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  3. Unternehmer: Erfindung der Instantnudeln – Als der Japaner Momofuku Ando die Welt eroberte

Foto: WirtschaftsWoche

WiWo History DurchbruchEin Japaner erobert die Welt – mit Instant-Nudelsuppe

Von wegen Sushi. Japans wichtigster kulinarischer Exportschlager ist: die Instantnudelsuppe. Ihre Erfindung ist Momofuku Ando, einem unternehmerischen Spätzünder, zu verdanken.Christina Hollender 13.07.2024 - 13:17 Uhr

Momofuku Ando weiß, wie sich Enttäuschung anfühlt. Die erste Lebenshälfte des 1910 in Taiwan geborenen und später nach Japan emigrierten Unternehmers ist von Niederlagen und Pleiten geprägt. Sogar zwei Jahre im Gefängnis sitzt er, schuldig gesprochen wegen Steuerflucht. Worin sich Ando auch beruflich versucht, ob als Bekleidungsfabrikant oder Schulleiter – es gelingt nicht. Doch aufgeben ist für ihn keine Option.

Im Japan der Nachkriegszeit nimmt sich Ando – ohne Kenntnis der Lebensmittelbranche – die Entwicklung eines Nudelgerichts zum Ziel, das fünf Kriterien zu genügen hat: Lecker soll es sein, lange haltbar, einfach zuzubereiten, günstig und hygienisch sicher. Er tüftelt ein Jahr an dem, was er für das perfekte Nudelgrundrezept hält – und steht vor dem Problem, die Teigware zu trocknen und zu konservieren. Als Andos Frau eines Abends panierte Garnelen und Gemüse in Öl frittiert, kommt ihm die Idee, seine frischen Nudeln „schockzufrittieren“. Er probiert es. Und siehe da: Es funktioniert. Beim „Flash Frying“ wird die Feuchtigkeit aus den Nudeln entfernt – so bleiben sie lange haltbar, ohne Kühlung oder Konservierungsstoffe. Und nach Kontakt mit heißem Wasser sind sie binnen weniger Minuten weich und genießbar. Heureka! Momofuku Ando hat die Instantnudelsuppe erfunden.

Er gründet die Firma Nissin. Und bringt die erste Chikin Ramen – einen frittierten Nudelquader mit Hühnchengewürz in Folienverpackung – 1958 auf den Markt.

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In Japan wird sie sofort zum Bestseller. Doch Ando, inzwischen fast 50 Jahre alt, genügt das nicht. Er reist Ende der 1960er-Jahre in die USA, um seine Erfindung auch den Amerikanern schmackhaft zu machen. Als er gestresste Supermarktangestellte beobachtet, die die trockenen Ramen in eine Tasse krümeln, aufgießen und mit einer Gabel direkt verzehren, ereilt ihn die nächste Geschäftsidee: das praktische Nudelgericht im Becher.

Ando bringt 1971 die CupNoodle an den Markt. Und von nun an gibt es kein Halten mehr, die Schnellgerichte treten ihren Siegeszug rund um den Globus an, und Nissin reift zu einem international agierenden Lebensmittelgiganten mit Milliardenumsätzen.

Rente? Keine Option für Ando. Seinen letzten Coup landet er 2005: Die Entwicklung der SpaceRam – der ersten Ramen, die als Astronautennahrung ins Weltall geschickt wird.

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Im Januar 2007, im Alter von 96 Jahren, stirbt Mr. Noodle – so der Spitzname, der den Nachruf der „New York Times“ übertitelt und in dem Ando ein „ewiger Platz im Pantheon menschlichen Fortschritts“ zugewiesen wird.

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Dieser Artikel erscheint in unserer Reihe WiWo History.

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