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Industriedienstleister Bilfinger-Aktionäre erhalten Sonderdividende nach Apleona-Verkauf

Der Industriedienstleister hat vom Weiterverkauf seiner ehemaligen Gebäudemanagement-Sparte profitiert. Bilfinger-Aktionäre bekommen eine Sonderdividende.

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Im zweiten Quartal ging es aufwärts im Geschäft des Industriedienstleisters. Quelle: Reuters

Geldsegen für die Bilfinger-Aktionäre: Der Mannheimer Industriedienstleister will den Erlös aus dem Weiterverkauf seiner ehemaligen Gebäudemanagement-Sparte Apleona zum größten Teil an die Anteilseigner ausschütten – aber erst im nächsten Jahr. Dann sollen eine Sonderdividende von 150 Millionen Euro ausgezahlt und ein 100 Millionen Euro schwerer Aktienrückkauf gestartet werden, wie Bilfinger mitteilte.

Der Konzern hatte vor kurzem 458 Millionen Euro überwiesen bekommen, nachdem Apleona vom schwedischen Finanzinvestor EQT an den französischen Konkurrenten PAI Partners verkauft worden war. Die Ausschüttungspläne trieben die Bilfinger-Aktie am Donnerstag um bis zu 9,5 Prozent nach oben.

Bilfinger hatte beim Verkauf der heutigen Apleona an EQT im Jahr 2016 eine Beteiligung von 49 Prozent am Erlös eines späteren Weiterverkaufs – abzüglich Schulden – zusichern lassen. Das Geld ist im zweiten Quartal geflossen.

Apleona zählt 20.000 Mitarbeiter in mehr als 30 Ländern und erwirtschaftet zwei Milliarden Euro Umsatz im Jahr. Der Facility-Manager arbeitet unter anderem für Konzerne wie BMW, Volkswagen, Daimler, BASF, Adidas, Siemens und Lufthansa.

Neben der normalen Dividende sollen die Bilfinger-Aktionäre im nächsten Jahr eine Sonderausschüttung von 3,75 Euro je Aktie bekommen. Das ist etwa doppelt so viel wie Bilfinger als Dividende für 2020 gezahlt hatte (1,88 Euro). Mit dem Aktienrückkauf über 100 Millionen Euro, der in etwa einem Jahr starten soll, könnte Bilfinger zum aktuellen Kurs gut acht Prozent der eigenen Papiere vom Markt nehmen.

Zudem zahlt der Konzern mit dem Geld im Oktober ein Schuldscheindarlehen ein halbes Jahr früher als geplant zurück und nimmt dafür 109 Millionen Euro in die Hand. Der Rest des Apleona-Erlöses – rund 100 Millionen – soll ins Unternehmen fließen. Bilfinger habe mehrere hundert Millionen Euro für Investitionen und Zukäufe zur Verfügung, hieß es in der Mitteilung.

Die Ausschüttung dürfte dem aktivistischen Investor Cevian gefallen, der mit fast 25 Prozent größter Bilfinger-Aktionär ist. Cevian-Partner Eckhard Cordes führt den Aufsichtsrat des Mannheimer Konzerns seit 2014. Die Schweden waren vor rund zehn Jahren eingestiegen, haben aber mit ihrem Investment kein Glück. Der Aktienkurs hat sich trotz des Umbaus vom Baukonzern zum Industriedienstleister seither halbiert.

Im zweiten Quartal ging es aufwärts im Bilfinger-Geschäft: Der Umsatz stieg nach dem Einbruch in der Coronakrise um 29 Prozent auf 977 Millionen Euro. Der Auftragseingang erholte sich mit einem Plus von 16 Prozent auf 1,06 Milliarden Euro. Mit einem Nettogewinn von 13 (2020: minus 60) Millionen Euro kehrte das Unternehmen in die Gewinnzone zurück.

„Die 2020 eingeführten Kostensenkungsprogramme zahlen sich nun aus“, sagte Interims-Chefin Christina Johansson. Sie hob die Erwartungen leicht an: Der Umsatz werde zwar noch deutlich unter dem Niveau des Vorkrisenjahres 2019 liegen, die operative Umsatzrendite (Ebita-Marge) solle aber drei Prozent erreichen. 2019 waren es nur 2,4 Prozent gewesen.

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