1. Startseite
  2. Finanzen
  3. Geldanlage
  4. Stelter strategisch: Eine Zinswende können wir uns nicht leisten

Stelter strategischEine Zinswende können wir uns nicht leisten

Der langjährige Boom am Anleihenmarkt soll nach Expertenmeinung langsam zu Ende sein - und damit würden die Zinsen wieder steigen. Doch wie passt das in die heutige Welt des billigen Geldes? Überhaupt nicht.Daniel Stelter 24.11.2016 - 06:00 Uhr

Schriftzug "Zins".

Foto: dpa

Schon vor der Wahl Donald Trumps befanden sich die Zinsen weltweit auf dem Weg nach oben, eine Entwicklung die sich seit der Wahl deutlich beschleunigt hat. Die Märkte erwarten höheres Wachstum und mehr Inflation als Folge der wirtschaftspolitischen Maßnahmen der neuen US-Regierung, Steuersenkungen, Infrastrukturinvestitionen und Protektionismus sollen die von Volkswirten seit Jahren erhoffte Wende bringen: Die Reflationierung der US-Wirtschaft zur Überwindung der Stagnation und zur Entwertung der Schulden.

Der Anstieg der Zinsen hat mittlerweile eine solche Dynamik entfaltet, dass namhafte Experten, wie der Zinsguru der 1970er Jahre Henry Kaufman, das Ende des über 30-jährigen Bullenmarktes in Anleihen ausrufen. Dies sei die Zinswende und wir müssten uns auf eine langjährige Aufwärtsbewegung der Zinsen und damit fallende Anleihekurse einstellen.  Auch die Charttechniker rufen Alarm. Langjährige Trends wären durchbrochen, es drohe eine sich selbst beschleunigende Entwicklung die zu deutlich höheren Zinsen führt.

Normalisierung vom Tief?

Natürlich kann man leicht argumentieren, dass es höchste Zeit ist, dass die Zinsen steigen. Die Finanzmarktkrise ist mehr als sieben Jahre her, die Eurokrise scheint ebenfalls bewältigt. Die Notenbanken sollten nun endlich aus den als Notfallmaßnahmen gedachten Programmen aussteigen und wir wieder zur Normalität zurückkehren. Schließlich waren die Zinsen in den letzten 5000 Jahren noch nie so tief wie heute. Komisch ist nur, dass dieselben Analysten, die noch vor wenigen Wochen ewig tiefe Zinsen verkündeten heute eine Trendwende feststellen. Eigentlich sollten Analysten doch gerade solche Trendwenden vorhersagen, nicht ihnen hinterherlaufen.

Seitdem die Europäische Zentralbank die Leitzinsen auf immer neue Rekordtiefs senkt, steht die Sparwelt Kopf. Anstatt Zinsen auf die Sparguthaben zu zahlen, verlangen nun viele Geldhäuser Zinsen von Kunden, die ihr Geld bei ihnen parken. Ein Überblick.

Foto: dpa

Raiffeisenbank

In die Schlagzeilen schaffte es zuletzt die bayerische Raiffeisenbank Gmund am Tegernsee. Diese verlangt von reichen Sparern, die mehr als 100.000 Euro auf Giro- oder Tagesgeldkonten lagern, künftig 0,4 Prozent Strafzinsen. Bankchef Josef Paul sagte am 11. August, er hüte 40 Millionen Euro, die von einem Tag auf den anderen abgehoben werden könnten und die er nicht verwerten könne. „Die liegen bei mir auf dem Zentralbankkonto und verursachen 0,4 Prozent Kosten“, sagte der Bankchef. „Ich kann nicht für jede Million 4000 Euro hinlegen.“ Er ist nicht der Einzige, der so denkt...

Foto: dpa

Deutsche Skatbank

...auch den Managern der Deutschen Skatbank wird es ähnlich ergangen sein. Die Direktbank, die zur der VR-Bank Altenburger Land gehört, hat bereits 2014 mit der Meldung Furore gemacht, von reichen Kunden Strafzinsen zu verlangen. Allerdings gilt die Regel nur für sehr reiche Privatkunden: Wer mehr als drei Millionen Euro bei der Bank parkt, muss ab dem 1. November 2014 0,25 Prozent Strafzinsen zahlen.

Foto: dpa

Sparkasse Oberhausen

Bei den Sparkassen gibt es offiziell noch keine negative Zinsen auf Guthaben von Privatkunden. Ginge es jedoch nach Oberhausens Sparkassen-Chef Bernhard Uppenkamp, so könnten sich auch Sparkassen-Kunden bald mit Strafzinsen anfreunden. „Wir können Negativzinsen in Zukunft auch für Privatkunden nicht mehr ausschließen“, gab Uppenkamp im März bekannt. Wenn die Zinsen kommen, würde das allerdings – wie so oft – vor allem vermögende Kunden betreffen.

Foto: dpa

Alternative Bank Schweiz

Mit dem Tabu, keine Kleinsparer mit Strafzinsen zu behelligen, brach die Alternative Bank Schweiz. Das Institut, das sich auf nachhaltige Geldanlagen spezialisiert, verlangt seit Oktober vergangenen Jahres 0,125 Prozent Zins auf Alltagkonten. Wer besonders viel Geld bei der Bank bunkert, zahlt noch mehr.

Foto: Handelsblatt

Lombard Odier

Schweizer Banken sind insgesamt bei der Einführung von Negativzinsen weit vorn. Die Privatbank Lombard Odier bittet Kunden seit Januar dieses Jahres zur Kasse. Wer mehr als 100.000 Franken auf den Konten der Bank lagert, zahlt 0,75 Prozent Zinsen, etwa so viel, wie die Banken für ihre Einlagen bei der Schweizern Nationalbank zahlen müssen (gegenwärtig - 0,74 Prozent).

Foto: dpa

Migros Bank

Die Schweizer Migros Bank verlangt im Moment zwar keine Strafzinsen, schließt sie aber auch nicht mehr aus. Sollte die Negativzinspolitik noch länger andauern oder die SNB eine weitere Senkung der Zinsen beschließen, würde man diesen Schritt in Erwägung ziehen, so Chef Harald Nedwed in einem Interview mit der Westschweizer Zeitung „Le Temps” im August 2016.

Foto: Getty Images, imago images, Marcel Stahn

Safra Sarasin

Noch eine Bank, die Negativzinsen an ihre Kunden weiterreicht. Im Februar 2015 hat die Schweizer Privatbank Safra Sarasin angekündigt, ihre Großkunden zur Kasse zu bitten. „Professionelle Anleger verstehen die Realität und die Notwendigkeit für diesen Schritt zu dieser Zeit”, kommentierte eine Sprecher das Geschehen gegenüber der Presse.

Foto: dapd

Züricher Kantonalbank

Selektiv gibt die Züricher Kantonalbank Negativzinsen an Großkunden weiter, sagte ZKB-Chef Martin Scholl in einem Interview mit der Baseler Zeitung im Juli 2016. Kleinsparer sind noch nicht betroffen.

Foto: dpa

Nordea

Einen ganz besonderen Auswuchs der Negativzinsen hatte die skandinavische Nordea zu verbuchen. Die Bank hat im Februar 2015 zum ersten Mal einen Hypothekenkredit mit Negativzins vergeben. Bei dem so genannten „F1-Darlehen” handelt es sich um ein Darlehen, das bis zum Ende des Jahres zu einem bestimmten Zinssatz gewährt wird. Beim Ablauf der Jahresfrist wird der Zinssatz angepasst. In Zukunft kann es also durchaus passieren, dass die Kunden der Nordea doch noch „richtige” Zinsen werden zahlen müssen. Noch zahlt aber die Bank.

Foto: dpa

Dabei waren die bisherigen Begründungen für tiefe Zinsen gar nicht so unfundiert, wie hier vor einigen Wochen diskutiert:

- Die demografische Entwicklung führt zu einem erhöhten Angebot an Sparkapital, weil immer mehr Menschen für das Alter vorsorgen. - An dieser Dynamik hat sich in den letzten Monaten nichts geändert.

- Eine zunehmend ungleiche Vermögens- und Einkommensverteilung führt zu mehr Sparkapital, weil Menschen mit höheren Einkommen und Vermögen mehr sparen als der Durchschnitt der Bevölkerung. - An diesem Faktor hat sich ebenfalls nichts geändert. Wenn, dann führen die Steuersenkungen der neuen US-Regierung zu einer Verstärkung des Trends.

Hohe Zinsen für Ersparnisse - das war einmal. Weltweit haben viele Notenbanken die Leitzinsen gesenkt, um die Wirtschaft anzukurbeln. Die Europäische Zentralbank (EZB) verlangt von Banken gar Strafzinsen, wenn sie Geld bei der Notenbank horten. Das soll Geldhäuser dazu bringen, mehr Kredite zu vergeben. Erste Banken geben den Minuszins an vermögende Sparer weiter wie die Raiffeisenbank Gmund am Tegernsee. Andere wie die Postbank erhöhen Gebühren. Aber wie sind Sparer im Ausland betroffen? Ein Überblick.

Foto: dpa

Frankreich:

Der Fall der Strafzinsen der Tegernseer Bank hat im Nachbarland ein großes Echo hervorgerufen. Dort gibt es Strafzinsen für Privatkunden bisher nicht. Die Bankgebühren sind zuletzt aber nach zwei Jahren Rückgang wieder gestiegen, wie eine Auswertung des Vergleichsportals panorabanques.com ergab. Minuszinsen drohen nur Unternehmen in Einzelfällen, etwa wenn sie sehr große Summen auf Bankkonten horten.

Foto: REUTERS

Dänemark:

Zwar verlangt die dänische Zentralbank dort noch höhere Strafzinsen von Banken als die EZB. Doch Geldhäuser geben diese laut der Danske Bank, der größten des Landes, nicht an Privatkunden weiter. Die Institute verdienen gut an Gebühren. Bei Wohnungskrediten erhöhen einige Geldhäuser gerade die Zinsen. Das ärgert die Kunden, aber ein Sturm der Entrüstung blieb bisher aus.

Foto: dpa

Italien:

Negativzinsen und steigende Gebühren beschäftigen Sparer nicht. Sie treibt eher die Krise der heimischen Banken um, die sie ihr Erspartes kosten könnte. Viele Kleinsparer haben den Banken Geld geliehen. Doch die stehen unter Druck, da sie faule Kredite in Höhe von 360 Milliarden Euro in ihren Bilanzen haben. Die Regierung in Rom verhandelt mit Brüssel, inwieweit die Banken gestützt werden können.

Foto: dpa

Großbritannien:

Nach dem Brexit-Votum hat die Bank of England den Leitzins zwar auf ein Rekordtief von 0,25 Prozent gesenkt. Damit liegt der Zinssatz aber immer noch über dem Wert in der Eurozone. Auch erhebt die Notenbank keine Strafzinsen von Banken. Privatkunden bleiben daher davon verschont, sagt Mike Peacock, Sprecher der Bank of England. „Uns ist keine Bank bekannt, insbesondere keine der wichtigen, die derartige Gebühren erheben.“

Foto: dpa

Schweiz:

Auch dort verzichten Banken auf Negativzinsen für Privatkunden - mit einer Ausnahme: Seit Jahresbeginn berechnet die vergleichsweise kleine Alternative Bank Schweiz (ABS) mit Sitz in Olten (Kanton Solothurn) auf Girokonten Minuszinsen von 0,125 Prozent. Trotzdem konnte die Bank neue Kunden gewinnen. Die ABS gilt indes mit ihren oft gesellschaftlich engagierten Kunden als Sonderfall. Statt Gewinnmaximierung ist ihr erklärtes Ziel die Förderung umweltfreundlicher und sozialer Projekte.

Foto: dpa

Spanien:

Die Bank BBVA hat begonnen, in speziellen Fällen Einlagen von Unternehmenskunden mit Negativzinsen zu belegen. Die Zeitung „El Diario“ schrieb, sie habe damit „eine Pandora-Büchse geöffnet“. Negativzinsen für Privatkunden sind für spanische Banken (noch) kein Thema. Laut Medienberichten erheben aber ausländische Banken wie BNP Paribas, HSBC und Julius Bär Strafzinsen für Privatkunden.

Foto: REUTERS

Japan:

Auch in Fernost sind die Zinsen drastisch gefallen. Im Zuge der „Abenomics“, der Wirtschaftspolitik von Ministerpräsident Shinzo Abe, wurde die Geldpolitik stark gelockert, um die schwächelnde Konjunktur anzukurbeln. Seit diesem Januar müssen auch dort Banken Negativzinsen zahlen für einige Gelder, die sie bei der Zentralbank horten. Minuszinsen für Sparer sind dort trotzdem nicht verbreitet.

Foto: dpa

USA:

Die Vereinigten Staaten tanzen aus der Reihe. Dort denkt die Notenbank eher über eine Anhebung der Leitzinsen nach. Dennoch bürden Banken Kunden teils hohe versteckte Gebühren auf. Der Zahlungsverkehr ist mit dem innereuropäischen System nicht vergleichbar. Auf Papier gedruckte und per Post verschickte Schecks sind noch immer die Regel. Kunden müssen etwa für ihr Scheckheft bezahlen. Wessen Kontostand unter einen bestimmten Mindestbetrag fällt - etwa 1.500 Dollar - muss Kontogebühren bezahlen. Relativ hohe Beträge werden auch für Transaktionen ins Ausland, speziell in Fremdwährungen fällig.

Foto: AP

- Die Schwellenländer versuchen ihre Wirtschaft über eine Stärkung des Exportsektors zu entwickeln. Da Exportüberschüsse immer auch mit einem Kapitalexport einhergehen, investieren diese Länder in den Kapitalmärkten der Industrieländer und vergrößern so zusätzlich das Angebot an Ersparnissen. - Hier könnte es im Zuge des Protektionismus in den USA zu einer Änderung kommen. Das Kapitalangebot wäre dann in der Tat geringer. Doch in welchem Umfang?

- Die Sparer sind risikoaverser geworden und deshalb bereit, ihr Geld auch zu tiefen Zinsen anzulegen, statt in andere, risikoreichere aber potenziell rentierlichere Anlagen auszuweichen. Oder – wie im Falle der Versicherungen -  werden von der Regulierung in diese Anlagen gezwungen. – Kann es sein, dass wir heute risikofreudiger sind, angesichts der Aussichten auf eine Politik à la Trump? Hört man die besorgten Stimmen der Experten bezüglich seines Wahlprogramms, müsste man wohl eher vom umgekehrten ausgehen.

Diesem Angebot an Kapital steht nach Einschätzung der Experten eine sinkende Nachfrage gegenüber:

- So sind in den vergangenen Jahren die Preise von Investitionsgütern deutlich gefallen, was unter anderem auf die digitale Revolution zurückzuführen ist. Deshalb benötigen Unternehmen weniger Kapital, um ihre Investitionen zu finanzieren. – Auch hier hat sich in den vorigen Wochen nichts geändert. Preissteigerungen sind (noch) nicht in Sicht.

- Derweil sind die Investitionen der Staaten deutlich zurückgegangen, was an der schon bestehenden hohen Schuldenlast der Staaten liegt. – Hier liegt die große Änderung gegenüber dem Zeitpunkt vor der Wahl, vorausgesetzt das Programm wird Wirklichkeit. Und selbst wenn Trump wie angekündigt eine Billion US-Dollar ausgibt, dürfte der Effekt über Jahre verteilt sein.

Gold gehört zu den begehrtesten, weil edlen und raren Elementen. Die Gründe dafür liegen im Kosmos, denn dort entsteht das Edelmetall. Allerdings nicht wie etwa Kohlenstoff oder Eisen in normalen Sternen durch Kernfusion, sondern nur durch extrem energiereichere Vorgänge, etwa die Kollision zweier Neutronensterne.

Foto: dpa

Bei diesen Fusionen verschmilzt neutronenreiches Material der Auswurfmasse, anschließend zerfallen die daraus hervorgegangenen Elemente wieder zu stabilen Kernen wie eben Gold. Bei einem solchen Ereignis, das Astronomen vor einigen Jahren beobachteten, entstand eine Menge Gold, die schätzungsweise zehnmal der Masse unseres Mondes entspricht.

Foto: dpa

Die Weltproduktion an Diamanten reicht längst nicht mehr aus, um den Bedarf zu decken: 80 bis 90 Prozent aller Diamanten werden daher mittlerweile künstlich erzeugt. Sie kommen meist in der Industrie zum Einsatz, Schmuck macht den kleinsten Teil aus.

Die 20 Tonnen Naturmaterial stammen vor allem aus zwei Quellen: Zum einen aus den klassischen Minen, bei denen sogenannte Kimberlit-Schlote nahezu senkrecht in die Erde ausgebeutet werden – der Stein trägt die begehrten Diamanten.

Foto: dpa

Die andere Quelle sind sogenannte Diamantseifen, die trotz ihres Namens nichts mit waschaktiven Substanzen zu tun haben. Vielmehr handelt es sich hier um eine besondere Form der Mineralanreicherung. Verwittert der Kimberlit, bleiben die Diamanten als extrem robuste Materialien übrig. An einigen Küsten wie in Namibia passiert dies auch in Strandnähe.

Wenn ankommende Wellen Material auf den Strand verfrachten, nimmt das zurückströmende Wasser die leichteren Körner wieder mit, während die harten Brocken, eben die Diamanten, im Sand oder Kies zurückbleiben und sich dort zu Diamantseife anreichern. „Seife“ stammt übrigens aus dem geologischen Sprachgebrauch und bezeichnet jede Art sekundärer Mineralanreicherung in Sedimenten.

Foto: Lempertz, Köln

Ein altes Flussbett bei Ratnapura, südöstlich von Sri Lankas Hauptstadt Colombo, ist das Eldorado für Edelsteinsucher. Seit 2000 Jahren schätzen Glückssucher die Region wegen ihrer relativ leicht zugänglichen Vorkommen an Saphiren, Rubinen und Granaten. Ursprünglich stammen sie aus dem angrenzenden Hochland, wo ihr Ausgangsgestein erodiert und von Niederschlägen in die Flussläufe gespült wurde. Dort lagerten sich die edlen Steine ab und wurden von jüngeren Sedimenten überdeckt. (Foto: dpa)

Foto: Handelsblatt

2016 wurde hier einer der bislang größten Saphire der Welt ausgegraben und der Öffentlichkeit vorgestellt: Er wiegt 1404 Karat und ist schätzungsweise 90 Millionen Euro wert. Bei dem hier abgebildeten Stein handelt es sich um ein anderes Exemplar, das bei einer Versteigerung im Jahr 2008 „nur“ knapp drei Millionen Euro erbrachte. (Foto: dpa)

Foto: Handelsblatt

Bislang besteht die wirtschaftliche Bedeutung des bolivianischen Salar de Uyuni in seinem touristischen Wert. Der riesige Salzsee im Altiplano der Anden lockt jedes Jahr zehntausende Touristen an, die die bizarre Salzpfanne bewundern. Doch der Salar besitzt noch einen weiteren Schatz, und der weckt industrielle Begehrlichkeiten: Er umfasst das weltweit vielleicht größte Vorkommen an Lithium – einem Metall, das etwa für Akkumulatoren von Elektroautos oder Smartphones gebraucht wird.

Foto: dpa

In der Erdkruste kommt das Element zwar sehr häufig vor, aber normalerweise nicht in abbauwürdigen Konzentrationen. Anders am Salar de Uyuni, wo insgesamt mehr als fünf Millionen Tonnen lagern sollen. Eine deutsche Firma ist seit 2015 an einem Pilotprojekt beteiligt, das als Basis für die zukünftige Förderung dienen soll.

Foto: AP

Einer der Rohstoffe, von denen man wohl nicht annehmen würde, dass er knapp werden könnte, ist Sand. Unbegrenzt scheinen die Vorräte, die in Wüsten, an Stränden oder am Meeresgrund liegen. Doch Sand ist nicht gleich Sand. Wichtig ist zum Beispiel seine Zusammensetzung oder seine Körnung. Zudem wird er in den unterschiedlichsten Branchen eingesetzt – in der Baubranche, zur Glas- oder Kosmetikherstellung, in der IT-Branche ebenso wie zur Herstellung v on Solarzellen. Und das lässt den Allerweltsstoff allmählich rar werden.

Foto: dpa

Wüstensand beispielsweise taugt nicht für die Betonproduktion, er ist zu glatt. Staaten wie Saudi-Arabien oder Dubai müssen daher das Material aus Australien oder anderen Regionen importieren. In Indonesien betreibt schon die Mafia vielerorts den lukrativen, aber zerstörerischen Abbau. Die Vereinten Nationen warnen bereits vor der Knappheit und ihren Folgen.

Foto: dpa

- Das geringere Wirtschaftswachstum, verursacht durch den Rückgang der Erwerbsbevölkerung und deutlich geringere Produktivitätszuwächse, wirkt zusätzlich dämpfend auf Investitionen. -  Die Entwicklung dieser beiden Faktoren hat sich in den vergangenen Monaten ebenfalls nicht geändert. Wenn, dann dürfte die Politik von Trump diese Faktoren erst über Zeit verändern.

Es gibt folglich wenige Gründe, zu einer anderen Einschätzung zu kommen, als vor einigen Monaten. Das Wirtschaftswachstum mag etwas höher sein, die Inflation ebenfalls. Die Maßnahmen würden zudem vor allem in den USA wirken. Im optimistischsten Fall könnte Trump dort die Reflation gelingen.

Korrektur im Abwärtstrend?

Doch nicht nur die genannten Faktoren sprechen gegen eine Trendwende bei den Zinsen. Es gibt einen viel banaleren Grund, der für eine moderate Zinsentwicklung spricht. Wir können uns in der Weltwirtschaft schlichtweg keine höheren Zinsen leisten. Bekanntlich waren wir noch nie so hoch verschuldet wie heute. Eine beabsichtigte Folge der (Notenbank-)-Politik der letzten Jahre und Jahrzehnte. Wir sind mit maximaler Hebelwirkung unterwegs und es darf nichts schiefgehen. Da das Umfeld sich nicht ändert und die Wachstumsaussichten sich angesichts der fundamentalen Faktoren nicht signifikant verändern lassen, sind steigende Zinsen genau das was schiefgeht.

Wann immer die Zinsen in den vergangenen Jahrzehnten angezogen haben, kamen Schuldner unter Druck und die Aktienmärkte auch. So stiegen die Zinsen vor dem Crash 1987, vor der Asien- und der Russlandkrise, selbst vor der Subprime-Krise 2007. Warum sollte es heute anders sein? Wer jetzt denkt, es liegt an einer anderen Politik der Notenbanken, den erinnere ich nur an die Tatsache, dass diese letztlich den Märkten folgen und nicht wie vielfach angenommen die Trends setzen. Sie machen es zwar schlimmer – vor allem im Trend nach unten – doch alleine Schuld sind sie nicht.

Unbestritten ist jedoch, dass die Zinsen immer wieder immer tiefer gesenkt wurden, um die neue Krise zu bekämpfen. So wird es auch bei der Krise sein, die sich durch die höheren Zinsen anbahnt. Mag der Dow Jones auch neue Rekorde feiern, billig ist er schon lange nicht mehr. Natürlich kann man den Markt nicht timen und ich würde auch dringend von einseitigen Wetten abraten. Dennoch spricht mehr denn je für unser ausgewogenes Portfolio aus Cash, Aktien, Immobilien und Gold. Letzteres ist gerade nicht sehr en vogue. Das dürfte sich im nächsten Krisendurchgang auf dem Weg in noch negativere Zinsen wieder ändern.

Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
Stellenmarkt
Die besten Jobs auf Handelsblatt.com
Anzeige
Homeday
Homeday ermittelt Ihren Immobilienwert
Anzeige
IT BOLTWISE
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Remind.me
Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s
Anzeige
Presseportal
Lesen Sie die News führender Unternehmen!
Anzeige
Bellevue Ferienhaus
Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen
Anzeige
Übersicht
Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche
Anzeige
Finanzvergleich
Die besten Produkte im Überblick
Anzeige
Gutscheine
Mit unseren Gutscheincodes bares Geld sparen
Anzeige
Weiterbildung
Jetzt informieren! Alles rund um das Thema Bildung auf einen Blick