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TürkeiHunderttausende bei neuer Demo gegen Haft von türkischem Oppositionschef

Hunderttausende protestieren nach einem Aufruf der türkischen Oppositionspartei CHP erneut in Istanbul. Auslöser ist die Inhaftierung des Bürgermeisters Ekrem Imamoglu.dpa 29.03.2025 - 15:38 Uhr
Universitätsstudenten rufen Parolen während einer Demonstration in Istanbul. Foto: Francisco Seco/AP/dpa

In Istanbul sind am Samstag Hunderttausende Menschen gegen die Inhaftierung des Bürgermeisters Ekrem Imamoglu auf die Straße gegangen. Damit setzte sich die Serie von Protesten gegen die Haft des wichtigsten Rivalen von Präsident Recep Tayyip Erdogan fort, die inzwischen die größten ihrer Art seit mehr als zehn Jahren sind. Die Demonstranten schwenkten türkische Flaggen und Transparente bei der Kundgebung am Meer im Stadtteil Maltepe. Unter ihrem Jubel wurde ein Brief von Imamoglu vorgelesen. „Ich habe keine Angst, ihr steht hinter mir und an meiner Seite“, hieß es darin. „Ich habe keine Angst, weil die Nation vereint ist. Die Nation ist vereint gegen den Unterdrücker.“

Die Kundgebung unter dem Motto „Freiheit für Imamoglu“ wurde von der wichtigsten Oppositionspartei CHP organisiert. Deren Vorsitzender Ozgur Ozel erklärte, Millionen von Türken forderten inzwischen Imamoglus Freilassung und Wahlen. Die Vorwürfe gegen den Bürgermeister seien haltlos und politisch motiviert. Die CHP rief zum Boykott von Medien, Marken und Geschäften auf, die sie als Unterstützer von Erdogan einstuft.

Seit Imamoglus Festnahme in der vergangenen Woche und seiner anschließenden Inhaftierung bis zu einem Prozess wegen Korruptionsvorwürfen sind landesweit Hunderttausende Menschen auf die Straße gegangen. Die Demonstrationen verliefen meist friedlich, jedoch wurden fast 2000 Menschen festgenommen. Eigentlich ist die nächste Präsidentenwahl für 2028 vorgesehen. Die Opposition hat jedoch erklärt, die Regierung habe ihre Legitimität verloren und müsse sich früher dem Volk stellen.

Die Regierung weist ihrerseits jeglichen Einfluss auf die Justiz zurück. Erdogan hat die Proteste als „Show“ abgetan, vor rechtlichen Konsequenzen gewarnt und die CHP aufgefordert, die Türken nicht weiter zu provozieren.

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