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Mainzer UnternehmenBiontech-Impfstoff: Neuer Name, mehr Produktion – und wirksam gegen die Mutation?

Biontech hat gleich mehrere Neuigkeiten rund um seinen Corona-Impfstoff verkündet. Die wohl wichtigste: Das Vakzin soll auch gegen die neue Mutation des Virus wirken. Das will der Hersteller nun belegen.Jürgen Salz 22.12.2020 - 12:25 Uhr

Biontech tauft seinen Impfstoff: Comirnaty heißt das Vakzin, mit dem künftig weltweit Millionen Menschen gespritzt werden.

Foto: imago images

Die ersten Auslieferungen des Corona-Impfstoffs können nach Angaben des Herstellers Biontech noch an diesem Mittwoch starten. Bis Ende des Jahres stünden 12,5 Millionen Dosen für die EU bereit, teilte Biontech-Geschäftsvorstand Sean Marett am Dienstag mit. Biontech hatte für Dienstagvormittag eine Pressekonferenz zu seinem Impfstoff angesetzt.

Dort wurde auch bekannt, dass der Impfstoff statt BNT162b2 jetzt einen neuen Namen bekommt: Comirnaty heißt das Vakzin, mit dem künftig weltweit Millionen Menschen gespritzt werden. Wie der Name zustande kommt, erklärte Sean Marett bei der virtuellen Pressekonferenz: „Comirnaty“ leitet sich von den Begriffen „Covid-19“, „mRNA“ „community“ sowie „immunity“ ab.

Mit besonderer Spannung wurde eine Ankündigung erwartet, ob der Impfstoff auch gegen die neuartige Corona-Variante, die zunächst in Großbritannien entdeckt wurde, helfen würde: Biontech-Chef Ugur Sahin erklärte, dass Comirnaty wahrscheinlich auch gegen die neue, Mutation wirkt. Völlig sicher sein könne er sich da jedoch nicht. Dazu seien Tests nötig, die rund zwei Wochen dauern werden. Danach würden die Ergebnisse „so schnell wie möglich“ publiziert. Sahin erklärte, dass das Spike-Protein, durch das die Viren in die Zellen eindringen, sich auch durch die neue Mutation kaum verändert habe: „99 Prozent des Proteins sehen aus wie zuvor.“ Falls es nötig sein sollte, könnte Biontech seinen Impfstoff innerhalb von sechs Wochen anpassen. Danach muss der neue Impfstoff allerdings noch von den Zulassungsbehörden freigegeben werden.

In nächster Zeit führt Biontech eine Reihe von Studien durch, um die Wirksamkeit seines Impfstoffs weiter zu belegen. 2021 sollen etwa Tests an schwangeren Frauen sowie an Kindern unter 16 Jahren durchgeführt werden. Aktuell ist der Impfstoff erst ab 16 Jahren zugelassen. Bis Februar, so Forschungschefin Özlem Türeci, soll auch klar sein, ob das Vakzin Infektionen unterbinden kann, bei denen keine Symptome auftreten.

Zudem müht sich Biontech, seine Produktion auszubauen. Bislang werden die Impfstoffe für ganz Europa im belgischen Pfizer-Werk in Puurs fertig produziert und abgefüllt. Ab Februar könnte auch die Produktion im hessischen Marburg starten, die ersten Lieferungen sollen zum Ende des ersten Quartals fertig sein. Gleichzeitig sucht Biontech noch nach weiteren Kapazitäten, um mehr Impfstoff produzieren zu können.



Biontech-Chef Sahin erwartet, dass die Menschheit noch rund zehn Jahre mit Coronavirus werde leben müssen: „Es wird lokale Ausbrüche geben.“ Er sei aber optimistisch, dass ein normaleres Leben – etwa ohne Lockdowns – ab Herbst 2021 wieder möglich sein wird. Das so Sahin, hänge natürlich auch davon ab, inwieweit Wettbewerber ihre Impfstoffe auf den Markt bringen können.

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