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WaffenherstellerMachtkampf bei Heckler & Koch geht weiter

Nach einem Richterspruch schien der Konflikt zwischen den Eignern des Rüstungskonzerns Heckler & Koch beendet. Doch jetzt deutet alles auf eine erneute Eskalation bei der anstehenden Hauptversammlung hin.Gerhard Hegmann 29.05.2024 - 13:10 Uhr

Ein Bild aus der Zentrale des Rüstungskonzerns Heckler&Koch in Oberndorf, Baden-Württemberg. Foto: dpa

Foto: dpa

Soeben hat Heckler & Koch die Einladung zu seiner Hauptversammlung am 2. Juli im Veranstaltungssaal „Die Pulverfabrik“ in Rottweil veröffentlicht. Tatsächlich haben die Tagesordnungspunkte Sprengkraft. Im Machtkampf zwischen dem früheren Mehrheitsaktionär und Ex-H&K-Chef Andreas Heeschen versucht der jetzige Vorstand und Aufsichtsrat den 63-jährigen Unternehmer juristisch ins Leere laufen zu lassen. In einem Dutzend Tagesordnungspunkte sollen von Heeschen angefochtene Beschlüsse aus den Jahren 2020, 2022 und 2023 nachträglich noch einmal bestätigt werden.

Jahrelanger Konflikt

Formal geht es um Streitigkeiten wie die Entlastung vom Vorstand, Umfang und Besetzung des Aufsichtsrats, die Gewinnverwendung und andere Punkte. Dahinter steht der Konflikt zwischen Heeschen und der Luxemburger Finanzholding CDE mit dem Franzosen Nicolas Walewski sowie Finanzgesellschaften auf Barbados. Strittig ist, ob und wann genau die Stimmrechtsmehrheit von Heeschen an CDE überging. Zwar hat das Oberlandesgericht Frankfurt im Dezember 2023 Heeschen verurteilt, über 90 Prozent seiner H&K-Aktien CDE zu übereignen, aber Heeschen rief mit einer Beschlussmängelklage den Bundesgerichtshof an. „Die Eigentumsfrage an den 15.000.787 H&K AG-Aktien ist damit noch nicht abschließend geklärt“, heißt es im jüngsten Konzernbericht.

Der Konflikt beschäftigt seit Jahren Gerichte und Anwälte in mehreren Instanzen. Die Tagesordnung der Hauptversammlungen des Waffenherstellers sind durch juristische Kniffe geprägt – und prompt folgen Anfechtungsklagen. Dabei erwartet H&K nach einem stagnierenden Umsatz von 301 Millionen Euro in 2023 in diesem Jahr wieder höhere Erlöse. Das operative Ergebnis wird jedoch nochmals etwas niedriger ausfallen, heißt es in der Prognose. H&K verzeichnete 2023 vor allem Rückgänge im großen US-Zivilmarkt. In diesem Jahr will H&K vom Ukraine-Krieg mit mehr Aufträgen profitieren.

Als H&K jüngst seine Eckzahlen vorlegte, wurde in der Pressemitteilung vom Vorschlag einer um 50 Prozent erhöhten Dividende berichtet. Das klingt gewaltig. Tatsächlich soll die Dividende von vier auf sechs Cent je Aktie steigen. Das summiert sich insgesamt auf lediglich gut zwei Millionen Euro Ausschüttung.

Lesen Sie auch: Zu welchen internen Maßnahmen sich Heckler&Koch nach dem Beginn des Ukraine-Kriegs gezwungen sah

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