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Riedls Dax-RadarKnappes Rennen um den Trend an den Börsen

Die Nervosität an den Aktienmärkten steigt. Doch Dax, Dow Jones und Nasdaq signalisieren eher einen Sieg Clintons als einen von Trump.Anton Riedl 04.11.2016 - 12:23 Uhr

Die Angst vor einem Wahlsieg Trumps spiegelt sich im Dow Jones wider.

Foto: dpa

Lange sah es so aus, als ob die Aussicht auf einen Präsidenten Trump die Märkte kalt lässt. Doch jetzt zieht Nervosität ein. Was passiert, wenn Trump wirklich Präsident wird, und was von seinen kruden Plänen setzt er durch? An der Börse hat eine Phase der Unsicherheit begonnen – und Unsicherheit ist etwas, das den Wertpapiermärkten nie gefällt.

Reihenweise werden nun Aufstellungen gemacht, welche Aktien von Clinton profitieren, welche von Trump. Doch zunächst ist überhaupt offensichtlich geworden, dass Trump unterm Strich für die Märkte die schlechtere Wahl wäre. Die Börsen sind nun erst dabei, dies zu realisieren.

Dabei geht die Angst über die Wahlentscheidung hinaus. Denn selbst wenn Clinton gewählt werden sollte, ist die Spaltung der amerikanischen Gesellschaft so tief, dass Rückwirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung befürchtet werden.

Platz 20: Aktien Venezuela

Die Börse in Caracas ist winzig, nur wenige Aktien sind dort notiert und die Umsätze liegen oft bei nur ein paar tausend Dollar pro Tag. Internationale institutionelle Investoren meiden venezolanische Aktien. Die Inflation im Land galoppiert, der Versorgungsmangel eklatant, die Währung Bolivar ist auf Talfahrt. Anleger, die im Januar 100.000 Euro in den IBC-Index investierten, haben so jetzt nur noch 54.320 Euro. Im Vorjahr hatten sich die Kurse noch mehr als vervierfacht.

 

Schlusstand 30.6.2016, Angaben ohne Transaktionskosten.

Foto: Reuters

Platz 19: Aktien China

Die Wirtschaft in China macht Anlegern seit über einem Jahr Sorgen. Die Börse stürzte entsprechend weiter ab. Der Leitindex CSI 300, der die 300 größten Aktien Festlandschinas erfasst, brach um 15,6  Prozent ein. Da gleichzeitig der Yuan zum Euro leicht abwertete blieben Anlegern von 100.000 Euro nur 80.900 Euro übrig.

 

Schlusstand 30.6.2016,  Angaben ohne Transaktionskosten.

Foto: Reuters

Platz 18: Aktien Euro-Zone

Der Jahresauftakt an Europas Börsen war schon ein Horror, dann kam noch das Debakel um den Brexit hinzu. Die Folge: Die Aktien in der Euro-Zone notieren tief im Minus. Wer Anfang des Jahres 100.000 Euro in den Leitindex Euro Stoxx 50 investierte, verfügt angesichts des Minus von 12,3 Prozent jetzt nur noch über 87.670 Euro. Am schlimmsten erwischte es dabei Anleger in Italien – der FTSE MIB 100 Index verlor fast ein Viertel seines Wertes.

 

Schlusstand 30.6.2016, Angaben ohne Transaktionskosten.

Foto: REUTERS

Platz 17: Britisches Pfund

Investoren haben die britische Währung nach dem Brexit-Votum regelrecht heruntergeprügelt. Schon vorher litt es deutlich, am Tag nach der Bekanntgabe des Referendums stürzte es dann zum US-Dollar um bis zu knapp 14 Prozent und zum Euro um mehr als acht  Prozent ab. Zur US-Währung liegt das Pfund auf dem niedrigsten Stand seit über 30 Jahren. Zum Euro liegt das Pfund „nur“ auf dem niedrigsten Stand seit rund zwei Jahren. In diesem Jahr wurden aus 100.000 in Pfund angelegten Euro 88.620 Euro.

 

Schlusstand 30.6.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Foto: dpa

Platz 16: Aktien Deutschland

Auch Aktienanleger in Deutschland hat bislang kein schönes Jahr. Gleich zu Beginn des Jahres stürzte der Leitindex Dax ab. Danach erholte er sich zwar – machte die Verluste vom Jahresanfang aber nie ganz wett. Der Brexit-Schock setzte dem Dax dann erneut zu. Aus 100.000 im Dax investierten Euro sind innerhalb von sechs Monaten nur noch 90.110 Euro geworden.

 

Schlusstand 30.6.2016, Angaben ohne Transaktionskosten Angaben ohne Transaktionskosten

Foto: AP

Platz 15: Aktien Schweiz

Auch die Aktien der Schweiz gingen auf Talfahrt. Der Franken legte dabei zum Euro nur ganz leicht zu. Im vergangenen Jahr hatte er kräftig aufgewertet, nachdem die Schweizerische Nationalbank den Euro-Mindestkurs für den Franken aufgegeben hatte. Von daher machten Anleger mit Franken in diesem Jahr keine Währungsgewinne. Von 100.000 Euro blieben 91.320 Euro übrig.

 

Schlusstand 30.6.2016, Angaben ohne Transaktionskosten Angaben ohne Transaktionskosten

Foto: Reuters

Platz 14: Aktien Großbritannien

Das Brexit-Votum hat der britische Leitindex rasch verkraftet.  Der Leitindex „Footsie“ war zwar am 24. Juni heftig eingebrochen, holte die kurzfristigen Verluste dann aber wieder auf. Trotzdem sind Experten skeptisch, da wegen des Ausstiegs Großbritanniens aus der EU eine lange Phase der Ungewissheit droht. Dennoch notiert der Footsie auch auf Halbjahressicht 4,2 Prozent im Plus. Da der Euro jedoch zum Pfund kräftig zulegte, machten Euro-Anleger, die ihre Positionen nicht absicherten, einen Verlust von 8,01 Prozent und hatten bei einer Anlagesumme von 100.000 Euro so nur noch 91.990 Euro auf dem Konto.

 

Schlusstand 30.6.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Foto: Reuters

Platz 13: Aktien Japan

Die Abenomics, das Konjunkturprogramm von Japans Präsidenten Shinzo Abe zieht nicht mehr an der Börse.  Ein Grund dafür ist der starke Yen, der japanische Exporte extrem teuer macht. Die Folge: Japans Leitindex Nikkei 225 ist seit Januar um mehr als 18 Prozent eingebrochen. Ein schwacher Trost für Euro-Anleger: Sie verloren nur 6,23 Prozent und hatten so Ende des ersten Halbjahres von 100.000 in den Nikkei 225 investierten Euro immerhin noch 93.740 Euro.

 

Schlusstand 30.6.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Foto: dpa

Platz 12: US-Dollar

Der Brexit hat auch dem Euro im Vergleich zum Dollar zugesetzt. Trotzdem hat der Dollar seit Jahresanfang zum Euro leicht verloren. Aus 100.000 in Dollar angelegten Euro wurden so bislang 98.120 Euro. Das schmälert alle Erträge die Anleger mit in Dollar denominierten Anlagen machten. Viele Experten glauben aber, dass die Unsicherheiten über die Zukunft der  Europäischen Union den Dollar zumindest wieder etwas steigen lassen werden.

 

Schlusstand 30.6.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Foto: Reuters

Platz 11: Aktien USA

Zu Jahresbeginn ging es auch für die großen US-Aktienindizes kräftig nach unten, später erholten sich die Börsen jedoch ­ ­- anders als in Europa wieder deutlich – und steuerten sogar auf neue Jahreshochs zu. Der Brexit verhagelte auch US-Anlegern die Stimmung. Dennoch liegt Leitindex Dow Jones auf Halbjahressicht 2,9 Prozent im Plus. Für Euro-Anleger ist der Gewinn etwas geringer,  aus  100.000 investierten  Euro wurden für sie aber immerhin 100.720 Euro.

 

Schlusstand 30.6.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Foto: dpa

Platz 10: Aktien Schwellenländer

Die Aktien der Schwellenländer haben sich insgesamt von ihrem Absturz des vergangenen Jahres erholt als der MSCI Index für Emerging Markets noch um 16 Prozent abgestürzt war. Im ersten Halbjahr 2016 legte der auf Dollar lautende Index gut fünf Prozent zu. In Euro gerechnet blieb ein Plus von 3,07 Prozent – aus 100.000 Euro machten Anleger 103.070 Euro.

 

Schlusstand 30.6.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Foto: AP

Platz 9: US-Staatsanleihen

Die Unsicherheit der Investoren hat US-Staatsanleihen Zulauf beschwert Dazu kommt, dass Investoren inzwischen nicht mehr daran glauben, dass die US-Notenbank Fed ihren im Dezember vergangenen Jahres ganz vorsichtig eingeleiteten Zyklus der Leitzinserhöhungen fortsetzt. Wer Anfang des Jahres 100.000 Euro in US-Staatsanleihen gesteckt hat, hat jetzt 103.320 Euro.

 

Schlusstand 30.6.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Foto: WirtschaftsWoche

Platz 8: Euro-Unternehmensanleihen

Seit Juni kauft die Europäische Zentralbank (EZB) Euro-Anleihen von Unternehmen abseits der Bankbranche mit guter Bonität. Die Käufe beziehungsweise schon vorher die Erwartung der EZB als neuen großen Investor trieben die Kurse. Gemessen am Index der Bank of America Merrill Lynch verdienten Anleger mit den Firmenbonds 5.350 Euro, wenn sie im Januar 100.000 Euro investierten.

 

Schlusstand 30.6.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Foto: dpa

Platz 7: Deutsche Staatsanleihen

Bundesanleihen sorgten im ersten Halbjahr für viel Aufsehen. Die Anleihekäufe der Europäischen Zentralbank, die Niedrigzinsen und die Unsicherheit der Anleger über die wirtschaftliche Entwicklung bescherten den deutschen Staatsanleihen regen Zulauf. Selbst die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe rentiert im Minus, am Tag nach dem Brexit-Entscheid fiel sie auf bis zu minus 0,17 Prozent. Für Anleger, die gleich zu Jahresbeginn 100.000 Euro in deutsche Staatsanleihen investierten machten damit Gewinn aus den minimalen Zinsen und den deutlichen Kurssteigerungen von 6.800 Euro.

 

Schlusstand 30.6.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Foto: AP

Platz 6: Anleihen Schwellenländer

Die Anleihen der Schwellenländer haben sich kräftig erholt. Das liegt auch daran, dass die US-Zinswende stockt und die Renditen der US-Staatsanleihen so deutlich gefallen sind. Außerdem haben sich die Fundamentaldaten in vielen Emerging Markets verbessert. Euro-Anleger machten mit auf Dollar lautenden Staatsanleihen gemessen am Index von JP Morgan einen Gewinn von 10.160 Euro, wenn sie am Jahresanfang 100.000 Euro investierten.

 

Schlusstand 30.6.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Foto: AP

Platz 5: Gold

Gold glänzte nach einer fünfjährigen Talfahrt wieder. Zum einen sorgte die Unsicherheit der Anleger mit Blick auf die Weltwirtschaft für die Flucht in die Krisenwährung Gold. Zum anderen machen die Negativrenditen vieler Staatsanleihen in der Euro-Zone und in Japan Gold als Anlage erneut attraktiver. Allein im Juni stieg der Goldpreis um 8,5 Prozent. So stark ist er in einem Juni zuletzt im Jahr 1980 gestiegen. Wer Anfang des Jahres 100.000 Euro in Gold investierte hat jetzt 122.860 Euro.

 

Schlussstand 30.06.2016 Angaben ohne Transaktionskosten

Foto: Reuters

Platz 4: Öl

Der Ölpreis fiel zwar bis Ende Januar auf ein Zwölfjahrestief von rund 27 Dollar, setzte dann aber zu einer Rally an und kostet aktuell rund 50 Dollar. „Das liegt vor allem, dass die USA deutlich weniger Öl produzieren“, erklärt Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden bei der Deutschen Bank. In Euro gerechnet wurden aus 100.000 am Ölmarkt investierten Euro auf 130.450 Euro.

 

Schlussstand 30.06.2016 Angaben ohne Transaktionskosten

Foto: Reuters

Platz 3: Sojabohnen

Auftrieb gab es auch bei vielen Agrarrohstoffen, die ebenfalls ihre jahrelange Talfahrt stoppten. Hauptgründe dafür waren Dürren und extreme Wetterlagen, die teils die Ernte bedrohen. Allen voran stieg der in Dollar notierte Preis für Sojabohnen um fast 35 Prozent. Aus 100.000 in den Agrarrohstoff investierten Euro wurden so im ersten Halbjahr 131.800 Euro.

 

Schlussstand 30.06.2016 Angaben ohne Transaktionskosten 

Foto: dpa

Platz 2: Aktien Peru

Die Börse in Peru ist als Überraschungsaufsteiger weit nach vorne gerückt, nachdem die Kurse zuvor fast vier Jahre stetig gefallen waren. Aus 100.000 an der Börse in Lima investierten Euro wurden in diesem Jahr bislang 142.990   Euro. Die US-Bank Goldman Sachs sieht Peru „makrookönomisch in optimaler Verfassung“ mit zunehmenden Wirtschaftswachstum und sinkender Inflation. Allerdings sind die Umsätze an der Börse gering, und dort sind nur wenige Werte notiert.

 

Schlussstand 30.06.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Foto: dpa

Platz 1: Aktien Brasilien

Der brasilianische Bovespa-Index legte in den ersten sechs Monaten des Jahres  zweistellig zu, nachdem er im Januar noch auf ein Siebenjahrestief gefallen war. Da auch der zuvor unter die Räder gekommene Real deutlich aufwertete machten Anleger die 100.000 Euro in Brasiliens Leitindex investiert haben, daraus im ersten Halbjahr 143.420 Euro. Besser schnitt keine andere Anlage ab. Dabei setzen Anleger nach der Ablösung von Präsidentin Dilma Rousseff auf ein Ende des politischen Stillstands und auf Reformen. Aber: Brasilien steckt nach wie vor in der Rezession, als wirtschaftlich gerechtfertigt, gilt der Börsenaufschwung in dieser Form nicht.

 

Schlussstand 30.06.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Foto: dpa

500-Euro-Scheine

Foto: dpa

Diese Angst spiegelt sich im Dow Jones wider. Er läuft seit einiger Zeit nicht nur schlechter als die europäischen Märkte, er hat auch vor kurzem den seit Februar bestehenden Aufwärtstrend gebrochen. Nach klassischen Regeln wäre jetzt bei etwa 17.700 Punkten die nächste Auffangzone, die er vor der Wahl nicht mehr unterschreiten sollte. Hier laufen die (deutlich steigende) 200-Tage-Linie, hier ist die Untergrenze der seit Sommer anhaltenden Abwärtsbewegung.

Geht die Wahl zugunsten Clintons aus, sollte von dieser Basis aus eine Erleichterungsrally erfolgen. Insoweit ist die aktuelle Marktsituation im Dow technisch zwar angespannt, aber immer noch im Rahmen eines positiven Szenarios. Die Märkte signalisieren immer noch eher einen Sieg Clintons als einen von Trump.

Wenn nun aber doch Trump gewinnt, dürften 17.700 schnell und dynamisch nach unten durchschlagen werden. Im ersten Rutsch kann es dann bis 17.100 gehen. Dort könnte dann eine kurze Erholung folgen, bis der Dow dann in einem zweiten Rutsch in Richtung 16.000 fällt. In diesem Bereich, den Tiefpunkten der Jahresanfangsbaisse, sollte der Markt dann eine Neuorientierung suchen. Die wird entscheidend davon abhängen, welche Signale dann von einem Sieger Trump kommen.

Immer mehr Anzeichen für höhere Zinsen

Die Unsicherheit über den Ausgang der Präsidentenwahl ist die eine, akute Belastung für die US-Märkte. Die andere ist die abflauende Wirtschaftsdynamik und die Aussicht auf steigende Zinsen. Mit Blick auf den Arbeitsmarkt signalisiert Notenbank-Chefin Janet Yellen immer deutlicher, dass es im Dezember zu einer Zinserhöhung kommen könnte.

Stelter strategisch

Mit Trump kommt die Reflation

von Daniel Stelter

Spiegelbildlich zu den Aktien haben die Renditen der zehnjährigen US-Staatsanleihen mit einem Stand von gut 1,80 Prozent den seit Jahresanfang bestehenden Abwärtstrend gebrochen. Die nächste Widerstandszone liegt im Bereich um 2,0 Prozent. Bis dahin könnten die Renditen noch in diesem Jahr anziehen.

Allerdings, sollte es in Folge eines Trump-Siegs zu Turbulenzen an den Märkten kommen, könnte sich Janet Yellen diesen Schritt noch einmal überlegen. Der jüngste Rückgang des Dollars dürfte sie weniger stören, da die seit einigen Monaten anhaltende Diskussion um die Stärke des Greenbacks nicht unbedingt ein Vorteil für die US-Unternehmen ist.

Einen besonders negativen Einfluss hätte ein Sieg Trumps auf die großen amerikanischen Technologieaktien. Deren marktbeherrschende Stellung gefällt Trump überhaupt nicht; dazu kommen persönliche Feindschaften wie etwa im Fall Amazon. Dennoch, eine außergewöhnliche Schwäche der High-Techs ist bisher nicht zu spüren. Im Gegenteil: Der Nasdaq-100-Index behauptet nach wie vor seinen seit Jahresanfang eingeschlagenen Aufwärtstrend. Auch dies ist ein Indiz für einen wahrscheinlichen Sieg Clintons.

Rückschlag für die Börse

Zwischen Trump-Angst und Fed-Ignoranz

Der Dax nutzt seinen Vorwahlspielraum inzwischen immer weiter aus. Bei 10.200 lag das Tief vom September. Sollte er das nicht verteidigen, wäre die nächste Auffangzone die 200-Tage-Linie, die etwa bei 10.100 verläuft und immerhin seit zwei Wochen nach oben dreht. Für nervöse Märkte ist es typisch, dass sie ihre mögliche Bandbreite ausreizen, zum Teil sogar kurzfristig überreizen. Trotz aller Nervosität muss das nun aber noch keine nachhaltige Abwärtsbewegung zufolge haben.

Das wäre erst der Fall, wenn der Dax deutlich unter 10.000 rutscht. Dann würde aus den Schwankungen von August bis November eine obere Wendeformation entstehen, zudem verläuft hier der seit Januar bestehende Aufwärtstrend. Analog zum Niveau 17.700 im Dow Jones dürfte der Auslöser für ein solches Verkaufssignal ein Sieg von Trump sein.

Börse zittert der US-Wahl entgegen

„Brexit-Geruch liegt über dieser US-Wahl“

Von den 30 Dax-Aktien verlaufen derzeit noch 14 oberhalb der 200-Tage-Line. Der Markt hat also an Widerstandsfähigkeit verloren. Diese Schwäche, die seit einigen Wochen sichtbar ist, wirkt sich nun auch immer deutlicher im Index aus.

Fazit zum Dax: Es wird knapp, doch vor der Wahl wird die Entscheidung über die Richtung an den Märkten nicht fallen. Und bei einem - immer noch wahrscheinlicheren - Sieg Clintons sollte es nach einer kurzen Erleichterungsrally dann im bisherigen Muster schrittweise nach oben gehen. Untergrenze für dieses positive Szenario ist die Zone um 10.000 Punkte.

BMW und Beiersdorf stark, ProSieben kommt wieder, Commerzbank wacklig

Die Nachrichten, die es von Dax-Unternehmen gibt, sind gemischt: Positiv sind die Margengewinne von Beiersdorf zu werten und die Konzentration auf weniger Marken, die besonders lukrativ sind. Billig sind Beiersdorf-Aktien nicht – doch das waren sie in den vergangenen dreißig Jahren noch nie.

Eine kalte Dusche gab es für ProSieben-Aktionäre, die eine überraschende Kapitalerhöhung verdauen müssen. Indes, strategisch ist es richtig, das wachstumsstarke Digitalgeschäft auszubauen. Im Bereich um 35 Euro besteht zudem eine gute Unterstützungszone. Überbewertet ist die Aktie nicht, eine gute Dividende gibt es obendrein.

Nicht aus den Schlagzeilen kommt die Commerzbank. Die jüngste Umstrukturierung, diesmal weg von der Mittelstandsbank, ist vor allem Kostensenkungen geschuldet. In die Defensive zu gehen, zahlt sich an der Börse aber nur aus, wenn es sichere Erträge und gute Dividenden gibt. Beides ist bei der Commerzbank nicht der Fall. Die Aktie bleibt damit uninteressant.

BMW liefert solide Zahlen, auch wenn sie zum Teil aus der Finanzsparte kommen und der wichtige US-Markt schwächelt. Dennoch ist es gut, dass die Münchener ihre E-Strategie überarbeitet haben und nun auf den breiteren Markt zielen. Die Aktie ist günstig, das gilt erst recht für die nicht im Dax notierten Vorzüge.

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