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Nach Corona-Schock VW stoppt Pläne für neues Werk in der Türkei

Mit der Coronakrise ist der Absatz von Volkswagen eingebrochen. Mit einer schnellen Erholung rechnet man offenbar nicht. Pläne für ein neues Werk wurden gestoppt.

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Der umstrittene Bau eines neuen Werks in der Türkei wurde gestoppt. Quelle: dpa

Der VW-Konzern stoppt die Pläne für den Bau eines neuen Werks in der Türkei. „Hintergrund ist der durch die Corona-Krise erfolgte Einbruch der globalen Automobilnachfrage“, erklärte das Unternehmen am Mittwoch in Wolfsburg. Das Projekt für die Fabrik in Manisa bei Izmir war eigentlich so gut wie beschlossen, hatte aber zuletzt auf Eis gelegen.

„Der Aufbau zusätzlicher Kapazitäten ist daher aus heutiger Sicht nicht notwendig“, erklärte VW. Der Konzern hatte die Milliarden-Investition nach der türkischen Militäroffensive im angrenzenden Syrien im Herbst pausiert und die Entscheidung später mehrfach verschoben. Als erstes hatte die „Automobilwoche“ darüber berichtet. Die Türkei bestätigte die Absage von VW für das Werk.

Das Magazin berichtete außerdem, statt in der angedachten Fabrik in Manisa nahe Izmir in Westanatolien wolle VW den Mittelklassewagen Passat und den baugleichen Skoda Superb in der slowakischen Fabrik Bratislava bauen. Dafür wolle VW zusätzliche Investitionen von einer halben Milliarde Euro bereitstellen. Dazu äußerte sich VW nicht.

Die bisherigen Fertigungsstandorte dieser Modelle in Emden und Kvasiny sollen früheren Informationen zufolge neue Modelle bekommen - Emden wird auf E-Autos umgestellt, das tschechische Skoda-Werk soll künftig SUV bauen.

Ursprünglich hatte der Konzern für rund eine Milliarden Euro in Manisa ein Mehrmarkenwerk mit einer Jahreskapazität von 300.000 Fahrzeugen und rund 4000 Beschäftigten hochziehen wollen. Ende 2020 sollte mit dem Bau begonnen werden, der Produktionsstart wäre dann für 2022 vorgesehen gewesen.

Im Sommer hatte VW-Vorstandschef Herbert Diess Verhandlungen mit dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan geführt. Auch Betriebsratschef Bernd Osterloh hatte sich Berichten zufolge im Juli 2019 mit türkischen Gewerkschaftern getroffen und anschließend grünes Licht gegeben.

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