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Neuausrichtung Thyssenkrupp plant Teilung des Konzerns in zwei Unternehmen

Thyssenkrupp: Teilung des Unternehmens geplant Quelle: dpa

Um den Konzern profitabler zu machen, möchte sich Thyssenkrupp in zwei jeweils als eigenständige, börsennotierte Gesellschaften spalten. Der Konzern wird die Idee am Sonntag dem Aufsichtsrat vorschlagen.

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In einer außerordentlichen Sitzung des Aufsichtsrat des Konzerns am Sonntag wird Thyssenkrupp eine Teilung des Unternehmens vorschlagen. Dadurch sollen „zwei deutlich fokussiertere, leistungsfähigere Unternehmen“ entstehen, wie der Konzern mitteilt. Die Industriegüter- sowie die Werkstoffgeschäfte sollten künftig jeweils als eigenständige, börsennotierte Gesellschaften geführt werden. Durch diese Neuausrichtung sollen sich dem Vorstand zufolge die Geschäfte besser entwickeln können. Beide Firmenteile sollen weiterhin den Namen „Thyssenkrupp“ tragen.

Die Trennung in zwei Gesellschaften soll als Abspaltung erfolgen. Die Aktionäre sollen dann zwei Aktien halten: eine Aktie der künftigen „Thyssenkrupp Materials AG“ (bisher „thyssenkrupp AG“) sowie auch die Aktie der neuen „Thyssenkrupp Industrials AG“. Zudem werden sie weiterhin 100 Prozent and der „thyssenkrupp Materials AG“ beteiligt, an der „Thyssenkrupp Industrials AG“ zunächst mit einer deutliche Mehrheit. Zu Beginn wird der verbleibende Anteil als Rückbeteiligung von der „Thyssenkrupp Materials AG“ gehalten. Schulden und Pensionsverpflichtungen sollen auf beide Unternehmen verteilt werden. Beide Firmenteile seien so besser mit Kapital ausgestattet.

„Thyssenkrupp Industrials“ soll künftig aus dem Aufzuggeschäft, dem Automobilzulieferergeschäft sowie dem Kernanlagenbau bestehen, „Thyssenkrupp Materials“ aus dem Werkstoffhandel, dem 50-Prozent-Anteil an dem künftigen Stahl-Joint-Venture, den Großwälzlagern und dem Schmiede sowie Marinegeschäft. Über die Details der Teilung will der Konzern nach der Zustimmung des Aufsichtsrats entscheiden. Dies könnte in zwölf bis 18 Monaten der Fall sein.

Die überraschenden Abgänge von Vorstandschef Heinrich Hiesinger und Aufsichtsratschef Ulrich Lehner hatten den Konzern im Sommer in eine tiefe Krise gestürzt. Noch immer machen Thyssenkrupp die Folgen einer milliardenteuren Fehlinvestition zu schaffen. Als Sorgenkind gilt nicht nur die schwächelnde Sparte für Anlagenbau, die vor einer weiteren Umstrukturierung steht. Auch die kurz vor seinem Abgang von Hiesinger eingefädelte Stahlfusion mit Tata ist noch nicht vollzogen.

Zuletzt hatten Aktionäre wie Cevian oder der US-Fonds Elliott Druck auf das Management ausgeübt. Sie forderten einen schnelleren und radikalen Umbau des Konzerns. Beide zurückgetretenen Manager hatten auf Differenzen im Aktionärskreis hingewiesen. Eine Schlüsselrolle kommt bei der Suche nach einer neuen Strategie zudem der Krupp-Stiftung als größtem Einzelaktionär zu.

Die Arbeitnehmervertreter von Thyssenkrupp haben dem Vorstand Rückendeckung für die angestrebte Aufspaltung des Konzerns gegeben. „Die Arbeitnehmervertreter stehen hinter den Plänen des Vorstands“, sagte IG Metall-Sekretär Markus Grolms am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. „Damit wird eine Zerschlagung von Thyssenkrupp verhindert. Einen Ausverkauf von Geschäften wird es nicht geben“, fügte der stellvertretende Chef des Aufsichtsrats hinzu, der nach dem Rücktritt von Ulrich Lehner das Kontrollgremium derzeit leitet.

Anleger reagierten euphorisch auf die Nachricht der Aufspaltung: Zeitweise schossen die Thyssenkrupp-Papiere um rund zehn Prozent auf 22,06 Euro in die Höhe und setzten sich damit an die Spitze im Leitindex Dax. Der schloss bei 12 435,59 Punkten, was dem Kursbarometer einen Gewinn von 0,40 Prozent einbrachte.

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