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10 Jahre iPhone „Das Smartphone ist wie ein Glücksspielautomat“

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„Die Selbst- und die Fremdwahrnehmung klafft ziemlich weit auseinander“

Zu welchem Ergebnis kamen Sie?
Die Selbst- und die Fremdwahrnehmung klafft ziemlich weit auseinander. Jeder Befragte gab zu, dass er auf sein Smartphone schaut, obwohl er in Gesellschaft ist. Die meisten betonten den praktischen Nutzen. Genau so kannte aber auch jeder Befragte Situationen, in denen er sich zurückgelassen fühlte, wenn er etwa mit einer Freundin Kaffeetrinken war und sie sich plötzlich mehr mit ihrem Smartphone beschäftigte als mit ihrem Gegenüber. Durch ein solches Verhalten wird es zunehmend schwieriger, tiefgehende Gespräche aufzubauen. Eine der Befragten sagte, es sei wie ein roter Faden, der immer wieder reißt. Es gibt andere Studien, die zeigen, dass schon die Tatsache, dass ein Smartphone auf dem Tisch liegt, die Atmosphäre beeinflusst.

Das sind die größten Meilensteine des IT-Giganten
Steve Jobs (rechts) und Steve Wozniak Quelle: dpa
Apple II Quelle: AP
Jobs Quelle: AP
1982 - 19841982 holt Jobs den deutschen Designer Hartmut Esslinger und sein Team nach Kalifornien, um das Aussehen der Apple Computer neu zu definieren. Der Apple Macintosh von 1984 ist seitdem ein Stück Designgeschichte. Quelle: dpa
1985Krise bei Apple. Jobs sucht den Machtkampf mit CEO John Sculley, der in Jobs Rauswurf endet. Quelle: dpa
1991: der erste LaptopApple bringt seinen ersten erfolgreichen Laptop auf den Markt, das PowerBook 100. Quelle: AP
PDA Apple Newton Quelle: dpa

Vor der Smartphone-Ära unterbrachen die Menschen auch schon Gespräche, etwa um kurz telefonieren zu gehen.
Wollte man kurz telefonieren, entschuldigte man sich dafür und ging vor die Tür. Das war eine einmalige Unterbrechung des Gesprächs. Heute geschieht das ständig und nicht mehr so explizit, sondern parallel zum Gespräch. Das Verhalten hat sich eingeschliffen.

Also bleibt nur das Smartphone wegzuwerfen, wie es Technologiekritiker fordern?
Nein, so weit würde ich nicht gehen. Technische Neuerungen konfrontieren uns immer mit Veränderungen in unserem Alltag. Das Ausmaß, mit dem die Technik in unser Leben eindringt, wird aktuell stetig größer. Die Frage ist, inwieweit wir zulassen wollen, dass solche Techniken unseren Alltag verändern. Ich persönlich glaube, einige Menschen wären glücklicher, wenn sie ihre Smartphonenutzung einschränken würden. Aber es gleich wegzuwerfen ginge zu weit. Zumal schon andere Technologien warten, etwa Datenbrillen, deren Auswirkungen noch größer sein könnten: Denken Sie nur an Gesichtserkennung, die uns sogleich Informationen über wildfremde Menschen liefert, die wir auf der Straße treffen.

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    Mein Eindruck ist insgesamt, dass die Menschen mit dem Fortschritt der Technik nicht Schritt halten können. Dass wir noch Zeit brauchen, einen anständigen Umgang, Normen und Regelungen zu entwickeln für den Umgang mit solchen Technologien und der Verwendung der Daten, die dabei anfallen. Dem sollten wir uns aber auch stellen. Solche Technologien pauschal aus unserem Leben verbannen zu wollen, sehe ich nicht als zielführend.

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