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US-Konzerne 63 Milliarden Dollar schwerer Deal in der Pharmabranche: AbbVie will Allergan kaufen

Die Konsolidierung in der Pharmabranche nimmt wieder Fahrt auf. Das Übernahmeangebot von AbbVie lässt die Allergan-Aktie sprunghaft steigen.

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Die Aktien des Botox-Anbieters stiegen im vorbörslichen US-Geschäft am Dienstag um 35 Prozent. Quelle: AP

New York Der US-Pharmariese AbbVie greift nach dem Botox-Hersteller Allergan. Der Kaufpreis liege bei rund 63 Milliarden US-Dollar (gut 55 Milliarden Euro), teilte AbbVie am Dienstag mit. Damit geht die Konsolidierung in der Pharmabranche weiter.

Weil die großen Pharmaunternehmen immer weniger aussichtsreiche neue Medikamente in ihrer eigenen Pipleine haben, kaufen sie immer mehr zu. Erst vergangene Woche hat der US-Konzern Pfizer die Übernahme des kleineren Herstellers Array Biopharma für knapp elf Milliarden bekannt gegeben.

Allergan hat seinen Sitz in Dublin und ist vor allem für das Faltenmittel Botox bekannt. Aber das Unternehmen stellt auch verschiedene Augenmittel her.

AbbVie, das 2013 als Abspaltung von Abbott Laboratories entstanden ist, steht kurz vor dem Ablauf seines Patents für das Mittel Humira. Das Medikament für Autoimmunkrankheiten wie Rheuma und Schuppenflechte war 2018 mit 20 Milliarden Dollar das umsatzstärkste Medikament weltweit.

Deshalb ist das Unternehmen mit Sitz in Chicago auf der Suche nach neuen Einnahmequellen. Mit Allergan kauft sich AbbVie einen zusätzlichen Umsatz von 16 Milliarden Dollar.

Die Allergan-Aktionäre sollen je Anteilsschein 0,8660 AbbVie-Aktien und 120,30 Dollar in bar bekommen. Das entspreche gemessen am jüngsten AbbVie-Aktienkurs einem Preis von 188,24 Dollar je Anteilsschein. Am Montag war die Allergan-Aktie mit 129,57 Dollar aus dem Handel gegangen.

Die Allergan-Aktien stiegen daher im vorbörslichen US-Geschäft am Dienstag um 35 Prozent – so stark wie noch nie. AbbVie-Titel rutschten dagegen um 8,6 Prozent ab und standen vor dem größten Tagesverlust seit mehr als einem Jahr.

Bereits vor einigen Jahren hatte Allergan vor der Übernahme durch einen Konkurrenten gestanden. Der US-Pharmakonzern Pfizer wollte im Jahr 2015 stattliche 160 Milliarden Dollar zahlen und den Firmensitz nach Irland verlagern. Der Deal scheiterte allerdings ein Jahr später an einer Verschärfung der US-Steuergesetze.

Mehr: Führende Arzneimittelkonzerne sind mit überraschend kräftigem Wachstum ins Jahr 2019 gestartet. Das bestätigten jetzt jüngste Zahlen aus der US-Pharmabranche.

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