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Drucken statt Fräsen 3-D-Druck - Maschinenbau öffnet Tür zur Zukunft

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Jeder kann zum Produzenten werden


Cybervelo Quelle: Presse

Der ehemalige Chefredakteur der US-Zeitschrift "Wired" Chris Anderson glaubt an eine neuer 'Macher-Bewegung', die er in seinem Buch "Makers" beschreib. "Die Auswirkungen der 3D-Druck-Revolution werden größer sein als die Erfindung des Internets", prophezeit er. Der Kreativität und der Produktivität sollen keine Grenzen mehr gesetzt sein.

Kleine Drucker für den Hausgebrauch sind schon für unter 1000 Euro zu haben. Das US-amerikanische Marktforschungsunternehmen Globald Industry Analyst GIA geht in einer Studie aus 2012 davon aus, dass bis zum Jahr 2018 die 3D-Druck-Branche auf weltweit drei Milliarden US-Dollar wachsen soll. Forscher sehen eine neue Fertigungsdemokratie heranwachsen, in der Hobby-Ingenieure und Designer ihren Ideen schnell und einfach im eigentlichen Sinne des Wortes Ausdruck verleihen können.

Rapid Prototyping

Das schnelle Modell aus dem Drucker ist bisher der häufigste Anwendungsbereich für 3D-Drucker. Beim so genannten Rapid Prototyping geht es darum, möglichst schnell eine erste dreidimensionale Version von einem neuen Bauteil zu bekommen. Die Mitarbeiter der Forschungs- und Entwicklungsabteilung von Automobilzulieferer Schaeffler nutzen deshalb seit Jahren den 3D-Druck und setzen ihn im Packaging ein. Der Fachbegriff meint die bestmögliche Anordnung der Komponenten im Motorraum des Fahrzeugs. Was, wo am besten Platz findet, probieren Forscher mit den innerhalb weniger Stunden ausgedruckten Bauteilen aus. Früher mussten sie erst Gussformen entwickeln, dann die neuen Teile gießen - nur um festzustellen, dass das Teil doch nicht passt. Ein immenser Aufwand. Die Modelle aus dem Drucker machen den Prozess kürzer, die Komponenten kommen schneller auf den Markt.

Serienfertigung hält Schaeffler-Sprecher Marcus Brans für kaum denkbar. "Bei dem Null-Fehler-Niveau, das viele unserer Teile halten müssen und den extremen Anforderungen, ist das für mich kaum vorstellbar." Beim Zulieferer ZF Friedrichshafen sieht man das ähnlich. Dort werden 3D-Drucker lediglich vereinzelt in der Entwicklung spezieller elektronischer Module genutzt. "Eine Nutzungs-Ausweitung ist derzeit nicht geplant", lässt Sprecher Martin Demel wissen.

Erst eine Handvoll deutscher Maschinenbauer kommen mit ihren Produkten über den Prototypen-Status hinaus. Zwei davon sind der schwäbische Maschinenbauer Festo aus Esslingen und die Experten für Sondermaschinenbau und Automationstechnik LMD mit Sitz im sauerländischen Lennestadt und Bochum.

Klaus Müller-Lohmeier leitet den neuen Geschäftsbereich Fast Factory bei Festo, der die innovative Produktionstechnik industriell nutzbar machen soll. Traditionell stellt Festo Bauteile in großen Stückzahlen her. “Mit der additiven Fertigung dagegen arbeiten wir nun auch bei Serien von einigen Hundert Stück profitabel”, sagt Müller-Lohmeier. Je kleiner die Stückzahl und je komplizierter das gewünschte Bauteil geformt sei, desto eher rechne sich der 3-D-Druck.

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