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Kohlebergwerk Australische Umweltschützer kritisieren Siemens

Trotz Buschfeuer will sich Australien weiter auf den Kohleabbau konzentrieren – mit der Hilfe von Siemens. Von Umweltschützern kommt scharfe Kritik.

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Aktivisten demonstrieren gegen das geplante Adani-Kohlebergwerk in Australien. Quelle: dpa

Australische Umweltschützer haben Siemens wegen der möglichen Lieferung einer Signalanlage für ein umstrittenes Kohlebergwerk scharf kritisiert. Das Werk wäre verheerend für den Kampf, die Erderwärmung zu begrenzen, sagte der Aktivist Christian Slattery (Australian Conservation Foundation) der Deutschen Presse-Agentur am Freitag. Es würde Milliarden Liter kostbares Grundwasser verschlingen. Zudem würde die Kohlemine im Nordosten des Kontinents den Lebensraum gefährdeter Tiere und das Land der Ureinwohner zerstören, gegen den Willen der Letzteren.

Bergbau spielt in Australien eine wichtige Rolle, besonders für den Export. Premierminister Scott Morrison gilt als Kohle-Förderer. Das Milliardenprojekt des indischen Industriekonzerns Adani wird von Umweltschützern seit Jahren heftig bekämpft. Auch die australischen Grünen haben dagegen protestiert.

Die Welt habe in Australien sehen können, wie der Klimawandel die schlimmsten Buschbrände angeheizt habe, die das Land je erlebt habe, sagte Slattery. Es sei eine Schande, dass sich Siemens für die Unterstützung einer Mine entscheide, die künftige Feuer noch schlimmer machen werde.

„Die Adani-Mine ist das umstrittenste Vorhaben für fossile Brennstoffe in der Geschichte Australiens“, sagte Slattery weiter. Er wies auch daraufhin, dass die Kohle per Schiff über das Great Barrier Reef transportiert würde, das weltgrößte und bereits stark zerstörte Korallenriff.

Adani plant eine Zugstrecke Richtung Hafen, dafür würde Siemens-Technik genutzt. Der Konzern betonte im Dezember, diese Technik helfe, die Züge vor dem Entgleisen zu schützen, was eine saubere Umwelt sichere. 50 Arbeitsplätze würden vor Ort geschaffen. Zwischen dem Minen-Gelände, wo Vorbereitungsarbeiten begonnen haben, und dem Hafen (Abbots Point) liegen etwa 400 Kilometer. Es gibt zum Teil schon eine Zugverbindung von anderen Bergwerken.

Auch die Gesellschaft für bedrohte Völker in Göttingen protestiert gegen das Adani-Vorhaben. Die Mine in Queensland würde die Rechte indigener Völker verletzen. Es geht demnach um das Land der Wangan und Jagalingou. „Wenn die Mine wie geplant in Betrieb geht, werden die Auswirkungen auf die Wangan und Jagalingou katastrophal“, warnte Referentin Yvonne Bangert.

Mehr: Die Brände in Australien bescheren Premierminister Morrison die größte Krise seiner Amtszeit. Das liegt unter anderem an seiner Zuneigung für die Kohleindustrie.

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