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Rüstungskonzern Lockheed Martin spürt Budgetkürzungen

Der größte Kriegsgeräte-Hersteller der Welt, Lockheed Martin, entwickelt sich in diesem Jahr nicht so positiv wie erhofft. Der Konzern leidet unter den zusammengestrichenen Rüstungsausgaben.

Der teuerste Kampf-Jet der Welt wird zum Problem
237 Millionen Dollar kostet der teuerste Kampfjet der Welt: die amerikanische F35 Lightning II, auch Joint Strike Fighter genannt. Zum Vergleich: Den Eurofighter gibt es schon für 100 Millionen Dollar. Dafür soll die F 35 auf feindlichen Radars aber auch nur in der Größe eines Wasserballs auftauchen. Den Super-Jet gibt es in drei Versionen: einen Senkrechtstarter, einen mit Haken zum Starten und Landen auf einem Flugzeugträger sowie eine konventionelle Variante. Quelle: Reuters
2457 F35-Jets haben die USA bestellt, im Jahr 2035 wird der letzte ausgeliefert. Für Kauf und Betrieb müssen sie insgesamt eine Billion Dollar zahlen. Dafür kann der Senkrechtstarter spionieren, bomben und sogar in den Häuserkampf eingreifen. Der Pilot bedient fast keine Knöpfe mehr, im Cockpit funktioniert fast alles wie beim iPad per Touchscreen. Quelle: REUTERS
63 Exemplare hat der texanische Hersteller Lockheed Martin schon ausgeliefert. Doch jetzt zeigt sich: Das Flugzeug ist noch längst nicht kampffähig. Zu viele Probleme sind ungelöst. Die Tanks etwa sind beim F 35 unter der Tarnverkleidung versteckt, das verringert die Reichweite des Flugzeugs dramatisch. Doch aufheben können die USA den Deal nicht mehr. Quelle: Lockheed Martin
Zudem warten die US-Marines dringend auf den Jet, damit sie ihre Harrier-Senkrechtstarter ausmustern können. Den Briten mussten sie schon 74 gebrauchte Maschinen abkaufen, um sie für Ersatzteile auszuschlachten. Quelle: Lockheed Martin
15 Prozent des neuen Flugzeugs stammen vom britischen Rüstungsriesen BAE Systems. Mehrmals hat Großbritannien schon gedroht, aus dem Projekt auszusteigen. Grund ist die Geheimniskrämerei der US-Militärs, sobald es um technische Details des Jets geht, etwa bei der Software. Sie besteht bereits heute aus 24 Millionen Zeilen Code. Und ausgereift ist sie noch lange nicht. Bis dahin vergehen noch Jahre. Quelle: dpa
11 Staaten stehen hinter dem F35-Projekt. Neben den USA und Großbritannien sind dies Italien, die Niederlande, Australien, Kanada, Dänemark, Norwegen, die Türkei, Israel und Singapur. Auch Japan hat inzwischen Interesse am Kauf des neuen Militärjets bekundet. Für die US- Regierung ist es wichtig, möglichst viele Abnehmer zu finden. Dann steigt ihr Anteil an den ohnehin wachsenden Kosten weniger stark. Quelle: Lockheed Martin

Die Budgetkürzungen der US-Regierung setzen dem Rüstungs- und Luftfahrtkonzern Lockheed Martin zu. Der Umsatz fiel im ersten Quartal 2014 zum Vorjahreszeitraum um vier Prozent auf 10,7 Milliarden Dollar, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Das Geschäftsvolumen mit dem US-Militär werde dieses Jahr wohl um sechs Prozent niedriger ausfallen, nachdem es 2013 bereits um vier Prozent zurückgegangen sei.

Lockheed Martin stellt unter anderem F-35-Kampfjets, aber auch Aufklärungs- und Transportflugzeuge, Satelliten sowie Kriegsschiffe her. Das Unternehmen betonte allerdings, dass es im Ausland weiter eine starke Nachfrage gebe. Zusätzliche Bestellungen für den F-35 dürften aus Australien, Südkorea, Israel und Singapur kommen, vermutlich aber nicht mehr dieses Jahr, sagte Lockheed-Finanzchef Bruce Tanner.

Die größten Rüstungsschmieden der Welt
Rüstung Quelle: dapd
Krauss-Maffei Wegmann Quelle: dapd
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ThyssenKrupp Quelle: dpa
 Rheinmetall Quelle: dpa/dpaweb
Thales Quelle: REUTERS
Finmeccanica Quelle: REUTERS

2013 setzte Lockheed Martin über 45 Milliarden US-Dollar um und erzielte damit ein operatives Konzernergebnis (Ebit) von 4,5 Milliarden US-Dollar (2012: 4,4). Fast 80 Prozent des Umsatzes sind dem Militärsegment zuzurechnen. Nach der aktuellen Rangliste des Friedensforschungsinstituts Sipri ist Lockheed Martin der größte Kriegsgeräte-Hersteller der Welt. 2012 stand im Militärbereich des amerikanischen Konzerns 36 Milliarden Dollar in den Büchern. Weltweit arbeiten 120.000 Menschen für das US-Unternehmen.

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