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FührungsqualitätenMiese Chefs ruinieren die Psyche

Gute Führung schützt die Psyche: Eine Studie zeigt den Zusammenhang zwischen Führungsqualitäten und psychischer Gesundheit der Angestellten auf. Die gute Nachricht: Ein guter Chef zu sein, kann man lernen. 30.03.2015 - 12:55 Uhr

Schlechte Chefs haben erschöpfte Angestellte.

Foto: Fotolia

Das Führungsverhalten hat enorme Auswirkungen auf das Wohlbefinden und die psychische Gesundheit der Beschäftigten. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. Die Experten des Projekts "Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt" (psyGA) fanden heraus, dass nicht nur das Arbeitsklima besser ist, wenn der Vorgesetzte sich für seine Mitarbeiter einsetzt und auch deren Gesundheit im Auge hat.

Die Angestellten fühlen sich ihrem Arbeitnehmer auch deutlich stärker verbunden. In Zeiten, in denen fünf Millionen Deutsche innerlich gekündigt haben, sollten Chefs das im Hinterkopf haben. Außerdem fühlten sich die Beschäftigten bei einer Führung, die sie und ihre Selbständigkeit unterstützte, weniger erschöpft.

Quiz: So finden Sie heraus, ob Sie ein guter Chef sind
Was denken Sie über sich selbst in Bezug auf Ihr Führungsverhalten? Bitte notieren Sie sich die Punkte, die am ehesten auf Sie zutreffen. Quelle: Schyns, B. (2002): Überprüfung einer deutschsprachigen Skala zum Leader-Member-Exchange-Ansatz. Zeitschrift für Differentielle und Diagnostische Psychologie, 23, S. 235-145.)
Nein: 1 PunktSelten: 2 PunkteGelegentlich: 3 PunkteOft: 4 PunkteImmer: 5 Punkte
Gar nicht: 1 PunktWenig: 2 PunkteMittelmäßig: 3 PunkteGut: 4 PunkteSehr gut: 5 Punkte
Gar nicht: 1 PunktWenig: 2 PunkteMittel: 3 PunkteEher hoch: 4 PunkteHoch: 5 Punkte
Gering: 1 PunktEher gering: 2 PunkteMittel: 3 PunkteEher hoch: 4 PunkteHoch: 5 Punkte
Gering: 1 PunktEher gering: 2 PunkteMittel: 3 PunkteEher hoch: 4 PunkteHoch: 5 Punkte
Trifft gar nicht zu: 1 PunktTrifft wenig zu: 2 PunkteTrifft mittelmäßig zu: 3 PunkteÜberwiegend: 4 PunkteVöllig: 5 Punkte
Sehr ineffektiv: 1 PunktSchlechter als effektiv: 2 PunkteDurchschnittlich: 3 PunkteBesser als Durchschnitt: 4 PunkteSehr effektiv: 5 Punkte

Aspekte, die für jedes Unternehmen relevant sind, wie stetig steigende Ausfallzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen belegen. Aus diesem Grund unterstützt die Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales Führungskräfte mit einem interaktiven eLearning-Tool inklusive dem Selbsttest "Bin ich eigentlich ein guter Chef?".

Auflösung: Sind Sie ein guter Chef?
Addieren Sie Ihre Punktwerte aus den obigen Fragen und dividieren Sie das Gesamtergebnis anschließend durch 7, um den Durchschnitt zu berechnen. Quelle: Schyns, B. (2002): Überprüfung einer deutschsprachigen Skala zum Leader-Member-Exchange-Ansatz. Zeitschrift für Differentielle und Diagnostische Psychologie, 23, S. 235-145.
Sie haben gerade sieben Fragen beantwortet, die insgesamt eine Aussage über die Qualität der Austauschbeziehung zwischen Ihnen und Ihren Mitarbeitenden erlauben. Die Spannweite der Skala liegt zwischen 1 und 5. Sie stehen fast täglich persönlich mit jedem einzelnen Mitarbeiter bzw. jeder einzelnen Mitarbeiterin im Austausch. Wichtig ist dabei zu berücksichtigen, inwieweit die Beziehung zu Ihren Mitarbeitenden von Aufmerksamkeit, Respekt und Vertrauen geprägt ist. Je besser das Verhältnis zwischen Mitarbeitenden und Vorgesetzten erlebt wird, desto besser besser müsste es um die Zufriedenheit, die Produktivität und das Wohlbefinden der Beschäftigten gestellt sein.
Ihren Angaben zufolge schätzten Sie das Verhältnis zu Ihren Mitarbeitenden als unterdurchschnittlich ein. Anscheinend fehlt es in Ihrer Beziehung zu den Beschäftigten an Vertrauen und Aufmerksamkeit für deren Bedürfnisse. Unternehmen Sie etwas dagegen. Dafür brauchen Sie nicht Ihre Persönlichkeit zu verändern. Das wäre unglaubwürdig. Für den Anfang genügen kleine Veränderungen: Schenken Sie mehr Beachtung.
Ihren Angaben zufolge schätzen Sie das Verhältnis zu Ihren Mitarbeitenden als durchschnittlich ein. Auf der einen oder anderen Ebene gäbe es sicherlich Möglichkeiten, das Verhältnis positiver zu gestalten. Stellen Sie in Zukunft sicher, dass Ihren Mitarbeitenden bewusst ist, dass Sie sie wahrnehmen und ihre Bedürfnisse ernst nehmen. Ebenso sollten Ihre Mitarbeitenden wissen, dass Sie ihnen im Ernstfall den Rücken stärken werden. Dann steigt auch automatisch das Ihnen entgegengebrachte Vertrauen.
Sie schätzen die Qualität des Verhältnisses zu Ihren Mitarbeitenden als äußerst positiv ein. Das ist erfreulich. Wahrscheinlich haben Sie ein produktives und effektives Team um sich, das sich bei der Arbeit wohlfühlt, weil es weiß, dass Sie hinter ihm stehen. Was glauben Sie, wie Ihre Mitarbeitenden die Fragen beantwortet hätten? Bitten Sie sie um ihre Meinung.

Doch was macht einen gesundheitsfördernden Führungsstil aus? Ein wichtiger Faktor sind Handlungs- und Entscheidungsspielräume für Beschäftigte und die aktive Teilhabe im Unternehmen – Elemente, die sich auch in der Praxis bewähren, wie Thomas Sattelberger, Ex-Personalvorstand mehrerer Dax-Unternehmen und INQA-Themenbotschafter, bestätigt:

"Menschen, die das Unternehmen aktiv mitgestalten, fühlen sich wohler und sind engagierter. Wir müssen weg von einer Führungskultur, die sich nur an Zahlen orientiert, und hin zu einem Führungsstil, der eine ganzheitlich funktionierende Unternehmenskultur fördert."

Und den können Führungskräfte lernen: Die Studie zeigt, dass Maßnahmen wie Workshops und Coachings zum Thema Gesundheitsförderung den Führungsstil und das Gesundheitsempfinden verbessern können. Insbesondere konnten Krankheitstage und Präsentismus reduziert, das Arbeitsengagement erhöht und das Teamklima verbessert werden. Um diese Ziele auch im eigenen Betrieb zu erreichen, können Arbeitgeber und Führungskräfte sich bei der INQA gezielt Unterstützung suchen.

ked
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