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Sustainable Impact AwardDiese Mittelständler schaffen „enkelfähige“ Innovation

Viele Nachhaltigkeitspioniere treiben ihre neuen Geschäftsmodelle voran. Der Sustainable Impact Award würdigt die Besten: Das sind die Finalisten.Henrike Adamsen 20.09.2025 - 08:52 Uhr
Am 16. Oktober werden die Sieger im Münchener HOCH5 gekürt. Foto: Marc-Steffen Unger

Man muss es sich vorstellen, wie eBay für Fortgeschrittene: Mit zwei Klicks hat man sein Angebot abgegeben. Aber eben nicht für Tische und Blumentöpfe, die ihren Besitzern nicht mehr gefallen – sondern für das, was übrig bleibt, wenn sich ein Unternehmen auflöst: Vom Skizubehör aus einer Insolvenz in der Oberpfalz, über Spezialfräsmaschinen wegen Standortschließung bis hin zu den unterschiedlichsten Grills aus einer Lagerauflösung.

Auch Souvenirs von den Olympischen Spielen in Paris im vergangenen Jahr oder aus dem SWR-Requisitenfundus hat die Auktionsplattform Restlos bereits versteigert. Die Idee: Betriebsvermögen, Immobilien und Warenbestände können über die Plattform einen neuen Besitzer finden. Mit einer Verwertungsquote von bis zu 98 Prozent wirbt das Nürnberger Unternehmen.

Damit ist Restlos Industrieverwertung in diesem Jahr ein Kandidat für den Sustainable Impact Award (SIA) in der Kategorie „Impact on Earth“. Bereits zum fünften Mal verleiht die WirtschaftsWoche gemeinsam mit der Versicherung Generali und dem Kaffeeproduzenten Lavazza den Nachhaltigkeitspreis. Die Jury hat dafür über 76 Bewerbungen geprüft. Nun stehen die Finalisten in den drei Hauptkategorien fest.

Wer den Preis entgegennehmen darf, erfahren die Bewerber und Bewerberinnen auf der Gala am 16. Oktober 2025 in München. Das sind die weiteren Finalisten:

Kategorie: „Impact of Corporate Sustainable Governance“

Diese Auszeichnung geht an Unternehmen, deren Geschäftsstrategie von Nachhaltigkeit bestimmt ist, die darüber transparent berichten und ihre Mitarbeiter gezielt dazu befähigen, eigene Verbesserungsvorschläge einzubringen.

Zu den drei Finalisten gehört die Bürstenfabrik Keller. 1869 im Schwarzwald gegründet, produziert das Unternehmen Bürsten für Haar- und Körperpflege, ausgesuchte Haushaltsbürsten sowie Tierpflegebürsten. Nachhaltigkeit gelte hier nicht nur im ökologischen Sinne, sondern auch im Umgang mit Mitarbeitern und Kunden, heißt es in der Bewerbung. Neben der Versorgung mit grünem Strom, stellt die Firma aus ihren anfallenden Abfallspänen selbst Wärmeenergie her. Zusätzlich vermarktet die Bürstenfabrik Keller die Abfallspäne als Holzpellets.

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Nominiert ist außerdem die CWS Workwear International, die Unternehmen mit Arbeitskleidung versorgt, sowie Wäsche und Reparaturen anbietet. Mehr als 5300 Fachleute arbeiten in 15 Ländern für das 1899 gegründete Unternehmen. Die Infrastruktur umfasst mehr als 30 hochmoderne industrielle Wäschereien in Europa. Mit der Langlebigkeit der Kleidung, dem Einsatz von recycelten Materialien und verbesserter Wassereffizienz in den Wäschereien bewirbt sich das Unternehmen mit Sitz in Duisburg um den Sustainability Impact Award.

Dritter Finalist ist das Werk von ZF Friedrichshafen in Bielefeld. Dort arbeitet die 240-köpfige Belegschaft des Automobilzulieferers gebrauchte Kupplungsaggregate und Drehmomentwandler auf. Durch die gezielte Wiederverwendung von Bauteilen reduzieren sich Energieverbrauch und CO2-Emissionen.

Kategorie: „Impact on Earth“

Diese Auszeichnung verleiht die Jury an Unternehmen, die sich ganz konkret mit den Umweltauswirkungen ihres Geschäfts beschäftigen, egal ob auf Wasser, Luft oder Boden.

Neben der Auktionsplattform Restlos Industrieverwertung ist die Cornelsen Gruppe einer der Finalisten. Das Essener Unternehmen entfernt Schadstoffe aus Wasser, beispielsweise bei der Aufbereitung von Industriewasser. Mithilfe einer neuen Technologie, könne das Unternehmen den Materialeinsatz bei der Säuberung um rund 90 Prozent verringern und auf aggressive Chemikalien verzichten. Ein Anwendungsfall: Der Löschschaum, den die Feuerwehr früher bei Übungen genutzt hat, enthält schädliche Chemikalien. Nach einem Einsatz ist oft eine Dekontamination erforderlich. Die Cornelsen Gruppe übernimmt auch die Planung, den Bau und den Betrieb kompletter Aufbereitungsanlagen.

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Dritter Finalist ist Wepa, ein Hersteller von Hygienepapieren mit Sitz im nordrhein-westfälischen Arnsberg-Müschede. Das Sortiment umfasst unter anderem Toilettenpapier, Taschentücher und Servietten. Die Waren werden ausschließlich aus Altpapier oder aus nachhaltig zertifizierten Fasern produziert. Durch den Einsatz von Recyclingfasern spare das Familienunternehmen große Mengen an Energie, Wasser und Landnutzung im Vergleich zur „Frischfaser“, heißt es in der Bewerbung.

Kategorie: „Impact of Product“

Diese Kategorie stellt die Nachhaltigkeit eines Produktes in den Vordergrund. Die Jury bewertet, wie Unternehmen bei Design, Einkauf von Rohstoffen, Produktion und Vertrieb des Produktes, Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft mitdenken.

Erster Finalist ist Feralpi Stahl, das in seinem Werk im sächsischen Riesa Stahl für die Bauindustrie herstellt. Dafür schmilzt das Unternehmen Stahlschrott in einem Elektrolichtbogenofen und kann dadurch eine Recyclingquote von 98 Prozent erreichen, heißt es in der Bewerbung. Beispielsweise wird der Stahl, der in der abgerissenen Carola-Brücke in Dresden verbaut war, in der Anlage recycelt. In dem neuen Werk kommt weniger Erdgas zum Einsatz, weil Vormaterial nun in modernen Öfen induktiv erwärmt werden kann. Das erhöhe die Materialeffizienz und minimiere den Abfall.

BHS Corrugated Maschinen- und Anlagenbau ist Hersteller von Wellpappenanlagen. Innovativ ist hier ein neu eingeführtes Verfahren zur „Entspannung“ von Metall. Dafür mussten schwere Metallbauteile vorher regelmäßig hunderte Kilometer zu einem externen Dienstleister transportiert werden. Das falle nun weg. Außerdem wirbt das Unternehmen damit, dass verschlissene Riffelwalzen – zentrale Bauteile für die Wellpappenherstellung – mehrfach nachgeschliffen und aufbereitet werden.

Auch das Unternehmen Klüber Lubrication hat die Jury in der Kategorie „Impact of Product“ nominiert. Der Anbieter von Spezialschmierstoffen mit Stammsitz in München, kann bei Maschinen Reibung reduzieren, und dadurch den Energieverbrauch senken und die Lebensdauer der Anlagen verlängern. Die Stoffe kommen insbesondere in der Automobil- und Windindustrie zum Einsatz.

Wenn Sie bei der Preisverleihung am 16. Oktober in München dabei sein wollen, melden Sie sich hier an.

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