Flüchtlingskrise: Angela Merkel will “Wir schaffen das” nicht wiederholen

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Bundeskanzlerin Angela Merkel

von Miriam Meckel und Gregor Peter Schmitz

Der Druck auf Kanzlerin Merkel zur Kurskorrektur in der Flüchtlingskrise steigt  – in der WirtschaftsWoche distanziert sie sich von ihrem berühmtesten Satz zur Flüchtlingskrise.

Der Druck auf Angela Merkel, ihren Kurs in der Flüchtlingsfrage zu korrigieren, steigt. CSU-Chef Horst Seehofer möchte die Kanzlerin im Bundestagswahlkampf 2017 nur unterstützen, falls sie seiner Forderung nach einer Obergrenze für Flüchtlinge nachkommt.

Merkel lehnt dies weiter strikt ab – aber sie kommt Kritikern wie Seehofer entgegen, indem sie sich von ihrem umstrittenen Satz „Wir schaffen das“ distanziert. Merkel sagte der WirtschaftsWoche über diesen Satz: „Er ist Teil meiner politischen Arbeit, weil ich davon überzeugt bin, dass wir ein starkes Land sind, das auch aus dieser Phase gestärkt herauskommen wird. Er ist Ausdruck einer Haltung, wie sie sicher viele aus ihrem beruflichen und privaten Leben kennen. Manchmal denke ich aber auch, dass dieser Satz etwas überhöht wird, dass zu viel in ihn geheimnist wird. So viel, dass ich ihn am liebsten kaum noch wiederholen mag, ist er doch zu einer Art schlichtem Motto, fast zu einer Leerformel geworden.“

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Merkel hatte „Wir schaffen das“ erstmals bei einer Pressekonferenz im August 2015 gesagt. Umfragen zeigen, dass viele Deutsche mit der Aussage nicht viel anfangen können oder sie gar ablehnen. Merkel wiederholte die Worte aber einer Pressekonferenz im August 2016 demonstrativ.

Der WiWo sagte die Kanzlerin nun, dass sie die Skepsis in der Bevölkerung über den Satz verstehe. „Manch einer fühlt sich von ihm sogar provoziert.“

Görlachs Gedanken Angela Merkel hat jetzt drei Möglichkeiten – und sie sind alle Mist

Ändert die Kanzlerin ihre Flüchtlingspolitik? Bleibt sie bei ihrem Kurs? Die öffentliche Debatte, die wir nun erleben, ist absurd. Denn die Politik von Angela Merkel ist in Wahrheit nicht das Problem.

Kolumnist Alexander Görlach hält nichts von der Debatte, dass die Kanzlerin ihre Flüchtlingspolitik ändern soll. Quelle: REUTERS

Sie stellte aber auch klar: So war er natürlich nie gemeint, sondern anspornend, dezidiert anerkennend. Und zwar weil ich genau weiß, dass wir alle in unserem Land gemeinsam sehr viel zu schultern haben, aber dass sich das in den übertrieben oft wiederholten drei Wörtern nicht sofort abbildet.“

Merkels Distanzierung von „Wir schaffen das“ geschieht einen Tag vor der Wahl des neuen Abgeordnetenhauses in Berlin, wo eine rot-rot-grüne Koalition wahrscheinlich ist. Anfang September war die CDU bei der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern mit lediglich 19 Prozent hinter der „Alternative für Deutschland“ (AfD) gelandet. Auch bundesweit sackt Merkels Union weiter ab. CDU und CSU kamen in dem am Mittwoch veröffentlichten Wahltrend des Magazins "stern" und des Fernsehsenders RTL nur noch auf 32 Prozent und damit auf den niedrigsten Wert seit Jahren.

Merkel äußerte sich gegenüber der WirtschaftsWoche im Rahmen eines Doppelinterviews mit Trumpf-Chefin Nicola Leibinger-Kammüller, das in einem Sonderheft zum 90. Geburtstag der WirtschaftsWoche am Montag, dem 26. September, erscheint. Mit dem WiWo-Digitalpass können Sie die Ausgabe dann in der App oder als eMagazin lesen. Alle Abo-Varianten finden Sie auf unserer Info-Seite.

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