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Traditionswerft in der Krise Yachtbauer Bavaria ist pleite

Der fränkische Bootsbauer muss Insolvenz anmelden. Quelle: dpa

Seit Jahren ist die Werft überschuldet, nun ziehen die Investoren die Reißleine: Der fränkische Yachtbauer Bavaria muss Insolvenz anmelden.

Einer der größten deutschen Yachtbauer ist Pleite: Bavaria Yachtbau hat Insolvenz angemeldet, wie das Unternehmen aus dem unterfränkischen Giebelstadt bestätigte. Die Bavaria-Gruppe, zu der auch eine Katamaran-Werft in Frankreich gehört, hat rund 700 Mitarbeiter, 600 davon in Giebelstadt.

Trotz der Insolvenz soll die Produktion weiter aufrecht erhalten werden, sagte ein Sprecher: „Das Ziel ist natürlich, auch in Zukunft weiter Yachten zu bauen.” Bavaria setzte zuletzt 112,3 Millionen Euro um, vor allem mit Segelyachten und Motorbooten.

Besonders bei den Segelyachten musste Bavaria Umsatzeinbußen hinnehmen, die das Unternehmen nicht vollständig aus zusätzlichen Erlösen bei Motoryachten und Katamaranen kompensieren konnte. Dabei hat sich die Wassersportbranche vom Einbruch in der Finanzkrise längst erholt und boomt mittlerweile.

Bavaria war spätestens seit 2013 in erheblicher finanzieller Schieflage – im Geschäftsjahr 2015/2016 wies der Konzern ein negatives Eigenkapital von mehr als 200 Millionen Euro aus. Die Insolvenz wurde bislang nur durch Darlehen der Eigentümer zu horrenden zweistelligen Zinsätzen gesichert.

2007 hatte der Finanzinvestor Oaktree die Bavaria-Werft übernommen, laut dem Portal Segelreporter für einen Betrag von angeblich 1,1 Milliarden Euro. Finanziert wurde der Deal vor allem über die Aufnahme von Schulden durch Bavaria.

Noch im Herbst 2017 zeigte sich das Bavaria-Management um Geschäftsführer Lutz Henkel zuversichtlich, dass das Geschäft fortgeführt werden kann. Zwar sei absehbar, dass Bavaria die Schulden von über 200 Millionen Euro nicht aus eigener Kraft zurückzahlen könne, heißt es im Geschäftsbericht des Unternehmens.

Doch nach Gesprächen mit den Eigentümern gehe man davon aus, dass die Investoren noch bis März 2019 an Bord bleiben. Bis dahin sollte Bavaria saniert oder weiterverkauft werden.

Und so leistete sich Bavaria auf der wichtigsten Fachmesse, der Düsseldorfer Boot, Anfang des Jahres noch einen opulenten Messestand, inszenierte die „Weltpremiere“ einer 65-Fuß-Yacht (knapp 20 Meter) und versuchte sich als Premium-Yachtbauer zu positionieren.

Doch offenbar waren die Investoren nicht länger bereit, die finanzielle Misere bei Bavaria länger mitzutragen: Bavaria-Chef Henkel musste einem Bericht des Branchenmagazins Yacht bereits Anfang vergangener Woche gehen.

Wie es mit Bavaria weitergeht, soll am Montag das Amtsgericht Würzburg entscheiden. Dem Bericht zufolge könnte die Produktion zunächst drei Monate lang fortgesetzt werden. 

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