Finanzierung: Mittelstand in der Dauerkrise

Finanzierung: Mittelstand in der Dauerkrise

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Die Angst vor einer erneuten Wirtschaftskrise lähmt den deutschen Mittelstand. Investitionen werden verschoben oder abgeblasen, aus Angst vor Schulden will kaum jemand Kredite aufnehmen.

von Konrad Daubek

Die deutschen Mittelständler sind vorsichtig geworden. Die Angst vor einer neuen Krise macht sie misstrauisch. Investitionen bleiben aus, Kredite gelten vor allem als Risiko.

Siegfried Gänßlen hat seine Lektion aus der Wirtschaftskrise gelernt. Der Chef des Armaturen- und Brausenherstellers Hansgrohe aus Schiltach im Schwarzwald will in Zukunft vor allem flexibel bleiben. „Wir sind mit einem blauen Auge aus der Wirtschaftskrise gekommen, seitdem haben wir dazu gelernt“, sagt der bodenständige Schwabe. Statt fünf Jahren plant er nun höchstens drei Jahre im Voraus, die Zahlen aus dem letzten Geschäftsmonat liegen nun bereits am vierten Arbeitstag des Folgemonats auf seinem Schreibtisch und alle paar Monate stellt er mit seinen Kollegen verschiedene Szenarien für die Geschäftsentwicklung auf und überlegt, wie im jeweiligen Fall zu reagieren wäre. Vorsicht ist oberstes Gebot. Risiken und Unsicherheiten versucht er soweit wie möglich auszuräumen. „Die Zyklen werden immer kürzer, deshalb müssen wir blitzschnell reagieren können und dürfen trotzdem niemals unüberlegt handeln“, sagt Gänßlen.

So wie ihm geht es im Moment vielen mittelständischen Unternehmern in Deutschland. Die Angst vor einer neuen Wirtschaftskrise hält sie seit Monaten in Schach. Die täglich neuen Schlagzeilen zur Griechenland-Rettung und die Warnungen anerkannter Ökonomen treiben den Unternehmern Sorgenfalten auf die Stirn. Sie scheuen jede Art von Risiko und ringen lange mit sich selbst, bevor sie eine Investitionsentscheidung treffen. Die Allgegenwärtigkeit der Krise ist für viele Unternehmen zur Normalität geworden. Zu diesem Ergebnis kommt auch die neue Mittelstandsstudie, die die Commerzbank am Montag veröffentlichte. Von 4000 befragten Unternehmen klagten knapp drei Viertel über wachsende Planungsunsicherheit in ihrem Geschäftsfeld. 88 Prozent planen ihren Finanzbedarf nur noch für das laufende Jahr. 73 Prozent fürchten  eine unvorhergesehene Verschlechterung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Und das, obwohl nur 34 Prozent aktuell leerere Auftragsbücher haben.

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