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ZuliefererKnorr-Bremse verbucht Rekordbestellungen – Aktie steigt

Die Auftragslage des Zulieferers ist so gut wie nie zuvor. Allerdings kämpft der Konzern mit hohen Preisen und gestörten Lieferketten. 10.11.2022 - 14:33 Uhr

In den ersten neun Monaten sammelte das Unternehmen Bestellungen im Gesamtwert von 5,9 Milliarden Euro ein.

Foto: dpa

Der Münchner Zug- und Lkw-Zulieferer Knorr-Bremse hat so viele Aufträge in seinen Büchern stehen wie nie zuvor. In den ersten neun Monaten sammelte das Unternehmen, das Bremssysteme für Schienen- und Nutzfahrzeuge herstellt, Bestellungen im Gesamtwert von 5,9 Milliarden Euro ein – 17,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Ende September erreichte der Auftragsbestand den Rekordwert von 6,9 Milliarden Euro. Vor allem das Schienengeschäft laufe gut, hieß es in der Mitteilung vom Donnerstag.

An der Börse kamen die Zahlen gut an: Die Aktie legte um 8,3 Prozent auf 52 Euro zu und führte damit die Gewinnerliste im MDax an. DZ-Bank-Analyst Holger Schmidt sprach von soliden Ergebnissen im dritten Quartal: Umsatz und bereinigter Betriebsgewinn hätten leicht über den Markterwartungen gelegen, der Auftragseingang deutlich. „Diesmal keine negativen Überraschungen“, urteilte auch Marc Zeck vom Finanzdienstleister Stifel.

Der Umsatz legte in den ersten neun Monaten um vier Prozent auf 5,2 Milliarden Euro zu. Knorr-Bremse profitiert bei den Erlösen insbesondere von der anhaltend starken Nachfrage nach Lastwagen und anderen Nutzfahrzeugen. Auch das Geschäft mit Ersatzteilen laufe gut. Im Schienengeschäft seien rückläufige Umsätze mit Neufahrzeugen durch Ersatzteil-Bestellungen mehr als ausgeglichen worden.

Beim Gewinn bekommt das Unternehmen dagegen die steigenden Preise für Energie und Rohstoffe, den Krieg in der Ukraine und die Folgen der Corona-Pandemie in China zu spüren. In den ersten neun Monaten sank der Betriebsgewinn um ein Fünftel auf 567,6 Millionen Euro. Zudem laufen angesichts der anhaltenden Verwerfungen in der Lieferkette bei Knorr-Bremse die Lager voll.

Das macht sich bei den Barmittelabflüssen bemerkbar, die nach neun Monaten bei 229 Millionen Euro lagen. Interimschef und Finanzvorstand Frank Markus Weber sagte, das Unternehmen lege Wert auf Lieferfähigkeit. „Der Aufbau von Lagerbeständen zur Sicherung der Lieferfähigkeit ist daher auch eine strategische Investition in gute und nachhaltige Kundenbeziehungen.“ Weber führt seit dem Abgang von Jan Mrosik das Unternehmen vorübergehend, bis im Januar der ehemalige Daimler-Manager Marc Llistosella übernimmt.

rtr
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