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Freenet: Übernahme von Gravis ist ein Befreiungschlag für Freenet

von Jürgen Berke und Stefan Hajek

Freenet-Chef Christoph Vilanek ist ein Scoop gelungen, der die Vertriebslandschaft für kleine und große Computer in Deutschland mit einem Schlag verändert.

Platz 5: Asus

Der Konzern aus Taiwan konnte um 11,8 Prozent im Vergleich zum dritten Quartal 2011 zulegen. Der Marktanteil lag im dritten Quartal 2012 mit 7,3 Prozent aber trotzdem am Schluss des Rankings des Marktforschungsunternehmens Gartner.

Apple ist im PC-Geschäft immer noch nicht groß genug, um unter die Top 5 Anbieter zu kommen.

Bild: dpa

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Mit der Übernahme sämtlicher Geschäftsanteile der Gravis-Computervertriebsgesellschaft rückt Freenet ganz nah an die Kultfirma Apple heran. „Die gezielte Ausweitung unseres Angebots hochwertiger Apple-Lifestyle-Produkte rund um den Mobilfunk und mobiles Internet über alle Vertriebskanäle ist eine ideale Ergänzung unserer strategischen Entwicklung zum echten Digital-Lifestyle-Anbieter“, sagt der Vorstandsvorsitzende der in Hamburg ansässigen Freenet AG. Gravis hat mit dem Verkauf von Apple-Produkten einen Jahresumsatz von rund 160 Millionen Euro erzielt.

Für Vilanek hat die Übernahme auch persönliche Konsequenzen. Er übernimmt künftig auch die Rolle von Gravis-Gründer und -Geschäftsführer Archibald Horlitz, der als erster Apple-Händler in Deutschland alle Höhen und Tiefen der Computerfirma aus Cupertino in den vergangenen 25 Jahren erlebt hat. Horlitz wird sich aus dem operativen Geschäft zurückziehen. Ob er in den Aufsichtsrat von Freenet einzieht, ist noch offen. Das Kartellamt muss der Übernahme noch zustimmen, mit einer Entscheidung wird Anfang 2013 gerechnet.

Für die Freenet-Kunden wird es künftig einfacher, Apple-Geräte mit Verträgen aller vier in Deutschland aktiven Mobilfunkbetreiber zu kombinieren. Denn im Kern bedeutet die Übernahme, dass Freenet viel stärker in den 28 vor allen in Großstädten angesiedelten Gravis-Länden Flagge zeigt und dort auch Mobilfunkverträge verkauft. Im Gegenzug bekommt Gravis eine eigene Verkaufstheke in den 550 von Freenet betriebenen mobilcom-debitel-Shops. Apple weitet dadurch seine Vertriebsaktivitäten mit einem Schlag auf ganz Deutschland und stärkt damit seine bis dato eher schwache Präsenz in eher ländlich geprägten Regionen.  

Wie macht Apple das nur?

Schon länger ist der Apple das wertvollste Unternehmen der Welt. Spätestens mit den jüngsten Quartalszahlen vom Januar allerdings ist der iPhone-Konzern abermals in neue Sphären vorgedrungen. Der Cashflow des jüngsten Quartals ist mit 17,6 Milliarden Dollar höher als der von Oracle (gut fünf Milliarden), Google (vier Milliarden) und Microsoft (5,8 Milliarden) zusammen. Zehn Gründe, warum das Unternehmen so viel besser ist als jeder Konkurrent.

Bild: REUTERS

Unberührt von dem Gravis-Deal sind lediglich die exklusiven Vertriebspartnerschaften für das iPhone, die Apple mit den Mobilfunknetzbetreibern wie die Deutsche Telekom und Vodafone eingegangen ist. Freenet bekommt alle iPhones weiterhin von Telekom & Co. geliefert. Doch mittelfristig könnte sich auch das ändern. Denn in Großbritannien ist Apple bereits eine Vertriebspartnerschaft mit dem Großhändler Carphone Warehouse eingegangen.

Der Aktienkurs von Freenet hat auf die Nachricht von der Übernahme  leicht positiv  reagiert. Angesichts der Tatsache, dass die Aktie seit Jahresanfang knapp 50 Prozent zugelegt hat, ist das ein gutes Zeichen. Vor der Übernahme lag das Kurs-Gewinn-Verhältnis des Tec-Dax-Werts auf Basis der für 2012 erwarteten Gewinne bei knapp 11 und für 2013 bei 8,4 ­ das ist nicht teuer. Berücksichtigen müssen Anleger aber auch, dass Freenet zuletzt ein Wachstumsproblem hatte. Der Umsatz 2012 dürfte mit geschätzt 3,07 Milliarden Euro um knapp fünf Prozent unter dem des Vorjahrs liegen.

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