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Telekoms IT-Tochter T-Systems bringt den Chef zum Schweigen

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Das Geschäft wird schwieriger

Tatsächlich investieren deutsche Unternehmen kräftig in die Modernisierung ihrer IT-Systeme, wie jüngste Markterhebungen des Branchenverbands Bitkom zeigen. Die Umsätze rund um Software, Hardware und IT-Dienstleistungen, in denen sich auch die Aufträge aus der digitalen Transformation der Unternehmen niederschlagen, sind 2016 in Deutschland um 3,6 Prozent auf 84 Milliarden Euro gewachsen. Allerdings haben davon bisher nur mittelständische IT-Unternehmen profitiert. Sie konnten ihren Umsatz um durchschnittlich acht Prozent steigern. An den großen Anbietern mit 500 und mehr Mitarbeitern ging der Boom komplett vorbei. Sie melden ein Umsatzminus von durchschnittlich zwei Prozent.

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Der Chef kommt mit

Vor allem das Geschäft mit großen Konzernen wird schwieriger. Die binden sich nicht mehr komplett an einen Anbieter, sondern schreiben einzelne Leistungen getrennt aus, so etwa den Betrieb der IT-Systeme, Unternehmensnetze und mobile Lösungen. Meistens erhalten dann auch verschiedene Unternehmen den Zuschlag. So kann es vorkommen, dass T-Systems zwar die Rechenzentren betreibt, aber Vodafone den Mobilfunk übernimmt und der US-Konzern Verizon das Unternehmensnetzwerk betreut.

Manche Familienunternehmer wollen gar selbst im Geschäft mitmischen. „Ich gehe davon aus, dass die digitalen Geschäftsplattformen, die die Grundlage von Industrie 4.0 sind, eher bei Unternehmen wie uns eingerichtet werden als bei großen IT-Dienstleistern wie Google oder Telekom“, sagte Mathias Kammüller, Chef des schwäbischen Maschinenbauers Trumpf, im vergangenen Jahr.

Selbst bei Zukunftsprojekten der Bundesregierung ist T-Systems nicht mehr gesetzt. Beim von Berlin geförderten „Industrial Data Space“ etwa. Der soll einen sicheren Datenraum für deutsche Industrieunternehmen schaffen. Hinter der Initiative stehen Konzerne wie Thyssenkrupp, Volkswagen, Bayer und Bosch. Auch T-Systems-Konkurrent Atos ist mit von der Partie. Die Telekom werde später beitreten, heißt es in ihrem Umfeld.

Um die Trendwende zu schaffen, will Vorstand Clemens selbst mit gutem Beispiel vorangehen. Das Vertrauen in T-Systems könnten Mitarbeiter nur wiederherstellen, wenn sie weniger intern und mehr beim Kunden unterwegs seien. Bei Bedarf kommt der Chef gleich mit. „Ihr könnt mich für Kundentermine buchen“, verkündete Clemens. Das Jahr 2017 solle schließlich „ganz im Zeichen von Neugeschäft stehen“.

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