Was wurde aus..?: Nach dem S&K-Skandal geht die Party weiter
Kaum ein Anlageskandal sorgte für mehr Aufsehen: die Pleite der S&K-Gruppe, benannt nach ihren Gründern Stephan Schäfer und Jonas Köller. Mehr als 6000 Anleger hatten rund 140 Millionen Euro in geschlossene Fonds eingezahlt, wohl regelmäßig in der Annahme, das Geld würde in Immobiliengeschäfte der S&K-Gruppe fließen.
Das meiste Geld ging auch in Form von Darlehen an S&K-Gesellschaften, doch nur ein Teil wurde in Häuser investiert. Viel wurde verbrannt, ein Teil veruntreut – bis im Februar 2013 mehr als 1000 Ermittler bundesweit rund 130 Wohn- und Geschäftshäuser durchsuchten, Schäfer und Köller verhaftet wurden. Wesentliche Firmen der S&K-Gruppe meldeten Insolvenz an. Eine zweistellige Rendite war Anlegern teils versprochen worden. Die meisten erhielten nicht einmal ihren Einsatz zurück.
Für Aufsehen sorgten nicht nur die dubiosen Deals, sondern auch der imposante Lebensstil der S&K-Gründer: Beide wohnten in imposanten Villen, im unterfränkischen Erlenbach etwa und in Offenbach bei Frankfurt. Zum S&K-Fuhrpark gehörten Porsches, Ferraris und ein Lamborghini. Zur Party anlässlich des 30. Geburtstags von Köller kamen B-Promis, Frauen in Bikinis und ein Elefant.
Um das zu finanzieren, hätten sie am Fließband erfolgreiche Deals abschließen müssen. Hatten sie aber nicht. Stattdessen klickten die Handschellen: Nach vier Jahren Untersuchungshaft wurden beide 2017 wegen Untreue verurteilt. 2019 respektive 2021 folgte die Privatinsolvenz.
Nach der Haft machten Schäfer und Köller zuletzt wieder Geschäfte mit Häusern und Wohnungen: diesmal bei der Firma Abaton aus Frankfurt. Als Geschäftsmodell wendet sich das Unternehmen an Besitzer von Immobilien, die kurz vor der Zwangsversteigerung stehen.
Das Unternehmen selbst residiert in Bestlage – in der Villa Main Suites, im Frankfurter Westhafen. Und auch die S&K-Gründer lassen es sich offenbar wieder gut gehen, wie Personen, die mit beiden zu tun hatten, im Frühjahr 2024 berichteten: teure Uhren, teure Anzüge, teure Autos – und Reisen nach Mallorca und Ibiza.
Köllers Anwalt erklärte damals, sein Mandant verfüge über ein Einkommen als Einkaufsleiter einer Immobiliengesellschaft und werde von seiner Familie unterstützt. Das Fahrzeug? Gehöre seiner Arbeitgeberin. Stephan Schäfer reagierte auf Nachfrage nicht.
Dieser Artikel erscheint in unserer Reihe WiWo History.
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