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Risikomanagement Zahlungsausfall vorbeugen

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Max Wohlmanstetter, Chef der HDG-Bavaria Quelle: Christoph Busse für WirtschaftsWoche

"Man darf sich nicht mit dem Kleinkram aufhalten, sondern muss Prioritäten setzen", sagt Max Wohlmannstetter von HDG Bavaria im niederbayrischen Massing. Der Geschäftsführer des Herstellers von Holzheizungen und Verbrennungsanlagen hat eine berufsbegleitende Fortbildung zum Risikomanager abgeschlossen. Jetzt spannt er den ganzen Betrieb ein, um HDG Bavaria abzusichern: "Die Mitarbeiter wissen am besten, wo die Risiken sitzen und was Abhilfe schaffen würde."

Auch Lüftungsbauer Wideburg hat nach den schlechten Erfahrungen mit seinem Großkunden Nägel mit Köpfen gemacht. Seine HaWig-Gruppe gehört inzwischen zu jenen fünf Prozent aller Mittelständler aus der Scherer-Studie, die ihr Risikomanagement-System nach DIN ISO 31 000 haben zertifizieren lassen. Die seit 2008 gültige Norm enthält Kriterien, mit deren Hilfe Unternehmen in Risikoklassen eingeordnet werden und mit denen sich die Wahrscheinlichkeit von Risiken und deren möglichen Folgen berechnen lassen. Die Norm gibt auch vor, wie Verantwortlichkeiten verteilt, Risiken beurteilt, überwacht und gesteuert werden und wie ein Risikokontrollsystem aussehen kann.

Nicht ohne Plan B

Manche Risiken kannte Wideburg, bevor er sein Unternehmen anhand der ISO-Vorgaben durchcheckte: etwa, dass die Halterungen für die Rohrleitungen seiner Lüftungsanlagen erdbebensicher sein müssen. Andere Details hat er erst jetzt auf dem Radar: So liegen für alle Führungskräfte unterschriebene Vollmachten für die jeweiligen Vertreter parat. Alle Ersatzkräfte sind eingearbeitet und wissen über die laufenden Projekte Bescheid, damit sie reibungslos übernehmen können.

Für den Fall, dass ein Zulieferer ausfällt, hat Wideburg Optionsverträge mit anderen Anbietern geschlossen: "Auf die können wir notfalls kurzfristig zugreifen." Auch bei der Liquiditätsvorsorge hat der HaWig-Inhaber einen Plan B. Falls die Eigenmittel knapp werden sollten, kann Wideburg auf die Blanko-Zusage einer Bank zurückgreifen: "Doppelt hält besser."

Zur Sicherheit breit aufgestellt

Sein Risikomanagement deckt nun die gesamte Lieferkette ab: Wideburgs Mitarbeiter checken regelmäßig alle Zulieferer, ob sie auf Ausfälle bei Personal, Finanzen, IT oder Materialfluss vorbereitet sind. Seine strategischen Risiken – etwa durch einen vorzeitigen Ausstieg aus der Atomenergie – federt er mit mehr Diversifizierung ab: HaWig liefert nicht nur Lüftungsanlagen für Atommeiler. Auch für Wind- und Wasserkraft-, Kohle- und Gaskraftwerke hat er Zulieferprodukte im Sortiment.

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