Kein Gründerland: Deutsche haben Angst vor Selbstständigkeit

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Kein Gründerland: Deutsche haben Angst vor Selbstständigkeit

Es gibt in Deutschland zwar viele Gründerwettbewerbe und Gründerpreise - doch die Deutschen bevorzugen die Festanstellung. Warum?

Deutschland ist das Land der Gründermuffel: Im vergangenen Jahr wurden hier so wenige Betriebe neu gegründet wie seit 2003 nicht mehr. Und in den nächsten Jahren wird es wohl nicht besser werden: Laut der Umfrage "Beruf und Karriere 2014" ist nur für 23 Prozent der Deutschen die Selbstständigkeit erstrebenswert, laut dem Amway Global Entrepreneurship Report sind es 26 Prozent.

Unabhängig davon, welcher Prozentwert der Wahrheit näher kommt - im Vergleich zu anderen Nationen bleiben die Deutschen lieber im sicheren Angestelltenverhältnis, statt selbst ein Unternehmen ins Leben zu rufen. Für viele Studenten ist sogar der öffentliche Dienst attraktiver als den eigenen Betrieb zu führen.

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Beliebte Behörden: Viele Studenten sehnen sich nach einem sicheren Job im öffentlichen Dienst. Banken hingegen haben es bei den angehenden Akademikern immer schwerer.

huGO-BildID: 32494718 ARCHIV - Eine Mitarbeiterin des Landratsamts Straubing-Bogen (Bayern) sitzt telefonierend hinter zahlreichen Akten und Stempeln an ihrem Arbeitsplatz (Archivfoto vom 07.04.2004). Der Innenausschuss des hessischen Landtags hört am 22.08.2013 Experten zu Besoldungserhöhungen für Beamte. Foto: Armin Weigel dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

German Angst

Doch woran liegt es? Der Amway Global Entrepreneurship Report hat ein paar Antworten auf diese Frage gefunden. Und der Hauptgrund ist: Angst. 80 Prozent fürchten sich davor, mit ihrer Idee am Markt zu scheitern - also versuchen sie es gar nicht erst. Zum Vergleich: In den USA hat nur jeder Dritte Angst, mit seinem Unternehmen zu scheitern.

Dabei geht es den Deutschen gar nicht unbedingt um die Konsequenzen der Pleite, sondern um das Scheitern an sich. Mit einem Unternehmen zu scheitern gelte zwar zunehmend weniger als Makel, wie Marc Evers, Existenzgründungsexperte des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, bei einer Veranstaltung von und für gescheiterte Gründer sagte. "Aber bei diesem Kulturwandel sind wir noch ganz am Anfang."

Darüber hinaus bezeichnen 46 Prozent der Studienteilnehmer Deutschland als gründerfeindlich. So sagt auch Unternehmer Claude Ritter, dass es in Deutschland besonders schwierig sei, Investoren zu finden. "Anstatt Innovation zu fördern, wird lieber auf Modelle gesetzt, die an anderen Orten bereits erfolgreich sind und bei denen der Businessplan schnelles Geld verspricht", sagt er. Er ist überzeugt, dass das nächste Facebook oder Twitter kommen wird - nur eben nicht aus Deutschland. Und wer keine Investoren findet, kann schnell in finanzielle Nöte geraten. Das ist ein Faktor, vor dem 41 Prozent der Umfrageteilnehmer Angst haben. Dicht gefolgt von der Bürokratie, die 40 Prozent als Hindernis nennen.

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Gäbe es mehr staatliche Finanzhilfen, wären auch mehr Deutsche bereit, den Weg in die Selbstständigkeit zu wagen, so das Ergebnis der Studie. 52 Prozent halten staatliche Fördermittel für richtig und wichtig, wenn Deutschland mehr Gründer anlocken und fördern möchte. Denn derzeit gibt es kaum Zuschüsse.

Wer sich selbstständig machen möchte, muss das nötige Kleingeld besitzen. Nur bei sogenannten Notgründungen gibt es Zuschüsse - wenn auch weniger als noch bis zum Jahr 2012. Doch diese "lieber selbstständig als arbeitslos"-Unternehmen sind in den wenigsten Fällen innovativ.

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