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Künstliche Intelligenz "Roboter müssen Steuern zahlen"

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Künstliche Intelligenz im Alltag

Wo wird künstliche Intelligenz unseren Alltag am meisten verändern?

Die offensichtlichsten kommerziellen Anwendungen stecken bereits in Ihrem Smartphone. So hat Google im Vorjahr durch eines unserer lernenden neuronalen Netzwerke (das sogenannte Long Short-Term Memory) sein Spracherkennungssystem stark verbessert. Smartphones erkennen immer besser Sprache oder Gesichter oder Gesten oder andere wichtige Muster.  Auch in der Medizin wird es große Fortschritte geben. Bis vor kurzem konnten nur Spezialisten gutartige Zellen von bösartigen Krebszellen unterscheiden. Doch unsere lernenden neuronalen Netze haben bereits wichtige Wettbewerbe zur Krebserkennung gewonnen. Mit solchen Hilfen werden Ärzte künftig viel mehr Patienten gut betreuen können als zuvor.

Muster zu erkennen verlangt noch keine Intelligenz.

Natürlich, doch dabei bleibt es nicht. Roboter werden ohne Lehrer lernen, neugierige neuronale Netzwerke werden sie dabei steuern. Das wird sich auswirken auf Fabriken und Pflegeheime und viele andere Gebiete.

Roboter managen ein ganzes Hotel
Das Hotel Henn-na wird fast komplett von Robotern betrieben. Es hat am 17. Juli eröffnet und befindet sich in dem Vergnügungs- und Freizeitpark Huis Ten Bosch in Sasebo, Nagasaki in Japan. Quelle: © Huisten Bosch
Insgesamt arbeiten im Hotel mindestens acht Roboter. Sie sind an der Rezeption, im Service, als Gepäckträger, an der Schließfachverwaltung und beim Putzen eingesetzt. Quelle: © Huisten Bosch
Das Hotel hat zunächst mit 72 Zimmern eröffnet. Nach einem erfolgreichen Testbetrieb ist die doppelte Anzahl mit 144 Zimmern geplant. Quelle: © Huisten Bosch
Rezeption mit Robotern
Hier stellt sich einer der Rezeptionsroboter vor Quelle: Screenshot
Die englischsprachigen Gäste müssen mit dem Dinosaurier Vorlieb nehmen. Er soll aber genauso freundlich und klug sein, wie die japanische Kollegin. Quelle: Screenshot
Das ist der vollautomatische Gepäckträger. Quelle: Screenshot

Tesla-Chef Elon Musk hält das für eine Bedrohung der Menschheit. Zu Recht?

Ich habe versucht, ihn davon zu überzeugen, dass diese Sorgen eher unbegründet sind. In einigen Jahrzehnten wird es zwar wohl wirklich künstliche Intelligenzen geben, die dem Homo sapiens überlegen sind.

Aber diese künstliche Intelligenz wird sich ins Sonnensystem ausbreiten und darüber hinaus. Nicht einmal ein Milliardstel der Sonnenenergie trifft die Erde, der Rest wird zur Zeit noch verpulvert. Einen bedeutenden Teil werden sie sich zu Nutze machen, vielleicht für Trillionen von selbstreplizierenden Roboterfabriken im Asteroidengürtel, gigantische Teleskope und Teilchenbeschleuniger oder lasergetriebene interstellare Sonden. Die wichtigsten Entscheider werden dann keine Menschen mehr sein.

Und wieso soll das keine Bedrohung für uns Menschen sein?

Weil die superklugen Maschinen sich vor allem für ihresgleichen interessieren werden. So wie sich Ameisen vor allem für andere Ameisen interessieren, und Menschen vor allem für andere Menschen. Die klügeren Menschen wollen die Ameisen ja auch nicht ausrotten, sondern haben eine zumeist positive Einstellung zu ihnen – abgesehen von denen, die ihr Haus besiedeln, aber das ist ein winziger Bruchteil.

Das Gewicht aller Menschen ist immer noch vergleichbar mit dem aller Ameisen. Und so werden auch in einer zukünftigen Ökologie bestehend aus einer gigantischen Anzahl mehr oder weniger intelligenter Systeme viele ihre Nischen finden.

Am meisten Angst haben müssen wir eher vor denen, die so ähnlich sind wie wir selbst, mit denen wir daher Zielkonflikte haben, also vor unserer eigenen Art.

In Arbeit
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Sie meinen den Missbrauch künstlicher Intelligenz durch Militärs?

Armeen werden natürlich Roboter nutzen – das ist unaufhaltsam. Ein selbstfahrendes Auto lässt sich ja auch als soldatenschonender Minensucher einsetzen. Doch das ist nichts gegen das, was die alten Wasserstoffbomben anrichten können. Eine einzige Wasserstoffbombe hat mehr Zerstörungskraft als alle Waffen des 2. Weltkriegs zusammen. Viele haben vergessen, dass es immer noch genug davon gibt, um die Zivilisation in wenigen Stunden auszulöschen, ganz ohne KI.

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