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Chemiekonzern US-Richter weist Bayer-Vergleich in PCB-Verfahren zurück

Eigentlich hatte sich Bayer mit Klägern auf eine Zahlung von 650 Millionen Dollar geeinigt. Doch das Gericht kritisierte die Zahlung als „bescheiden“.

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Der Bayer-Konzern kann eine weitere rechtliche Baustelle in den USA nicht wie erhofft schließen. Eine im Juni im Rahmen eines großen Vergleichspakets mit US-Klägern vereinbarte Einigung wegen angeblich mit der Chemikalie PCB verseuchten Gewässern wurde vom zuständigen Bundesbezirksgericht in Los Angeles zurückgewiesen. Das bestätigte ein Konzernsprecher am Montag. Die Entscheidung des Gerichts war bereits vergangene Woche gefallen.

Der zuständige Richter weigerte sich, dem Kompromiss der Streitparteien zuzustimmen. Er kritisierte unter anderem, dass die vereinbarten Entschädigungszahlungen „bescheiden“ und die Bestimmungen bei künftigen Haftungsfragen „vage“ seien. Bayer erklärte, den Vergleichsentwurf mit den Klägern überarbeiten zu wollen. Das Gericht räumte dafür Zeit bis zum Jahresende ein.

Bayer hatte sich mit den Klägern eigentlich auf eine Zahlung von 650 Millionen Dollar (545 Millionen Euro) zur Beilegung des größten PCB-Verfahrens in den USA geeinigt. Bei dem Rechtsstreit geht es um vor Jahrzehnten entstandene Umweltschäden – ein Teil diverser juristischer Lasten, die Bayer 2018 mit dem rund 63 Milliarden Dollar teuren Kauf des US-Saatgutkonzerns Monsanto übernahm.

In den PCB-Verfahren wird Monsanto vorgeworfen, jahrzehntelang verheerende Folgen der toxischen Schadstoffe für Natur und Lebewesen verschwiegen zu haben. Das Unternehmen sei von 1935 bis 1977 der einzige Hersteller von Polychlorierten Biphenylen (PCB) in den USA gewesen. 1979 wurde die Chemikalie dort verboten. In Deutschland darf PCB seit Ende der 1980er-Jahre nicht mehr verwendet werden.

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    In den USA laufen gegen Bayer noch zahlreiche andere Klagen, die meisten wegen angeblicher Krebsrisiken des Unkrautvernichters Glyphosat.

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