Nach KBA-Vorwürfen Staatsanwaltschaft prüft Ausweitung der Ermittlungen gegen Daimler

Das KBA geht auch beim Mercedes Vito dem Verdacht der Abgasmanipulation nach. Nun weitet die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen aus.

DüsseldorfDie Staatsanwaltschaft Stuttgart prüft nach neuen Vorwürfen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) gegen Daimler eine Ausweitung ihres Ermittlungsverfahrens. Die Staatsanwälte, die bereits seit 2017 gegen Daimler-Mitarbeiter wegen des Verdacht illegaler Abgasmanipulationen ermitteln, interessieren sich nun auch verstärkt für das Transporter-Modell Mercedes-Benz Vito.

Die Staatsanwaltschaft prüfe, ob sie ihre laufenden Ermittlungen wegen des Verdachts des Betruges und der strafbaren Werbung ausweiten müsse, teilt die Behörde der „Wirtschaftswoche“ auf Anfrage mit.

Grund der möglichen Ausweitung des Ermittlungsverfahrens sind neue KBA-Vorwürfe, das beim Modell Vito illegale Manipulationen der Abgastechnik vermutet. „Das Kraftfahrt-Bundesamt hat wegen des Verdachts einer unzulässigen Abschalteinrichtung für das Daimler-Modell Vito eine amtliche Anhörung eingeleitet“, teilte das dem Kraftfahrt-Bundesamt übergeordnete Bundesverkehrsministerium der „Wirtschaftswoche“ auf Anfrage mit.

Eine amtliche Anhörung der Aufsichtsbehörde ist die letzte Eskalationsstufe vor einem amtlichen Rückruf des Modells. Weil Daimler bereits angekündigt hat, sich mit „allen rechtlichen Mitteln“ gegen die Vorwürfe des KBA zur Wehr zu setzen, rechnen Insider inzwischen mit einem Rechtsstreit zwischen dem Autohersteller und der Behörde.

Daimler-Chef Dieter Zetsche gerät durch die KBA-Vorwürfe unter Druck. Er hatte 2016 gesagt: „Bei uns wird nicht betrogen, bei uns wurden keine Abgaswerte manipuliert“.

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