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Great Wall Motor Chinesen greifen nach Fiat Chrysler

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Marchionne will Fünfjahresplan vorlegen

Fraglich ist aber, ob die Italiener Jeep abgeben. Denn die weltbekannte Geländewagenmarke aus den USA hat sich in den vergangenen Jahren als Lebensversicherung für den italienisch-amerikanischen Konzern erwiesen. Während die Premiumstrategie mit Maserati und Alfa Romeo bislang noch nicht aufgeht, steigt der Absatz von Jeep seit Jahren mit deutlich zweistelligen Raten – und erwirtschaften dabei große Teile des Gewinns von FCA. Ohne diesen Gewinnbringer wäre der Konzern krisenanfälliger.

Es gäbe darum überhaupt keine Eile, schreibt ein Analyst, schließlich sei bei der Marke Jeep im letzten Quartal die Rentabilität um 6,7 Prozent gestiegen. „Es scheint eher unwahrscheinlich, dass FCA auf ein Schlüsselprodukt für die Zukunft verzichten will.“ Die Marke Jeep sei sicher eine der bekanntesten und diejenige, die der Gruppe künftig am meisten Gewinn bringen könne, das sei die übereinstimmende Meinung vieler Experten. Nicht umsonst bemühte sich FCA, die Berichte über eine Übernahme durch Great Wall prompt zu dementieren.

Die offizielle Antwort an die Chinesen kam am Montag aus London, dem Firmensitz des italienisch-amerikanischen Autokonzerns FCA. „Fiat Chrysler Automobiles präzisiert heute, dass es nicht von Great Wall Motors angesprochen worden ist, was die Marke Jeep und andere Geschäftsfelder betrifft“, ließ der Konzern in einem sechszeiligen Kommuniqué mitteilen. Auch diesmal kein Kommentar von FCA, wie schon vor einer Woche, als zum ersten Mal Gerüchte von chinesischen Übernahmeplänen aufkamen.

Wer uns auf der IAA fehlen wird
Internationale Automobil Ausstellung IAA Quelle: dpa
Internationale Automobil Ausstellung IAA Quelle: REUTERS
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Auch bei den Aufsichtsbehörden könnte eine Übernahme der amerikanischen Geländewagenmarke oder gar des Mutterkonzerns FCA auf Skepsis stoßen. Der Staatsrat in Peking hatte vergangene Woche einen strengen Katalog für Auslandsinvestitionen aufgelegt. Und der US-Ausschuss für Auslandsinvestitionen (CFIUS) hatte zuletzt einige Übernahmen amerikanischer Unternehmen durch chinesische Firmen verzögert oder untersagt.

Für Anfang 2018 wird der neue Fünfjahresplan von FCA erwartet. Ein Jahr später will Konzernlenker Marchionne die Italiener verlassen, wie FCA-Präsident John Elkann aus der Agnelli-Familie bestätigt hat. Die Presse in Italien bescheinigt seinem Management uneingeschränktes Lob: „Seine Stärke liegt darin, dass er die Schulden reduziert hat, die Marge erhöht hat, die Produktpalette erweitert und FCA auf alle Märkte von den USA über Europa bis Südamerika gebracht hat“, so Wirtschaftsjournalist Franco Locatelli.

Mit welchem Partner FCA in die Zukunft geht, dürfte Marchionne allerdings noch mitentscheiden. Neben den jüngsten Kaufgerüchten aus China wird in Industriekreisen auch eine Partnerschaft mit General Motors weiter heiß diskutiert.

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