Deutsche Bank: Deutsche Bank dünnt Filialnetz aus
Im Zuge ihres Sparkurses baut die Deutsche Bank deutschlandweit rund 188 Filialen und damit ein Viertel ihrer Zweigstellen ab. Deutschlands größte Bank reagiert damit nach eigenen Angaben darauf, dass immer mehr Kunden Bankgeschäfte im Internet erledigen und immer seltener Zweigstellen besuchen. 50 Prozent der Kunden kämen nur noch einmal jährlich in die Filiale. „Betriebsbedingte Kündigungen möchten wir vermeiden“, sagte Unternehmenssprecher Christoph Blumenthal. Die Deutsche Bank setze darauf, Mitarbeiter zu qualifizieren und auf freie Arbeitsplätze innerhalb des Konzerns zu vermitteln. „Darüber hinaus wird die Bank die betroffenen Mitarbeiter dabei unterstützen, außerhalb des Unternehmens einen neuen Arbeitsplatz zu finden“, sagte der Sprecher.
Im Internet hat die Deutsche Bank die Liste der betroffenen Standorte veröffentlicht, die geschlossen werden – insgesamt sind es 188. Die Außenstellen sollen mit der nächstgelegenen Filiale zusammengelegt werden. Die Deutsche Bank will damit Kosten senken.
Foto: dpaSachsen und Sachsen-Anhalt
In Sachsen und Sachsen-Anhalt schließt die Deutsche Bank am wenigsten Filialen: Jeweils ein Standort soll in den beiden Bundesländern dicht gemacht werden. In Sachsen betreibt das Geldinstitut fortan 30 Filialen, in Sachsen-Anhalt werden es 15 sein.
Foto: dpaSaarland
Im Saarland sind zwei Filialen von der Schließung betroffen. Fortan werden 74 Mitarbeiter an acht Standorten tätig sein.
Foto: dpaBremen
Im Zwei-Städte-Staat Bremen schließt die deutsche Bank drei Standorte. Es bleiben sieben Filialen übrig, in denen 86 Mitarbeiter tätig sein werden.
Foto: dpaThüringen
Wie in Bremen werden auch im Bundesland Thüringen drei Filialen geschlossen. Das Geschäftsvolumen in Thüringen beträgt laut der Deutschen Bank jährlich 4,4 Milliarden Euro.
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Hier sinkt die Anzahl der Filialen von 26 auf 21. In Brandenburg beschäftigt die Deutsche Bank nach eigenen Angaben 183 Filialmitarbeiter.
Foto: dpaRheinland-Pfalz
In Rheinland-Pfalz sollen insgesamt sechs Standorte dicht gemacht werden. Die Deutsche Bank betreibt dort ab 2017 28 Filialen, in denen 274 Angestellte arbeiten werden. Das jährliche Geschäftsvolumen beträgt in Rheinland-Pfalz laut Geldinstitut 9,8 Milliarden Euro.
Foto: dpaSchleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern
In den beiden nördlichen Bundesländern sollen laut Liste bis zum Jahr 2017 jeweils sieben Standorte wegfallen. In Mecklenburg-Vorpommern betreibt die Deutsche Bank dann noch 20 Filialen, in Schleswig-Holstein (Bild) 15 mehr.
Foto: dpaHamburg
In Hamburg sind neun Außenstellen von der Schließung betroffen. In 28 Filialen sollen zukünftig 358 Angestellte arbeiten.
Foto: dpaHessen
Im Bundesland Hessen macht die Deutsche Bank elf Filialen dicht – allein fünf in der deutschen Finanzmetropole Frankfurt am Main (Foto). In Hessen beträgt das jährliche Geschäftsvolumen 22,3 Milliarden Euro.
Foto: dpaBayern
Auch im Freistaat Bayern schließt die Deutsche Bank im Jahr 2017 elf Filialen. Fortan soll es dort noch 59 Standorte mit 663 Mitarbeitern geben.
Foto: dpaBaden-Württemberg
Baden-Württemberg gehört zu den Bundesländern, die am stärksten von der Ausdünnung des Filialnetzes betroffen sind: Dort sollen bis 2017 zwölf Standorte wegfallen. Es bleiben 65 Filialen mit mehr als 800 Mitarbeitern.
Foto: dpa Picture-AllianceNiedersachen
In Niedersachen sollen bis 2017 insgesamt 16 Filialen mit der jeweils nächstgelegenen zusammengelegt werden. Das Geschäftsvolumen beträgt in diesem Bundesland laut Geldhaus 15,4 Milliarden Euro.
Foto: dpa Picture-AllianceBerlin
In Berlin sollen künftig 43 Filialen wegfallen – unter anderem 26 der Konzerntochter Berliner Bank. Es bleiben ab 2017 42 Standorte, an denen Deutschlands größtes Geldhaus 636 Filialmitarbeiter beschäftigen wird.
Foto: dpaNordrhein-Westfalen
Bei der Schließung von Filialen der Deutschen Bank ist das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen am stärksten betroffen. Im Laufe des Jahres 2017 sollen in Nordrhein-Westfalen 51 Filialen wegfallen. Mit 205 Standorten betreibt das Geldhaus dort dennoch weiterhin die meisten Filialen.
Foto: dpa Picture-AllianceBei der Schließung von Filialen der Deutschen Bank ist das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen am meisten betroffen. Im Laufe des Jahres 2017 sollen in Nordrhein-Westfalen 51 Filialen wegfallen. In Berlin sind es 43 Filialen - darunter 26 der Konzerntochter Berliner Bank. Die Deutsche Bank veröffentlichte am Sonntag im Internet die Liste der betroffenen Standorte, die geschlossen werden - insgesamt sind es 188. Die Außenstellen sollen mit der nächstgelegenen Filiale zusammengelegt werden. Die Deutsche Bank will damit auch Kosten senken.
Zuvor hatte die „Bild am Sonntag“ über die Liste berichtet. Demnach macht das größte deutsche Geldhaus zum Beispiel in Niedersachsen 16 Filialen dicht, in Baden-Württemberg 12 und in Bayern 11. In Hamburg sind 9 Außenstellen betroffen und in Hessen 11, darunter fünf am Sitz der Deutschen Bank in Frankfurt.
Das Institut hatte bereits im Juni auch im Zuge ihres Sparkurses angekündigt, dass gut ein Viertel der Filialen in Deutschland geschlossen werden sollen - die Zahl der Standorte wird von 723 auf 535 verringert. Mit dem neuen Filialnetz reagiert die Deutsche Bank nach eigenen Angaben außerdem darauf, dass immer mehr Kunden Online-Banking nutzen.
Immer weniger Menschen nutzten das Angebot, in eine Filiale zu kommen, sagte der Privatkundenvorstand der Deutschen Bank, Christian Sewing, am Sonntag auf dpa-Anfrage. Von den 188 Filialen, die geschlossen werden, sollten rund 30 an ländlichen Standorten in „Finanzagenturen“ umgewandelt werden. Diese sollen demnach einen Großteil des heutigen Beratungsangebots weiter fortführen und über SB-Zonen mit Geldautomaten verfügen. „Damit bleiben wir also auch auf dem Land für unsere Kunden gut zu erreichen.“
Sewing bekräftigte, die Deutsche Bank wolle bis 2020 rund 750 Millionen Euro in den Ausbau ihres digitalen Angebots investieren. Außerdem solle es künftig zusätzlich sieben Beratungscenter in Deutschland geben, in denen 360 ausgebildete Bankkaufleute per Video, Chat oder Telefon die Kunden beraten, auch außerhalb der klassischen Banköffnungszeiten.
Um trotz des anhaltenden Zinstiefs Erträge zu steigern, will die Deutsche Bank außerdem verstärkt auf vermögende Kunden setzen, wie sie bereits mitgeteilt hatte. In jeder Filiale soll es künftig Beratung zur Vermögensverwaltung geben. Dafür wird die Zahl der Experten in diesem Bereich aufgestockt.
Im Zuge ihres Sparkurses hatte die Deutsche Bank ebenfalls bereits im Juni mitgeteilt, dass knapp 3000 Vollzeitstellen wegfallen. Davon sollen etwa 2500 auf das Privat- und Firmenkundengeschäft entfallen. Betroffen sind unter anderem zudem die Vermögensverwaltung und das Risikomanagement.
Über den Stellenabbau hinaus zieht sich die Deutsche Bank aus zehn Auslandsmärkten zurück und dampft auch das Investmentbanking ein. 2015 hatte die Deutsche Bank auch wegen der Anlaufkosten für den Konzernumbau einen Rekordverlust von 6,8 Milliarden Euro ausgewiesen.