Stevia: Warten auf das süße Wunder

Stevia: Warten auf das süße Wunder

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Die Fritz-Kola-Gründer Mirco Wiegert (links) und Lorenz Hampl haben das erste Stevia-Produkt in Deutschland auf den Markt gebracht.

von Oliver Voß

Stevia ist kalorienfrei und soll Zucker ersetzen. Noch gibt es erst wenige Produkte mit dem Natursüßstoff, doch eine kleine Hamburger Firma zeigt es Coca Cola & Co.

Einmal haben Mirco Wiegert und Lorenz Hampl die großen Lebensmittelkonzerne schon abgehängt. Der Coup gelang ihnen in der Nacht zum 13. Dezember, als die beiden Gründer von Fritz-Cola einige tausend Kisten ihrer neuesten Kreation auslieferten: Fritz-Cola-Stevia.

Das braune Getränk ist mit einem Extrakt aus der Stevia-Pflanze gesüßt, die 300-mal süßer als Zucker ist und dabei keine Kalorien hat. Lange war der vermeintliche Wunder-Zucker aus Südamerika hierzulande verboten, doch seit Dezember ist Stevia zugelassen und die beiden Hamburger haben das erste Produkt in Deutschland auf den Markt gebracht.

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„Das Rezept war schon lange fertig“, erinnert sich Wiegert. Auch Etiketten und Werbemittel waren schon lange entworfen, denn wie andere Unternehmen hatte Fritz-Cola schon mit einer früheren Zulassung gerechnet. Daher wundert sich der Hamburger auch, dass andere Unternehmen mit Stevia-Produkten noch warten – allen voran Coca Cola.

Denn der Getränkeriese hat das Zulassungsverfahren maßgeblich vorangetrieben. Zusammen mit dem US-Nahrungsmittelriesen Cargill hat Coca Cola 29 Stevia-Patente angemeldet und vertreibt weltweit 30 mit Stevia gesüßte Getränkesorten, insbesondere in den USA wo der Stoff bereits seit 2008 erlaubt ist.

Stevia-Eistee und Hustenbonbons

Deutsche Kunden müssen darauf jedoch noch warten, der Brausehersteller testet derzeit noch, was hierzulande ankommt. „Im Sommer entscheiden wir, was auf den Markt kommt“, heißt es bei Coca Cola.

Auch sonst rollt die vermeintliche Süßstoff-Revolution erst langsam an. „Viele Menschen kennen Stevia noch nicht, es muss daher erst einmal seinen Platz in den Läden finden“, sagt Anja Krumbe vom Süßstoffverband. In den Regalen bei Real, Rewe oder Edeka findet sich inzwischen zumindest Stevia in Pulver- oder Tablettenform neben den künstlichen Zuckerersatzstoffen.

Neue Produkte, die mit Stevia gesüßt sind, werden dagegen erst schrittweise eingeführt. PepsiCo hat gerade einen Lipton Ice Tea Green auf den Markt gebracht, weitere Ankündigungen gab es kürzlich auf der Internationalen Süßwarenmesse in Köln. So wird es demnächst Pullmoll Hustenbonbons auf Stevia-Basis geben und Zentis bietet ab April vier Konfitüren an, die dank Stevia 30 Prozent weniger Kalorien haben. „Wir sind überzeugt davon, dass sich Stevia im Markt für Zuckerersatzstoffe durchsetzen wird“, Zentis-Chef Karl-Heinz Johnen.

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