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Undercover-Report der BBCDoku zeigt Arbeitsbedingungen in einer iPhone-Fabrik

Neuer Ärger für iPhone-Hersteller Apple: Reporter der BBC haben die Arbeitsbedingungen des Apple-Zulieferers Pegatron untersucht - und massive Verstöße gefunden. 19.12.2014 - 10:24 Uhr

Erneut steht ein Apple-Zulieferer in der Kritik.

Foto: AP

Angestellte, die vor Erschöpfung während der Arbeit einschlafen. Aufseher, die sie davor warnen, beim Schlafen mit dem Kopf gegen die Maschinen zu kippen. Es drohe die Gefahr, einen tödlichen Stromschlag zu bekommen.

Szenen aus einer iPhone-Fabrik irgendwo in China, eingefangen in verwackelten Bildern einer versteckten Kamera.

Reporter des britischen Senders BBC haben sich unerkannt in chinesische Fabriken des Zulieferbetriebes Pegatron eingeschleust – und die Arbeitsbedingungen dokumentiert.

Die Arbeitslast sei überwältigend, sagt ein BBC-Reporter. „Ich kann nicht länger stehen“, stöhnt der eingeschleuste Mitarbeiter während der Schicht ins Mikrofon.

Die Vorwürfe sind gravierend: Überstunden sind bei dem Apple-Zuliefer schon fest verplant. 60 Stunden und länger müssen die Angestellten schuften – deutlich mehr als in den offiziellen Apple-Richtlinien erlauben.

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Nachts zu arbeiten, wird nach BBC-Schilderungen im Zweifel zur Pflicht – ohne die Möglichkeit für Widerspruch. Um den Druck auf sie zu erhöhen, wird den Arbeitern ihr Ausweis weggenommen.

„Apple ist herausragend darin, sich selbst als perfektes Unternehmen darzustellen. Aber das ist alles nur Fassade“, klagt der anonymisierter Angestellte.

Tauchen in giftigen Schlammgruben

Nicht nur in den Fabriken wird offenbar unter unmenschlichen Bedingungen garbeitet. Die BBC berichtet auch aus in Indonesien, wo Kinder in giftigen Zink-Schlammgruben nach Erz für die Iphone-Produktion suchen müssen. Die Bedingungen sind lebensgefährlich, wiederholt seien Menschen gestorben. Der kritisierte Zulieferer Pegatron selbst erklärte, man untersuche die Vorwürfe der BBC und werde „alle notwendigen Maßnahmen ergreifen“.

Doch es ist nicht das erste Mal, dass Apple und seine Produktionspartner wegen ihrer Arbeitsbedingungen in der Kritik stehen. Die Vorwürfe sind im Kern gleich: Obwohl der Konzern Premiumprodukte verkauft, spare er wo es nur geht. 

Die Last tragen die Mitarbeiter. Dumping-Löhne, überarbeitete  Angestellte und Kinderarbeit sind in den asiatischen Apple-Werken keine Seltenheit. 2010 sorgten mehrere Selbstmorde bei Apples größtem Zulieferer Foxconn für weltweites Aufsehen.

Apple gelobte Besserung und veröffentlich mittlerweile jährlich Fortschrittsberichte zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Auch mit den neuen Vorwürfen konfrontiert, versicherte der US-Konzern, dass keine andere Firma so viel daran setze, faire und sichere Arbeitsbedingungen zu gewährleisten. Bemühungen, die offenbar längst nicht ausreichen.

sha
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