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Staatskonzern im Umbruch Was 2018 auf die Telekom zukommt

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T-Mobile US mit TV-Mission

Allerdings wird die Telekom damit ihre neuen Freunde ein Stück weit wieder verprellen. Der Konzern hatte zuletzt unter kräftigem Mitwirken von CEO Timotheus Höttges um Kooperationen beim Breitbandausbau geworben. Die Wettbewerber stehen dem auch grundsätzlich positiv gegenüber, allerdings fordern einige, dass die Telekom kein „Super-Vectoring“ anbietet, damit ihre eigenen Investitionen in schnelleres Glasfaser nicht entwertet werden. Auch diesen Konflikt wird Wössner mitaustragen müssen.

Sein Kollege Srini Gopolan hat derweil schon sein erstes Jahr bei der Deutschen Telekom mit Höhen und Tiefen hinter sich. Seit Januar 2017 ist er Europa-Vorstand und musste sich überlegen, was er mit kriselnden Töchtern wie denen in Rumänien, Polen oder Österreich machen soll. Für letztere hat er kurz vor Jahresende noch eine vielversprechende Lösung gefunden. Der  Konzern will  für die Tochter T-Mobile Austria das Kabelnetz von Liberty Global, UPC Austria, für 1,9 Milliarden Euro kaufen.

Markenwerte der wertvollsten Telekommunikationsmarken

Mit UPC könnte die Telekom dann Festnetz, Fernsehen, Internet und Mobilfunk aus einer Hand anbieten – und im scharfen Wettbewerb zu Konkurrenten wieder aufschließen. Allerdings müssend die Kartellbehörden der Übernahme noch zustimmen und dann muss sie noch vollzogen werden. Und wie lange das dauern kann, lässt sich an der Übernahme von Kabel Deutschland durch Vodafone sehen: Jahre. Allerdings ist Österreich deutlich kleiner, daher muss die Integration nicht ganz so lange dauern.

Auch in den Niederlanden hat die Telekom ähnliches vor: Kurz vor Jahresschluss verkündete der Konzern,  die Geschäfte des schwedischen Anbieters Tele2 für 190 Millionen Euro zum großen Teil zu übernehmen. Allerdings wird diese Integration nicht Srini Gopalans Problem sein, die Tochter ist seit einem Jahr nicht mehr Teil des Europa-Geschäfts, sondern gehört zur Sparte Group Development von Telekoms Oberauf- und –verkäufer und Thorsten Langheim.

2018 wird auch aus den USA noch einiges auf die Telekom, zukommen, auch wenn sie dabei  im operativen Geschäft mit Ausnahme der Aufseherfunktion im Board nur zusehen darf.  Die Telekom hält noch rund zwei Drittel der Aktien. Die Tochter steuert fast die Hälfte zum Konzernumsatz bei, ihre Entwicklung ist damit sehr wichtig. Und Mitte Dezember hatte T-Mobile-US-Chef  John Legere seinen nächsten großen Coup angekündigt: den Einstieg ins US-Fernsehgeschäft. Dafür will T-Mobile US den TV-Anbieter Layer3TV übernehmen und darüber einen eigenen Fernsehservice anbieten.

In Zukunft sollen die TV-Dienste über jede mögliche Internetverbindung angeboten werden, auch über den Mobilfunk per App. Legere will all das besser zu machen, was die Kunden bisher an ihren TV-Anbietern stört, etwa den Zwang, lang laufende Verträge abzuschließen. Gleichzeitig will T-Mobile US das Angebot passgenauer auf den jeweiligen Kunden zuschneiden, indem es seine Nutzungsdaten auswertet. Einen Preis für die Übernahme nannten die beiden Unternehmen nicht. Wahrscheinlich wird T-Mobile US sie ohne Zuschuss der Konzernmutter stemmen. Die braucht ihr Geld: 2018 könnte für sie sehr teuer werden.

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