1. Startseite
  2. Politik
  3. Deutschland
  4. Entwarnung in München: Todesschütze war offenbar Einzeltäter

Entwarnung in MünchenTodesschütze war offenbar Einzeltäter

Nach der Schießerei in München sind die Hintergründe der Tat noch unklar. Der mutmaßliche Schütze, ein 18-Jähriger, habe mit hoher Wahrscheinlichkeit alleine gehandelt, teilte die Polizei mit. Ein Überblick. 22.07.2016 - 21:07 Uhr
  • Am Freitagabend gab es am Olympia-Einkaufszentrum in München bei Schüssen Verletzte und auch Tote
  • Die Münchner Polizei sprach von einer „akuten Terrorlage“ in der Stadt
  • Neun Menschen wurden laut Angaben der Polizei getötet.
  • Anschließend soll sich der mutmaßliche Täter selbst erschossen haben.
  • Das Motiv ist laut Polizei unklar.

+++Entwarnung+++

„Wir haben das Problem gefunden, und es ist tatsächlich so, dass wir wieder nach vorne gucken können und der morgige Tag beginnen kann.“ Das sagte der Münchner Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins am frühen Samstagmorgen nach der blutigen Schießerei.

+++Mutmaßlicher Täter ist tot+++

Der Schusswaffen-Anschlag in einem Münchner Einkaufszentrum wurde nach Angaben der Polizei von einem 18-jährigen Deutsch-Iraner verübt. Polizeipräsident Hubertus Andrä sagt in einer Pressekonferenz in der Nacht, der 18-Jährige habe sich nach bisherigen Ermittlungen nach der Tat selbst getötet. Er sei zuvor auch von Zivil-Polizisten angeschossen worden. Das Motiv und der Hintergrund für die Tat, bei der neun Menschen erschossen wurden, sei noch völlig unklar. Man gehe von einem Einzeltäter aus, sagt Andrä.

+++ 10 Tote +++

in weiteres Opfer ist nach Polizeiangaben seinen Verletzungen erlegen. Damit steigt die Zahl der Toten auf zehn. Darunter ist auch die Leiche eines möglichen Täters, sagt ein Polizeisprecher. Der öffentliche Nahverkehr in der Stadt hat seinen Betrieb unterdessen wieder aufgenommen.

+++Mehrere Verletzte+++

Bei dem Anschlag sind mindestens zehn Menschen verletzt worden. Das teilt die Polizei auf Twitter mit. Der Einsatz laufe weiter, es könne keine Entwarnung gegeben werden Bundesinnenminister Thomas de Maiziere fährt am Samstag nach München, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Das teilt er über Twitter mit.

+++Polizei: Münchner Olympia-Einkaufszentrum wird intensiv durchsucht+++
Die Polizei durchsucht nach eigenen Angaben derzeit intensiv das Münchner Olympia-Einkaufszentrum. Zur Lage in der Umgebung des Tatorts sagte Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins am späten Freitagabend: „Wir haben keine Anhaltspunkte dafür, dass sich die Lage außerhalb des OEZs zuspitzt.“ Dennoch sei die Polizei mit starken Kräften präsent. Bei der Fahndung gehe die Polizei nach wie vor von bis zu drei Tätern aus.

Chronik: Aufsehenerregende Anschläge in Deutschland
Mit Axt und Messer bewaffnet geht ein 17-jähriger Flüchtling aus Afghanistan in einer Regionalbahn bei Würzburg auf Fahrgäste los. Fünf Menschen werden verletzt, einige von ihnen lebensgefährlich. Polizisten erschießen den Attentäter, der sich in einem Video als Kämpfer der Terrormiliz IS bezeichnete. Wenige Tage später sprengt sich ein 27-jähriger syrischer Flüchtling vor einem Musik-Festival in Ansbach mit einem Rucksack in die Luft. Er stirbt, 15 weitere Menschen werden verletzt. Auf einem Handy des Mannes gebe es eine Anschlagsdrohung als Video, sagt der bayerische Innenminister Joachim Herrmann. Der Täter kündige einen Racheakt gegen Deutsche an als Vergeltung, weil sie Muslime umbrächten.
Nach einer indischen Hochzeit verüben zwei junge mutmaßliche Salafisten aus Gelsenkirchen einen Bombenanschlag auf ein Gebetshaus der Sikhs in Essen. Drei Menschen werden verletzt. Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich um einen gezielten Angriff mit terroristischem Hintergrund handelte.
Bei einer Kontrolle am Hauptbahnhof Hannover verletzt eine 15 Jahre alte Deutsch-Marokkanerin einen Bundespolizisten lebensgefährlich mit einem Messer. Nach Erkenntnissen der Bundesanwaltschaft war die Attacke eine „Märtyreroperation“ für die Terrororganisation Islamischer Staat (IS).
Ein junger Kosovo-Albaner erschießt auf dem Flughafen Frankfurt/Main zwei US-Soldaten und verletzt zwei weitere schwer. Der Mann gilt als extremistischer Einzeltäter. 2012 wird er zu lebenslanger Haft verurteilt.

+++Polizei: Zahl der Toten steigt auf neun+++
Die Zahl der bestätigten Todesopfer nach dem Attentat in München ist auf mindestens neun gestiegen. Die Polizei sprach bei Twitter über acht Tote. Bei einem weiteren neunten Toten prüfen die Ermittler, ob es sich um einen Täter handelt. Die neunte Leiche, ein Mann, wurde etwa einen Kilometer entfernt vom Olympia-Einkaufszentrum gefunden, wie ein Polizeisprecher am späten Freitagabend sagte. Der Mann sei durch Gewalteinwirkung gestorben.

+++Altmaier: Bundessicherheitskabinett tagt am Samstag in Berlin+++
Nach dem Anschlag in München kommt an diesem Samstag das Bundessicherheitskabinett in Berlin zusammen. Das gab das Kanzleramt am Freitagabend bekannt. Dem Gremium unter Vorsitz von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gehören auch Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD), Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD), Innenminister Thomas de Maizière (CDU), Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU) an. Gegebenenfalls können weitere Minister und Vertreter der Sicherheitsbehörden hinzukommen. De Maizière soll bereits zum zweiten Mal in dieser Woche seinen Urlaub unterbrochen haben und auf dem Rückflug aus den USA sein, hieß es in Berlin.

+++Festival in München abgesagt+++
Das Tollwood-Festival ist nach Angaben der Polizei abgesagt worden. Die Menschen seien aufgefordert worden, nach Hause zu gehen, sagte ein Sprecher. Das Festival findet im Olympiapark in der Nähe des Olympia-Einkaufszentrums statt.

Der Veranstalter teilte auf seiner Website mit: „Kurz nach Beginn der Schießerei im OEZ wurde Tollwood durch die Polizei informiert. In engster Zusammenarbeit mit ihr beschloss die Festivalleitung, das Gelände im Olympiapark möglichst ohne Panik zu evakuieren. Zuerst wurden die Stände geschlossen und das Publikum gebeten, den Platz möglichst Richtung Osten zu verlassen, immer mit dem Hinweis, dass der MVV nicht mehr fährt. Dann wurde das Andechser Zelt und die ausverkaufte Musik-Arena geleert. Um auch hier Panik zu vermeiden, wurde das Publikum über die Lage informiert.“

Kanzlerin Merkel

Bundeskanzlerin Angela Merkel lobt die Hilfsbereitschaft der Münchner in der Tatnacht, in der viele ihre Wohnungen Fremden zur Verfügung stellten. "In dieser Freiheit und Mitmenschlichkeit liegt unsere größte Stärke", sagt Merkel am Samstag. Deutschland trauere "mit schwerem Herzen um die, die nie mehr zu ihren Familien zurückkehren werden." Sie fügte an die Adresse der Angehörigen hinzu: "Wir denken an Sie, wir teilen Ihren Schmerz, wir leiden mit Ihnen."

Foto: dpa

Innenminister Joachim Herrmann

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) forderte in der „Welt am Sonntag“, dass „wir in extremen Situationen“ wie Terroranschlägen „auch in Deutschland auf die Bundeswehr zugreifen können“.

Foto: AP

De Maizière: "Explosionen von Gewalt"

Für Innenminister Thomas de Maizière waren es „Explosionen von Gewalt“, die in München zum Tod von neun unschuldigen Menschen führten. Der Amokläufer war nach den Worten de Maizières für die Sicherheitsbehörden zuvor ein unbeschriebenes Blatt. „Gegen ihn waren bisher keine polizeilichen Ermittlungen bekannt.“ Deswegen habe es auch keine staatsschutzrelevanten Informationen gegeben. „Und es gibt auch keine Erkenntnisse der Nachrichtendienste über diese Person.“ Möglicherweise sei der junge Deutsch-Iraner gemobbt worden.

Dennoch sprach sich de Maizière dafür aus, die Einsatzkonzepte der Polizei noch einmal unter die Lupe zu nehmen. „Das wird sicher jetzt noch einmal überprüft werden müssen“, sagte der CDU-Politiker am Samstagabend in der ARD. Und gegenüber der „Bild am Sonntag“ sagte er, dass zunächst ermittelt werden müsse, wie der Amokläufer an die Tatwaffe gelangt sei. „Dann müssen wir sehr sorgfältig prüfen, ob und gegebenenfalls wo es noch gesetzlichen Handlungsbedarf gibt.“

Foto: dpa

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel

Auch Vizekanzler Sigmar Gabriel betonte im Gespräch mit den Zeitungen der Funke Mediengruppe: „Die Waffenkontrolle ist ein wichtiger Punkt. Wir müssen weiter alles tun, um den Zugang zu tödlichen Waffen zu begrenzen und streng zu kontrollieren.“ Der SPD-Politiker sagte zudem, Staat und Gesellschaft müssten bei psychisch instabilen Menschen „hinsehen und intervenieren - gerade bei Jugendlichen“.

Foto: dpa

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD)

Auf Hass dürfe nicht mit Hass reagiert werden, sagte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller der „Welt am Sonntag“. Außerdem könne eine Großstadt wie Berlin nicht an jede Ecke einen Polizisten stellen. „Ebenso wenig können Sozialarbeiter überall einen Blick hineinwerfen“, sagte der SPD-Politiker.

Foto: dpa

Münchner OB - "Unsere Stadt steht zusammen"
Der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter äußert sich über die Tat entsetzt. Alle städtischen Feste und Feiern seien für dieses Wochenende abgesagt. "Es sind schwere Stunden für München." Er sei von der großen Hilfsbereitschaft und Solidarität beeindruckt. "Unsere Stadt steht zusammen."

Foto: dpa

Unionsfraktionschef Volker Kauder warnt vor einer Ausbreitung von Hass und Gewalt. Noch sei nicht bekannt, was den Attentäter zu den Morden getrieben habe. "Unabhängig davon, was seine Motive waren und wie sich seine persönliche Disposition darstellt, müssen wir aber noch mehr darauf achten, dass sich Hass und Gewalt in unserer Gesellschaft generell nicht weiter ausbreiten."

Foto: dpa

Russlands Präsident Vladimir Putin

Der russische Präsident Wladimir Putin kondoliert Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer. Das berichten russische Nachrichtenagenturen.

Foto: AP

Horst Seehofer ist "tief erschüttert"

Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hat sich vom Anschlag in München „tief erschütter“ gezeigt. Die „brutale und menschenverachtende Tat“ erfülle alle „mit Trauer und Schrecken“, sagte er in einer Mitteilung von Samstagmorgen. Die Gedanken seien bei Opfern und Angehörigen. Weiter betonte Seehofer: „Ohne Sicherheit gibt es keine Freiheit“.

Foto: dpa

Frankreichs Präsident Francois Hollande

Anders als die deutschen Ermittlungsbehörden bewertet der französische Präsident Francois Hollande den Schusswaffen-Anschlag von München eindeutig als Terrortat. "Der terroristische Anschlag der München getroffen und viele Menschen getötet hat, ist ein abscheulicher Akt mit dem Ziel, nach anderen Ländern auch in Deutschland Angst zu schüren", erklärte Hollande am Samstag. Deutschland könne auf die Unterstützung Frankreichs zählen, versicherte Hollande, der ankündigte, noch im Tagesverlauf mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zu sprechen. Der Münchner Polizeipräsident Hubertus Andrä hatte in der Nacht dagegen erklärt, es sei derzeit zu früh für eine Aussage darüber, ob die Tat eher ein Amoklauf oder ein Terroranschlag gewesen sei.

Foto: dpa

Donald Trump warnt vor Terrorismus

Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump sagte, dass der zunehmende "Terrorismus" das Leben aller zivilisierten Menschen bedrohe. Die amerikanische Regierung müsse nun alles dafür tun, um die USA vor Anschlägen zu schützen.

Foto: REUTERS

Obama sagt Deutschland Unterstützung zu

„Deutschland ist einer unserer engsten Verbündeten. Wir werden ihnen jegliche Unterstützung zusagen, die sie in diesen Umständen brauchen können“, sagte Obama am Freitagnachmittag (Ortszeit) in Washington.

Foto: dpa

Obama-Sprecher Josh Earnest

Ein Sprecher von Präsident Barack Obama erklärte, die Vereinigten Staaten verurteilten den „anscheinenden Terrorakt“ auf schärfste Weise. „Wir kennen noch nicht alle Fakten, aber wir wissen, dass dieser feige Akt viele Menschen in einer der lebendigsten Städte Europas getötet und verletzt hat“, sagte Josh Earnest, Sprecher des Weißen Hauses.

Foto: REUTERS

Niederländischer Premier Mark Rutte spricht Merkel Mitgefühl aus
Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte hat Deutschland nach dem Attentat von München sein Mitgefühl ausgesprochen. In einem Telefongespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel bot Rutte zudem alle notwendige Hilfe an. „Normale Menschen wurden beim Einkaufen oder Arbeiten an einem normalen Freitagabend brutal ermordet oder verwundet“, heißt es in der Erklärung vom Samstag. „Wir denken an sie und ihre Angehörigen.“

Foto: dpa

Boris Johnson „zutiefst schockiert“

Der britische Außenminister Boris Johnson hat sich „zutiefst schockiert“ und „traurig“ über die tödlichen Schüsse in München geäußert. „Meine Gedanken sind bei den Opfern, deren Liebsten und ganz Deutschland zu dieser Zeit“, schrieb Johnson in einer Twitter-Mitteilung.

Foto: REUTERS

Kanzleramtschef Peter Altmaier

„Wir tun alles, was wir können, damit wir unseren Lebensstil (.) weiterhin leben können. Wir dürfen nicht zulassen, dass die Terroristen ihr Ziel erreichen, nämlich unsere Gesellschaft zu verunsichern.“

Foto: AP

Bundeskabinett stellt sich auf Krisenlage ein

Die Bundesregierung stellt sich auf eine Krisenlage wegen der tödlichen Attacken in München ein. Am Freitagabend kamen nach dpa-Informationen im Kanzleramt Mitarbeiter zusammen, um die Geschehnisse in der bayerischen Landeshauptstadt zu verfolgen und Kontakt mit allen zuständigen Stellen zu halten. Alle von den Angriffen thematisch betroffenen Regierungsmitglieder seien alarmiert, hieß es.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) war nicht persönlich im Kanzleramt.

Foto: dpa

Innenminister Thomas de Maizière bricht USA-Aufenthalt ab

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) flog zum Zeitpunkt des Anschlags gerade in die USA. De Maizière hatte wegen des Attentats in Würzburg am Montagabend seinen Urlaub unterbrochen und war nun wieder auf dem Weg in die USA. Laut einem Ministeriumssprecher wird er direkt nach seiner Landung wieder zurück nach Deutschland fliegen.

Foto: AP

Bundespräsident Joachim Gauck "zutiefst entsetzt"

„Der mörderische Angriff in München entsetzt mich zutiefst“, wurde Gauck in einer Mitteilung des Bundespräsidialamtes zitiert. In Gedanken sei er bei allen Opfern und bei allen, die um einen geliebten Menschen trauerten oder fürchteten. Er wandte sich auch an die Rettungskräfte: „Und ich fühle mich allen verbunden, die im Einsatz sind, um Menschen zu schützen und Leben zu retten.“

Foto: dpa

Frankreichs Außenminister erklärt sich solidarisch

Der französische Außenminister Jean-Marc Ayrault hat angesichts des Attentats in München seine Verbundenheit mit Deutschland betont. „Solidarität mit Deutschland, das in diesem Augenblick einer schweren Prüfung unterzogen wird“, schrieb Ayrault auf Twitter.

Foto: AP

Seehofer und Herrmann setzen Krisentreffen an

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer und Innenminister Joachim Herrmann (beide CSU) haben ein Krisentreffen in der Staatskanzlei in München für Samstag um 11.00 Uhr angesetzt. Sie eilten am Freitagabend in die Polizei-Einsatzzentrale.

Foto: dpa

Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel lobt die Arbeit der Polizei auf Twitter

Foto: Screenshot

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier drückt Mitgefühl aus

Steinmeier drückt den Betroffenen und ihren Angehören sein Mitgefühl aus. Die Einsatzkräfte täten derzeit alles Menschenmögliche, um Leben zu retten und weitere Gefahren abzuwenden. In den letzten Stunden seien viele Solidaritätsbekundungen aus aller Welt eingegangen. "Es tut in diesen Stunden gut zu wissen, dass unsere europäischen Freunde und unsere internationalen Partner an unserer Seite stehen", teilt er mit.

Foto: AP

+++Bahn stellt Übernachtungszüge bereit+++
Nach dem Terroralarm in München, der Sperrung des Hauptbahnhofs und der kompletten Einstellung des Zugverkehrs hat die Deutsche Bahn im Münchner Umland Übernachtungszüge bereitgestellt. Dort sollten gestrandete Reisende Unterschlupf finden, teilte die Bahn mit. Jeweils ein Zug werde dafür in Mammendorf, Starnberg, Geltendorf, Dachau und Freising stehen. Dort endeten zahlreiche Züge am Freitagabend.


+++Seehofer beruft Sondersitzung des Kabinetts für Samstag ein+++
Nach dem Attentat in einem Münchner Einkaufszentrum hat Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) für Samstag um 11.00 Uhr eine Sondersitzung seines Kabinetts einberufen. Das sagte eine Regierungssprecherin.

München

Katwarn, Safety Check und Informationsquellen

+++Polizei: Bisher keinen Hinweis auf islamistischen Hintergrund+++
Die Polizei hat für den Anschlag in München bislang keinen Hinweis auf einen islamistischen Hintergrund. „Dafür ist es viel zu früh“, sagte Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins.

Die Polizei spricht derzeit von einer „akuten Terrorlage“. Dazu sagte der Sprecher: „Wir gehen insofern von einem Terroranschlag aus, als wir mit unseren Maßnahmen bei dieser Annahme die höchstmögliche Wirkung erzielen und wir lieber zu viel als zu wenig Personal auf der Straße haben. Wenn sich herausstellt, dass es einen anderen Hintergrund hatte, haben wir den worst case auch abgedeckt.“

+++Nach Terrorlage Server in München völlig überlastet+++
Im Zuge der aktuellen Terrorlage und dem Stillstand des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs in München sind am Freitagabend die Server bei den Stadtwerken völlig überlastet gewesen. Aufgrund des Informationshungers der Bürger kam es zweitweise auch zu Ausfällen auf der Internetseite der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG), wie die Stadtwerke München mitteilten. Davon sei teilweise auch die App MVG-Fahrinfo betroffen gewesen.

+++Klinikum rechts der Isar löst Katastrophenfall aus+++
Das Klinikum rechts der Isar – das Krankenhaus der Technischen Universität München – hat den Katastrophenfall ausgelöst. In diesem Klinikum sei ein Patient seinen Verletzungen erlegen, erklärt eine Sprecherin. Das Klinikum ist halte zehn OP-Teams und acht Schockraumteams bereit.

+++Bundeskabinett stellt sich auf Krisenlage wegen Terror in München ein+++
Die Bundesregierung stellt sich auf eine Krisenlage wegen der tödlichen Attacken in München ein. Am Freitagabend kamen nach dpa-Informationen im Kanzleramt Mitarbeiter zusammen, um die Geschehnisse in der bayerischen Landeshauptstadt zu verfolgen und Kontakt mit allen zuständigen Stellen zu halten. Alle von den Angriffen thematisch betroffenen Regierungsmitglieder seien alarmiert, hieß es. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) war nicht persönlich im Kanzleramt. Innenminister Thomas de Maizière (CDU), der wegen des Attentats in Würzburg am Montagabend seinen Urlaub unterbrochen hatte, war am Abend noch auf dem Weg in die USA.

+++Polizei: Mindestens sechs Tote bei Anschlag in München+++
Bei dem Anschlag in München sind mindestens sechs Menschen getötet worden. Das gab ein Polizeisprecher bekannt. Kurz zuvor hatte die Polizei noch von fünf Toten gesprochen, korrigierte die Angabe aber schnell.

München

Rätsel über das Motiv des Schützen


+++Polizei fahndet im gesamten Großraum München nach Tätern+++
Nach den Tätern von München wird nach Angaben der Polizei im gesamten Stadtgebiet und im Umland gefahndet. Gerüchte über den angeblichen Tod eines Täters konnte ein Sprecher der Polizei gegen 21:30 Uhr nicht bestätigen.

+++Viele Bahnreisende in München gestrandet+++
Wegen der Sperrung des Hauptbahnhofs sind am Freitagabend viele Reisende in München gestrandet. Eine japanische Touristengruppe sagte, sie sei auf dem Weg zum Schloss Neuschwanstein im Allgäu gewesen und wisse bisher nicht, wo sie die Nacht verbringen solle. Vor einem Hotel gegenüber dem Hauptbahnhof bildete sich eine lange Schlange von Touristen, die nach einem Zimmer suchten. Der gesamte Bahnverkehr in München war auch späten Abend noch gesperrt.

+++Seehofer auf dem Weg nach München+++
Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer und Landesinnenminister Joachim Herrmann sind nach Angaben der Staatskanzlei auf dem Weg nach München, um über die Sicherheitslage zu beraten.

+++Weiter Hubschrauber über der Stadt+++
Mehrere Polizeihubschrauber kreisen weiter über München. Aus einem der Helikopter über dem Olympia-Einkaufszentrum spähte ein Scharfschütze, wie Reuters-Fotografen berichten. Polizeieinheiten aus ganz Südbayern strömen in die Stadt. Zahlreiche Verkehrsachsen im Norden Münchens sind abgeriegelt. Weiter fahren auch Rettungswagen mit Blaulicht durch die Innenstadt.

+++Polizei in Baden-Württemberg verstärkt Präsenz+++
Nach den Schüssen in einem Einkaufszentrum in München mit mehreren Toten zeigt die Polizei in Baden-Württemberg verstärkt Präsenz auf den Straßen. Außerdem seien Spezialkräfte zur Unterstützung nach München geschickt worden, teilte das Innenministerium auf Anfrage mit. Sämtliche Dienststellen seien informiert und sensibilisiert worden, hieß es. In der Stuttgarter Innenstadt waren zahlreiche Polizeiwagen auf den Straßen zu sehen.

+++Tschechien verstärkt Polizeistreifen im Grenzgebiet+++
Nach dem Attentat in München verstärkt Tschechien die Polizeistreifen im Grenzgebiet zu Deutschland. „Vor allem für den Fall, dass einer der Täter versuchen sollte, aus Deutschland zu fliehen“, sagte Innenminister Milan Chovanec dem tschechischen Fernsehen CT. Auch in vielen Einkaufszentren in Tschechien werde die Polizeipräsenz erhöht, kündigte er an. „Der barbarische Angriff von München zeigt, in was für einer gefährlichen Welt wir leben“, schrieb der tschechische Außenminister Lubomir Zaoralek auf Twitter. „Ich fühle mit unseren bayerischen Nachbarn“, fügte er hinzu.


+++Krankenhäuser in Bereitschaft+++
Das Krankenhaus Schwabing - das in der Nähe des Olympia-Einkaufszentrums liegt – und weitere Kliniken bereiten sich auf die Aufnahme von Verletzten vor. Dafür würden auch Ärzte und Pflegekräfte aus der Freizeit ins Krankenhaus gerufen, sagt ein Sprecher.

+++Polizei: Drei Täter mit „Langwaffen“ auf der Flucht+++
Nach dem Attentat in München sind nach Angaben der Polizei drei Täter mit „Langwaffen“ auf der Flucht. Das sagte ein Polizeisprecher am Freitagabend der Deutschen Presse-Agentur.

+++Münchner Feuerwehr im Großeinsatz+++
Feuerwehr und Rettungskräfte in München sind mit einem Großaufgebot im Einsatz. „Alles, was verfügbar ist, ist im Einsatz“, sagte ein Sprecher der Münchner Feuerwehr am Freitagabend. Von den Einsatzkräften sei bisher niemand verletzt worden.


+++Züge fahren Münchner Hauptbahnhof nicht mehr an+++
Regional- und Fernzüge fahren nach den Schüssen in München den Hauptbahnhof der bayerischen Landeshauptstadt nicht mehr an, wie ein Sprecher der Deutschen Bahn der Deutschen Presse-Agentur am Freitagabend sagte. Auch die Stammstrecke der S-Bahn ist gesperrt. Der Hauptbahnhof war zuvor evakuiert worden. Der Nahverkehr wendet dem Sprecher zufolge an geeigneten Bahnhöfen vor dem Hauptbahnhof.


+++Autofahrer sollen Autobahnen Richtung München freimachen+++
Wegen des Großeinsatzes im Münchner Stadtgebiet hat die Polizei alle Autofahrer aufgerufen, von den Autobahnen in Richtung der Landeshauptstadt abzufahren. „Die Polizei ersucht alle Verkehrsteilnehmer, die Autobahnen auf dem Weg nach München zu meiden beziehungsweise zu verlassen, um anfahrenden Einsatzfahrzeugen auf dem Weg nach München die freie Durchfahrt zu ermöglichen“, berichtete der Verkehrsservice des Bayerischen Rundfunks am Freitagabend.

+++Polizei: „Akute Terrorlage“ in München+++
Die Polizei spricht von einer „akuten Terrorlage“ in München. Das gab die Münchner Polizei in einer offiziellen Mitteilung bekannt.

+++Münchner Oberbürgermeister in Polizei-Einsatzzentrale+++
Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) ist in die Einsatzzentrale der Münchner Polizei geeilt. Der von der Stadt ausgerufene „Sonderfall“ bedeute, dass jetzt alle Dienste der Stadt zusammenarbeiteten, sagte er.

+++Unruhe und Panik in München – Menschen flüchten über Gleise+++
Nach den Schüssen in München herrscht Unruhe und teilweise Panik in der Stadt. Nach der Sperrung des Hauptbahnhofs flüchteten Menschen über Bahngleise, wie Augenzeugen berichteten. Die Polizei rief die Menschen aus, zu Hause zu bleiben und nicht auf die Straße zu gehen.

Inzwischen wurden auch die Bürger im Landkreis München über Katwarn aufgerufen, nicht in die Stadt zu fahren.

+++Twitter und Facebook reagieren auf Schüsse in München+++
Die Sozialen Medien haben auf die Schüsse an einem Einkaufszentrum und die unsichere Lage in München reagiert. Facebook aktivierte am Freitagabend den „Safety Check“ („Sicherheitscheck“) für München, womit Bewohner mitteilen können, dass sie in Sicherheit sind. Zudem twitterten etliche Bewohner der Stadt den Hashtag #OffeneTür im Kurznachrichtendienst Twitter, um Menschen in München Unterschlupf zu gewähren oder zu suchen. Nach Schüssen am Olympia-Einkaufszentrum im Norden der Stadt, bei denen nach ersten Erkenntnissen mehrere Menschen getötet wurden, war die Lage in weiteren Teilen der bayerischen Landeshauptstadt zunächst völlig unklar.

dpa, rtr, ses, sha
Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
Stellenmarkt
Die besten Jobs auf Handelsblatt.com
Anzeige
Homeday
Homeday ermittelt Ihren Immobilienwert
Anzeige
IT BOLTWISE
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Remind.me
Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s
Anzeige
Presseportal
Lesen Sie die News führender Unternehmen!
Anzeige
Bellevue Ferienhaus
Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen
Anzeige
Übersicht
Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche
Anzeige
Finanzvergleich
Die besten Produkte im Überblick
Anzeige
Gutscheine
Mit unseren Gutscheincodes bares Geld sparen
Anzeige
Weiterbildung
Jetzt informieren! Alles rund um das Thema Bildung auf einen Blick