Glasspezialist: Schott plant angeblich Börsengang seiner Pharma-Glassparte im September
Der Umsatz von Schott betrug im ersten Halbjahr 449 Millionen Euro.
Foto: dpaDer Mainzer Glasspezialist Schott plant einem Agenturbericht zufolge, seinen Geschäftsbereich für medizinische Glasprodukte im September an die Börse zu bringen. Der Börsengang könnte einer der größten deutschen IPOs werden.
Schott Pharma plant, im Juli mit Analysten über den geplanten Börsengang zu sprechen, sagten mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Bloomberg. Der Geschäftsbereich stellt etwa Glasfläschchen für Impfstoffe her — zu den Kunden gehörten auch Biontech und Moderna mit ihren Covid-19-Impfstoffen.
Die Überlegungen sind noch im Gange, und der Zeitpunkt des möglichen Börsenganges könnte sich noch ändern, heißt es. Eine Sprecherin von Schott lehnte ab, sich zum möglichen Zeitpunkt eines Börsenganges zu äußern. In einem Interview mit Bloomberg sagte der Vorstandsvorsitzende von Schott Pharma, Andreas Reisse, dass die Muttergesellschaft die Marktentwicklung beobachte.
Reisse wollte sich nicht zu einer möglichen Bewertung äußern. Bloomberg News hatte zuvor berichtet, dass Schott Pharma eine Bewertung von etwa 4 Milliarden Dollar erreichen könnte. Inzwischen könnte die Bewertung allerdings niedriger ausfallen, um dem schwierigeren IPO-Umfeld Rechnung zu tragen, hieß es.
„Die Vorbereitungen verlaufen wie geplant. Eine Entscheidung hängt von den Marktbedingungen in der zweiten Hälfte des Jahres 2023 ab“, sagte Reisse und fügte hinzu, dass das Umfeld für einen Börsengang „im Moment relativ stabil” sei.
Schott Pharma hat am Donnerstag erstmals detaillierte Geschäftszahlen vorgelegt, aus denen hervorgeht, dass die Marge im ersten Halbjahr 2023 auf 29 Prozent gestiegen ist und damit über den 28 Prozent liegt, die für den Vorjahreszeitraum angegeben wurden. Der Umsatz betrug im ersten Halbjahr 449 Millionen Euro, 13 Prozent mehr als im Vorjahr.