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Rüstungsindustrie Rheinmetall greift nach Krauss-Maffei-Wegmann

Rheinmetall will Krauss-Maffei-Wegmann kaufen Quelle: AP

Der Rüstungskonzern Rheinmetall will sich mit der Panzerschmiede Krauss-Maffei-Wegmann zusammentun und heizt damit das Fusionsfieber an. Aber ohne die Zustimmung der der Politik geht nichts.

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Der Rüstungskonzern Rheinmetall heizt mit einem Vorstoß bei der „Leopard 2"-Panzerschmiede Krauss-Maffei-Wegmann das Fusionsfieber in der europäischen Branche an. Rheinmetall bestätigte am Montag, Gespräche zu führen über einen möglichen Erwerb einer Beteiligung an dem Unternehmen KNDS und damit mittelbar an der KNDS-Tochter Krauss-Maffei Wegmann. KNDS ist eine gemeinsame Holding des Münchener Familienunternehmens KMW und des französischen Staatskonzerns Nexter. Auch Formen der Kooperation mit KNDS und beziehungsweise KMW seien möglich, erklärte Rheinmetall. Der Ausgang sei offen. Die Düsseldorfer hatten wiederholt Interesse an den Konkurrenten bekundet, mit dem sie unter anderem den Schützenpanzer „Puma“ entwickelten.

KMW wollte sich zu dem Vorstoß nicht äußern. Die Rheinmetall-Aktie legte zeitweise über sechs Prozent zu.

Insidern zufolge hatten sich die beiden deutschen Konzerne bei früheren Anläufen nicht darauf einigen können, wer die Führung übernehmen soll. KMW hatten sich daraufhin den Franzosen zugewandt. Der frühere Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hatte sich für eine Fusion der deutschen Rüstungsschmieden ausgesprochen. Zur deutschen Rüstungsbranche gehört auch Thyssenkrupp, an dessen Geschäften Rheinmetall früher auch schon Interesse angemeldet hatte.

Thysssenkrupp wiederum sieht sich nach den Worten von Vorstandsmitglied Oliver Burkhard in dem Bereich gut aufgestellt, würde sich aber Gesprächen über eine Konsolidierung nicht grundsätzlich verweigern. „Wir haben Thyssenkrupp Marine Systems durch die Übernahme von Atlas Elektronik zu einem ganzheitlichen Systemhaus weiterentwickelt, investieren in unsere Standorte und stellen uns damit stark für den internationalen Wettbewerb auf“, erklärte der Manager. „Das in den Medien aufgeworfene Thema einer Konsolidierung mit einem französischen Partner ist deshalb kein Thema für uns.“

Burkhard bezog sich damit offenbar auf Spekulationen, wonach die französische Staatswerft Naval Group erneut die für ihre U-Boote bekannte Marine-Sparte von Thyssenkrupp ins Visier nehmen könnte. „Wir haben aber immer gesagt, dass wir offen sind für eine Diskussion um eine europäische Konsolidierung des Marineschiffbaus, wenn das wirtschaftlich darstellbar und politisch gewollt ist“, sagte Burkhard. Thyssenkrupp erklärte zudem, aktuell keine Gespräche über eine Konsolidierung des Marineschiffbaus zu führen.

Rheinmetall gab sich zu den Chancen bei KMW zurückhaltend. „Ob die Transaktion rechtlich durchführbar und wirtschaftlich darstellbar ist, wird derzeit vom Vorstand der Rheinmetall AG geprüft und hängt von einer Vielzahl politischer, wirtschaftlicher und regulatorischer Faktoren ab.“ Vom Bundeswirtschaftsministerium war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Die deutsche Rüstungsbranche ist im Vergleich zu US-Branchengrößen wie Lockheed Martin eher kleinteilig aufgestellt. Thyssenkrupp konzentriert sich hier mit rund 6000 Beschäftigten vor allem auf den Bau von U-Booten, Korvetten und Fregatten. Der Rheinmetall-Konzern erzielte zuletzt mit knapp 24.000 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von etwa sechs Milliarden Euro. Etwa die Hälfte davon steuerte die Rüstungssparte mit rund 11.000 Beschäftigten bei. KMW beschäftigt an Standorten unter anderem in Deutschland, Großbritannien, der Türkei und den USA mehr als 4000 Mitarbeiter.

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