US-Chipkonzern Qualcomm lehnt Broadcoms Milliardenangebot ab

Der weltgrößte Hersteller von Handychips hat das Übernahmeangebot seines Konkurrenten Broadcom abgelehnt. Das Angebot für 121 Milliarden Dollar sei eine Unterbewertung.

Konkurrent Broadcom hatte die Offerte für den Chiphersteller um satte 24 Prozent auf mehr als 121 Milliarden Dollar aufgestockt. Quelle: Reuters

New YorkDer US-Chipkonzern Qualcomm hat das erhöhte Übernahmeangebot seines Konkurrenten Broadcom abgelehnt. Auch die Offerte in Höhe von 121 Milliarden Dollar stelle eine erhebliche Unterbewertung dar, teilte Qualcomm am Donnerstag mit. Des weiteren verwies der weltgrößte Hersteller von Handychips erneut auf wettbewerbsrechtliche Risiken im Falle eines Zusammenschlusses.

Zugleich schlug Qualcomm der Gegenseite jedoch ein Treffen vor, um über die „Mängel“ des Vorschlags zu sprechen.

Erst am Montag hatte Broadcom sein Angebot um 24 Prozent aufgestockt. Zugleich erhöhte das Unternehmen mit der verbesserten Offerte den Druck auf Qualcomm, nun entweder die parallel laufende 38 Milliarden Dollar schwere Übernahme des niederländischen Wettbewerbers NXP Semiconductors durchzubringen oder an den Nagel zu hängen.

Qualcomm ist sehr stark bei Funkmodems, mit denen sich Smartphones mit Mobilfunk- und anderen Netzen verbinden. Die Spezialität von Broadcom sind Wifi- und Bluetooth-Chips.

Qualcomm steht aktuell massiv unter Druck. Durch einen seit Monaten andauernden Patentstreit mit Apple bekommt die Firma keine Lizenzzahlungen von iPhone-Fertigern. Das macht sich in der Bilanz bemerkbar und ließ auch den Aktienkurs sinken - was Broadcom ausnutzen will. Zudem belegte die EU-Kommission Qualcomm vor kurzem mit einer Strafe von knapp einer Milliarde Euro, weil sie einen Exklusiv-Deal mit Apple als wettbewerbswidrig einstufte.

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