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Nachhaltigkeit: Henkel, BMW und SAP gelten als sehr nachhaltig

Nachhaltigkeit: Mit diesen Tricks waschen sich deutsche Unternehmen grün

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Henkel, BMW und SAP gelten als sehr nachhaltig

Wie ökologisch, sozial und transparent handeln Unternehmen? Dieser Frage ging ein Forschungsprojekt der Berliner Hochschule für Wirtschaft und Recht nach. Entstanden ist daraus das Unternehmen "WeGreen". Ziel des Startups: Mit Transparenz und Dialog mehr Nachhaltigkeit bei Unternehmen und Konsumenten ermöglichen. Die Berliner bewerten Firmen auf ihre Nachhaltigkeit hin, dafür gibt es ein grünes, gelbes oder rotes Ampellicht. Das Fazit der Auswertung für die 30 deutschen Dax-Konzerne: Nur für zwei gibt "WeGreen" grünes Licht. Die Ergebnisse im Detail...

Bild: dpa

Diese Position setzt sich nun bis in die Vorstandsetagen großer Konzerne durch. Henkel, BMW und SAP – die laut den Analysten der Ratingagentur Oekom zu den nachhaltigsten der Welt gehören – arbeiten daran, verantwortungsvolles Wirtschaften tief in ihrer Strategie zu verankern. Denn die Manager wissen, wenn sie mit vermeintlich grünen Kampagnen ihre Glaubwürdigkeit verlieren, glaubt ihnen niemand mehr.

Wie also steht es in Sachen Greenwashing um die deutsche Wirtschaft? Welche Branchen sind besonders anfällig? Was sind die häufigsten Tricks? Wo lauern Fallen für Unternehmen? Und können Verbraucher überhaupt erkennen, wo wirklich nachhaltig drinsteckt, wenn nachhaltig draufsteht? Um diese Fragen zu beantworten, haben WirtschaftsWoche-Reporter in aller Welt recherchiert: in Papierfabriken in China, bei Baumwollbauern in Indien und auf Recyclinghöfen in Deutschland.

Siegel sind ihren Kleber nicht wert

Wer sich für einen bewussten Lebensstil entscheidet, hat es schwer. Kunden können nicht jeden Zulieferer einer Lieferkette kontrollieren. Sie sind auf Siegel angewiesen und darauf, dass eine unabhängige Instanz die guten von den schlechten Produkten unterscheidet. Doch viele dieser Siegel sind nicht den Aufkleber wert, auf den sie gedruckt wurden: Mal erfinden Unternehmen ihre eigenen Labels, mal stammen die Auszeichnungen von dubiosen Organisationen – und oft halten sie schlichtweg nicht das, was sie versprechen.

Platz 50: Gelsenkirchen

Gelsenkirchen schneidet in fast allen untersuchten Bereichen am schlechtesten ab. Die Stadt bildet bei der für eine nachhaltig hohe Lebensqualität der Bewohner zentralen Kategorie Umwelt das Schlusslicht (Rang 50). Auch in den Kategorien Humankapital und Bildung belegt Gelsenkirchen nur den letzten Platz.

Bild: obs

Die erste Spur führt nach China. In Dutzenden Fabriken entsteht hier aus einem weißen Brei Papier, das schier endlos über gigantische Fließbänder rollt. Die Produkte in Form von Kartons und Papier landen später containerweise in Europa. Die Basis für Papier ist Holz. Doch in Asien gibt es im Vergleich zu Europa weniger Nutzwälder – dafür massenhaft Urwald.

Noch vor zwei Jahren hielt es Heinz-Joachim Schaffrath für ausgeschlossen, dass schützenswerte Tropenhölzer in deutschen Küchenrollen oder Zeitungen landen. Schaffrath erforscht die Papierherstellung an der Technischen Universität Darmstadt und ist einer der angesehensten Experten in dem Feld. Druckerpapier, Taschentücher und Klopapier tragen oft das Umweltsiegel FSC der Umweltorganisation Forest Stewardship Council. Kein Problem also. Dachte der Experte.

Starker Hinweis auf Tropenholz

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Heute weiß Schaffrath, wie falsch er gelegen hat. Hunderte Papierchargen hat er untersucht, die ihm Umweltschutzorganisationen, Discounter und Verlage zugespielt haben. Weil es bisher kein Verfahren gab, die wertvollen Hölzer im Papier nachzuweisen, hat Schaffrath selbst eines entwickelt: Er analysiert die mikroskopische Gestalt der Holzfasern – sozusagen den Fingerabdruck von Buche, Birke, Kiefer und Eukalyptus. Manche Fasern sind länglich und gesprenkelt, andere kurz und dick. Lassen sich die Muster den in Deutschland katalogisierten Bäumen nicht zuordnen, ist das ein "extrem starker Hinweis auf Tropenholz", sagt Schaffrath. Denn nur die exotischen Tropenhölzer wurden hier nicht erfasst. Und "alle verdächtigen Papiere kommen aus Südostasien", sagt er.

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 31.10.2012, 12:52 Uhrwinne2

    Bio-Siegel haben natürlich (!) ihre Skandale. Aber: Es gibt derzeit viele gute Gründe Banken nicht positiv zu bewerten - der Bankraub zählt aber nicht dazu. Der Artikel ist bemüht einen Skandal zu erzeugen - koste es welches Argument auch immer. So wird die Missbrauchsbekämpfung (Beispiel Baumwoll Indien), die schwarze Schafe assortiert, als Zwischen-den-Zeilen-Argument rangezogen dafür das Bio-Siegel alle Greenwashing seien. Bio-Siegel sind und bleiben Not-Hilfsmassnahmen, um das Schlimmste zu verhindern. Sie sind überwiegend von privaten (NGO etc.) geschaffen worden, gerade WEIL es keine gesetzlichen Massnahmen gibt. DIE müsste es aber geben. Ein Feigenblatt sind sogesehen die Biosiegel nur für die untätige Politik.
    Und wenn man denn schon über Siegel und Zertifikate spricht, dann sollte man wenigstens inhaltlich auf dem Laufenden sein. Wenn da ein Experte (Physiker! Schwerpunkt Technikfolgenabschätzung!) rumpalavert "Wer kann schon garantieren, ob der Baum in 50 Jahren noch steht", weißt er nur, dass er die letzten 20 Jahre Entwicklung in der CO2-Zertifizierung von Waldprojekten verschlafen hat - oder noch zur Schule ging.

  • 26.10.2012, 16:50 UhrEuroTanic

    Bio ist von der Idee her gut. Schlecht wird Bio erst, seit die grossen Konzerne entdeckt haben, dass man damit Profit generieren kann. Das beste Bio ist immer noch der Salat aus dem Garten, das Fleisch vom Bauern nebenan, Äpfel aus der Gegend usw.

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