Vorjahr erzielten und um Sondereffekte bereinigten 861 Millionen Euro.
Herausgerechnet wurden beim Vorjahreswert Wertberichtigungen im China-Geschäft. Inklusive dieser belief sich das Vorjahres-Ebit auf 796 Millionen Euro. Für 2015 rechnen Analysten nicht mit Sondereffekten.