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Entlassungen bei Bigpoint: Wie es der Spiele-Branche wirklich geht

von Meike Lorenzen

Mit Zynga und Bigpoint haben gleich zwei Unternehmen der Spiele-Branche einen massiven Stellenabbau angekündigt. Hat die Branche das Ende ihrer Erfolgssträhne erreicht?

Mit dem Browserspiel Farmerama hat das Hamburger Unternehmen Bigpoint einen Riesenhit gelandet und kräftig verdient. Quelle: Presse
Mit dem Browserspiel Farmerama hat das Hamburger Unternehmen Bigpoint einen Riesenhit gelandet und kräftig verdient. Quelle: Presse

Es flossen Tränen, als Bigpoint-Chef Heiko Hubertz in der vergangenen Woche ankündigte, 120 Stellen streichen zu wollen. 80 Mitarbeiter müssen den Standort Hamburg verlassen, 40 weitere die Niederlassung in den USA. Dort dürfen lediglich die Vertriebskollegen bleiben. Alles andere wird eingestampft. Betroffen sind vor allem die Webentwickler und Programmierer, die in Übersee besonders teuer sind.

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Und auch der Chef selbst kehrt nach drei Jahren in Kalifornien wieder nach Deutschland zurück. Hier will er einen Gang herunterschalten und sich mit seiner Freundin der Familienplanung widmen. Im Januar des kommenden Jahres wechselt er daher als Berater in den Aufsichtsrat des Unternehmens.

Bigpoint-Chef Heiko Hubertz Interview

Heiko Hubertz, Chef des Computerspiele-Anbieters Bigpoint, will mehr Werbung platzieren und setzt auf ein altes Geschäftsmodell der realen Spielhallen.

Bigpoint-Chef Heiko Hubertz: "Ein Spieler kostet heute drei Euro und mehr"

Mit Spieleklassikern wie Farmerama und Drakensang hatte Heiko Hubertz Bigpoint groß gemacht. Binnen weniger Jahre wuchs das Unternehmen auf 800 Beschäftigte an. TA Associates und Summit Partners konnten als Mehrheitseigner des Unternehmens gewonnen werden – für satte 350 Millionen Euro kauften sich die Investoren in das Hamburger Unternehmen ein. Die großen Erfolge mit den Browserspielen feierten die Bigpoint-Mitarbeiter mit rauschenden Festen im Hamburger Hafen. Auf dieser Erfolgswelle schwimmend, wollte der heute 36-jährige Gründer Hubertz auch in Übersee durchstarten. Es klingt wie eine Geschichte der New Economy Anfang der 90er Jahre, deren Börsenblase letztlich platzte und Neureiche plötzlich wieder vor dem Nichts stehen ließ.

Der Markt wächst

Mit Bigpoint hat es auch Heiko Hubertz zum Multimillionär geschafft. Dass es ihm gehen könnte wie Managern in den 90ern, scheint trotz der Negativschlagzeile um die Kündigungen unwahrscheinlich. Der Markt für Spiele ist groß und wächst weiter. Bigpoint hat das Potenzial, sich durch diese Krise zu schlagen. Doch wie das funktionieren soll, bleibt eine spannende Frage. Denn der Neuigkeitswert der kostenlosen Browsergames ist inzwischen verflogen. Zahlungswillige Kunden bei der Stange zu halten, ist mit starkem Engagement verbunden. Es lohnt ein genauer Blick auf den deutschen Markt der Zocker, der die Schwierigkeiten der Branche deutlich macht.

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 02.11.2012, 10:47 UhrDerschnoedeSchein

    Was macht sich die Szene Gedanken um die Zukunft? Eben keine. Die Vorderen haben sich die Taschen vollgemacht. Laut, dreist, geistig bestenfalls durchschnittlich begabt aber dafür hängt man sich jetzt voll mit Statussymbolen.
    Das Motto lautet: Boom und Bust. Vielleicht findet sich ja ein Dummer, der die Krümel aufkauft und der leeren Hülle neues Leben einhaucht.

  • 01.11.2012, 17:55 Uhrholger

    '...Cloud-Gaming...' ist sicher nicht die zukunft. es fehlt als vorraussetzung eine internetanbindung mit genügend bandbreite. was auf absehbare zeit via cloud möglich sein wird kann ein office pc für 300€ z.b. mit der neuen apu von amd im schlaf. also was sollte jemand der eh einen pc zum arbeiten hat mit cloud gaming?
    wenn die bandbreite in einigen jahren besser geworden ist rechnleistung doppelt kein thema mehr.
    durch die konsolen wird der leistungshunger bei spielen stark gedrosselt da sehr oft plattformübergreifend gearbeitet wird.
    aber ich bezweifle ernsthaft das die bandbreite stark genug steigt um alles was vom internetanschluss verlangt wird leisten zu können.

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