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Drohende Kartellstrafe Thyssenkrupp schließt weitere Finanzrisiken nicht aus

Vergangene Woche hatte Thyssenkrupp eingeräumt, wegen des Kartellverfahrens die bereits gesenkten Jahresziele für das abgelaufene Geschäftsjahr 2017/18 (per Ende September) verfehlt zu haben. Quelle: REUTERS

Wegen einer drohenden Kartellstrafe im Stahlbereich hat Thyssenkrupp bereits verfehlt. Das gab der Industrieriese bereits zu. Nun macht der Compliance-Vorstand klar: Es gibt noch weitere finanzielle Risiken.

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Thyssenkrupp schließt nach den Rückstellungen wegen einer drohenden Kartellstrafe im Stahlbereich weitere Finanzrisiken nicht aus. Zunächst einmal müsse das laufende Verfahren abgewartet werden, sagte Compliance-Vorstand Donatus Kaufmann in einem Interview mit der „Rheinischen Post“. „Richtig ist, dass wir weitere Risiken für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage grundsätzlich nicht ausschließen können.“

Vor gut einer Woche hatte Thyssenkrupp eingeräumt, wegen des Kartellverfahrens die bereits gesenkten Jahresziele für das abgelaufene Geschäftsjahr 2017/18 (per Ende September) verfehlt zu haben. Die Rückstellungen dürften aber nicht als Schuldeingeständnis missverstanden werden, sagte Kaufmann. Zur Höhe wollte er sich nicht äußern. Das Verfahren habe zuletzt an Dynamik gewonnen. Thyssenkrupp habe eine eigene Untersuchung mit einer externen Kanzlei vorangetrieben. „So sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass eine Eintrittswahrscheinlichkeit von mehr als 50 Prozent möglich ist“, erläuterte er die Hintergründe für die Rückstellungen. Die Untersuchungen des Bundeskartellamts bei den Produktgruppen Grobblech und Fachstahl liefen bereits seit längerem.

Als Konsequenz aus dem Verfahren kann sich Kaufmann einen Austritt aus der Wirtschaftsvereinigung Stahl vorstellen. „Dass bei Verbandstreffen ein erhöhtes Risiko für Kartellverstöße besteht, ist uns seit langem klar. Schließlich treffen dort Wettbewerber aufeinander.“ Der Verband habe sich deshalb reformiert und die Satzung angepasst. Nun komme es darauf an, die neuen Regeln auch zu befolgen. „Wenn nicht, werden wir Konsequenzen ziehen.“ Den Verband zu verlassen, sei aber die Ultima Ratio. Thyssenkrupp war bereits mehrfach im Visier des Kartellamts.

Konzernchef Guido Kerkhoff, der erst seit rund vier Monaten den Chefposten übernommen hat, präsentiert am Mittwoch die Bilanz für das abgelaufene Geschäftsjahr 2017/18.

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