Spezialchemiekonzern: Evonik schreibt nach Umsatzeinbruch Verlust und bestätigt Prognose
Evonik hat im dritten Quartal erneut Verluste gemacht.
Foto: dpaDie Konjunkturflaute in der Chemieindustrie hat Evonik weiter im Griff. Der bereinigte operative Gewinn (Ebitda) fiel im dritten Quartal um 21 Prozent auf 485 Millionen Euro, wie der Spezialchemiekonzern am Dienstag mitteilte. Evonik habe aber besser als im zweiten Quartal abgeschnitten. Der Umsatz brach um 23 Prozent auf rund 4,9 Milliarden Euro ein.
Unter dem Strich machte Evonik wegen der schwächeren Geschäftsentwicklung sowie aufgrund von Wertminderungen für das zum Verkauf gestellte Geschäft mit Superabsorbern, wie sie etwa in Windeln zum Einsatz kommen, einen Verlust von 96 Millionen Euro. „Die konjunkturelle Erholung lässt weltweit auf sich warten“, bilanzierte Evonik-Chef Christian Kullmann.
Die Branche ächzt unter der mauen Konjunktur und hohen Energiepreisen. Der Branchenverband VCI rechnet für 2023 mit einem Rückgang der Produktion. Kullmann hatte bereits Mitte Juli seine Jahresziele wegen der schwachen Nachfrage zusammengestrichen und rechnet nun weiter mit einem bereinigtem Ebitda zwischen 1,6 und 1,8 Milliarden Euro nach 2,5 Milliarden Euro im Jahr zuvor.
Den Umsatz erwartet er zwischen 14 und 16 Milliarden Euro – 2022 waren es noch 18,5 Milliarden Euro. Kullmann hat mit einem Sparprogramm auf den Konjunktureinbruch reagiert. Auch 2024 will der Konzern die Kosten im Auge behalten: „Um unser finanzielles Fundament zu festigen, werden wir auch im kommenden Jahr Investitionen und andere Ausgaben weiter intensiv hinterfragen“, sagte Finanzchefin Maike Schuh.