Pädagogen ohne Arbeit: Wohin mit den ganzen Lehrern?

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Pädagogen ohne Arbeit: Wohin mit den ganzen Lehrern?

von Nora Jakob

Ein Lehramtsstudium galt einst als sicherer Weg, eine Stelle zu bekommen. Damit ist es vorbei - denn es gibt mehr Absolventen als Stellen. Was Lehramtsstudenten dagegen tun können – und was Experten raten.

Julia Zobel, die eigentlich anders heißt, hat direkt nach dem Abitur angefangen zu studieren: Latein auf Lehramt für Gymnasien an einer Universität in Thüringen. Bis zum Ende des Referendariats, mittlerweile schon in Nordrhein-Westfalen, ging es für sie rasant weiter - doch dann war Schluss.

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Nach dem Referendariat durfte sie noch bis zum Ende des Schuljahres an ihrer Ausbildungsschule bleiben. Seitdem schlägt sie sich mit verschiedenen Jobs durch, trotz eines guten Abschlusses.

"Ich habe mindestens bei 100 Schulen im Umkreis von 100 km angerufen und mich vorgestellt, um wenigstens die Chance auf eine Vertretungsstelle in der Nähe zu bekommen", sagt sie. "Keine Chance."

Der Beruf des Lehrers galt lange als besonders sicher. Aber das ist ein Irrglaube. Fast alle Bundesländer klagen heute über zu viele Bewerber auf zu wenige Stellen. Nur wer günstige Fächerkombinationen studiert und ein überdurchschnittliches Examen macht, hat heute noch Chancen.

Bildungspolitik CDU sagt linker Schulpolitik den Kampf an

Die bildungspolitische Gleichgültigkeit der Unionsparteien ist ein großer Fehler. Julia Klöckner und andere Landespolitiker wollen ihn korrigieren. Und das ist gut so.

Die rheinland-pfälzische CDU-Oppositionsführerin Julia Klöckner will, dass sich die Union wieder stärker in der Schulpolitik engagiert. Quelle: dpa

Insgesamt gab es in Deutschland im Schuljahr 2012/2013 665.892 Lehrer an allgemeinbildenden Schulen. Glaubt man Experten wie dem Bildungsforscher Klaus Klemm, so ist Julias größtes Problem ihre geisteswissenschaftliche Fächerkombination, die viele Studienfänger anzieht. Klemm erwarten in den kommenden Jahren in allen Schulformen und über alle Fächer hinweg "ein Überangebot an zur Verfügung stehenden Lehrern". Durchschnittlich, sagt Klemm, werden pro Jahr bis zu 8000 Menschen mehr Stellen suchen als angeboten werden: "Vor allem an Gymnasien in Westdeutschland."

 

Burnout bei Lehrern Wer nicht für seinen Beruf brennt, brennt aus

Lehrer leiden häufiger unter Burnout als andere Arbeitnehmer. Forscher haben jetzt herausgefunden, woran das liegt. An Eltern und Schülern jedenfalls nicht.

huGO-BildID: 33294082 ARCHIV - ILLUSTRATION - Eine Frau legt am 07.03.2012 in Stuttgart ihren Kopf in die Hände. Foto: Marijan Murat/dpa (zu dpa «Umfrage: Stress ist häufigster Auslöser für Kopfweh» vom 10.10.2013) +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

2025 soll das Überangebot bei mehr als 13.000 Lehrern liegen, zurzeit sind es 2000. Es sind düstere Prognosen, die einzelne Bundesländer besonders hart treffen. Im nordrhein-westfälischen Bildungsministerium wird damit gerechnet, dass bis 2029 mehr als 20.000 Lehrer auf Stellensuche sein werden.

Ein Grund: Die doppelten Abiturjahrgänge, die den Bedarf an Absolventen deutlich übersteigen. Abnehmende Schülerzahlen und eine geringen Anzahl an Lehrern, die in den kommenden Jahren pensioniert werden, verschlimmern das Problem.

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